Simon Ungers
Simon Ungers (* 8. Mai 1957 in Köln; † 6. März 2006 in Hürth) war ein deutscher Architekt und Künstler.<ref>Künstler und Architekt - Zum Tod von Simon Ungers. In: Baunetz. 14. März 2006, abgerufen am 1. März 2025.</ref><ref>Simon Ungers Obituary. In: New York Times. 19. März 2006, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Leben
Simon Ungers wurde 1957 als Sohn des Architekten Oswald Mathias Ungers und Liselotte Ungers geboren. 1967 zog die Familie in die Vereinigten Staaten, wo er die High School besuchte. Anschließend studierte er in den Jahren 1975 bis 1980 Architektur an der Cornell University in Ithaca, New York.
Simon Ungers lebte und arbeitete im Bundesstaat New York, in New York City und in Köln-Müngersdorf, wo er sich an Wettbewerben des Büros O.M. Ungers beteiligte.<ref>1979/80 Wettbewerbe: "Kammergericht Berlin", "Ackerhof Braunschweig", "Sparkasse Berlin" und 1982/83 "Stadtzentrum Gibellina" "Kop van Zuid Rotterdam", "Verlagshaus Gruner + Jahr Hamburg", in: Oswald Mathias Ungers - Architektur 1951-1990, DVA, Stuttgart, Seiten 248, 250/251</ref> Neben Projekten wie dem "Dachaufbau des Pan Am Buildings" (1980), fünf realisierten Projekten in Partnerschaft mit "UKZ Design. Inc." (Ungers, Kiss, Zwighard, 1980–2002)<ref>UKZ Design. In: ArchInform. 25. Oktober 2024, abgerufen am 1. März 2025.</ref>, dem Wettbewerbsbeitrag "New York City Waterfront"(1987)<ref>New York Architektur 1970-1990. In: Heinrich Klotz, Luminata Sabau (Hrsg.): Ausstellungskatalog DAM. Prestel Verlag, München 1989, ISBN 3-7913-0923-4, S. 238–239.</ref> und einigen Wettbewerbserfolgen wurde er durch seine Stahl-Plastiken und Licht-Installationen bekannt. Neben Ausstellungen seiner Werke in Europa und den USA<ref>Simon Ungers - Ausstellungen. In: Artnet. 2024, abgerufen am 1. März 2025.</ref> erzielte er internationale Aufmerksamkeit zusammen mit Thomas Kinslow mit dem Bau des „T-House“ (1988 – 1995), einem Privathaus aus COR-TEN-Stahl in Wilton, Saratoga County, New York<ref>Eduard Hueber: The “T-House” Upstate New York. In: website archphoto.com. 1995, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, und dem „Cube-House“ (2000), einem Wochendhaus aus Schlackenbetonstein ("Cinder Blocks") in Ithaca, New York.<ref>Cube House - Simon Ungers. In: archaicstudio, Berlin. 12. Januar 2018, abgerufen am 2. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Von 1981 bis 1986 war er als Assistant Professor an der Syracuse University und von 1988 bis 1992 als Lehrbeauftragter am Rensselaer Polytechnic Institute in Troy tätig. Darüber hinaus lehrte er als Gastkritiker an der Harvard University, an der Cornell University sowie an der University of Maryland.<ref>Simon Ungers, Biogaphie. In: Simon Ungers, Nachlassbetreuung. Abgerufen am 1. März 2025.</ref>
1994 gestaltet Ungers eine minimalistische Skulptur als integraler Bestandteil im Neubau der Residenz der Deutschen Botschaft Washington<ref>Deutsche Botschaft Washington – Residenz. In: Website Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. 2020, abgerufen am 4. März 2025.</ref>, "der das an die Empfangshalle angrenzende L-förmige Speisezimmer bei Bedarf in unterschiedlich große Räume teilt".<ref>Simon Ungers: Paravent 1994. In: Museum der 1000 Orte, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. 2025, abgerufen am 4. März 2025.</ref> Im gleichen Jahr erhielt er den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
1995 gewann sein Entwurf für das Holocaust-Mahnmal in Berlin unter 528 Arbeiten einen von zwei ersten Preisen. Die Jury bevorzugte später in einer Stichentscheidung den anderen erstprämierten Entwurf, gegen den sich jedoch Bundeskanzler Helmut Kohl aussprach. Schlussendlich wurde keiner der beiden Entwürfe realisiert und stattdessen ein neues, engeres Wettbewerbsverfahren eingeleitet.<ref>Die Entstehung des Denkmals - Eine Chronologie. In: Website Förderkreis "Denkmal für die ermordeten Juden Europas". 1995, abgerufen am 2. März 2025.</ref>
Ab 1996 nahm er an mehreren Bauwettbewerben teil<ref>Sophia Louise Ungers: Simon Ungers-Architektur-Wettbewerbe. In: Nachlass-Webseite von Simon Ungers. Abgerufen am 10. Oktober 2025.</ref>, u. a. am Wettbewerb für den Neubau des Wallraf-Richartz-Museums (WRM) in Köln, unterliegt aber in Konkurrenz zu seinem Vater mit einem ähnlichen Konzept, "das man als Normaltyp des Wettbewerbs bezeichnen könnte".<ref>Seite 443 in: Meinrad v. Engelberg: Zum Wettbewerb für den Neubau Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1996. In: Kunstchronik. Monatsschrift für Kunstwissenschaft, Museumswesen und Denkmalpflege, Jahrgang 49 Nr. 9-10 (PDF Download). 1996, S. 440-446, abgerufen am 10. Oktober 2025.</ref>
Im Jahr 1999 verlegte Ungers seinen Wohnsitz nach Köln.
Simon Ungers starb am 6. März 2006 nach langer Krankheit mit 48 Jahren.<ref>Simon Ungers. In: Prabook, World Biographical Encyclopedia. 2006, abgerufen am 1. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof in Köln-Widdersdorf.<ref>Roland Moers: Simon Ungers 1957 - 2006 (Grabstätte). In: Friedhof Ansichten, Friedhof Turmgasse. Abgerufen am 4. März 2025.</ref>
Rezeption
Museen wie das Museum of Modern Art<ref>T-House, Wilton, New York (Scale model). In: The Museum of Modern Art, Department Architecture and Design, Object number 193.1998. 2025, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> oder das San Francisco Museum of Modern Art haben Objekte des Künstlers in ihren Sammlungen.<ref>Simon Ungers - Works in the Collection. In: San Francisco Museum of Modern Art. 2025, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im November 2018 wurde vom Rat der Stadt Köln beschlossen, den modifizierten Wettbewerbsentwurf für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas bzw. für die Gedenkstätte Topographie des Terrors in Köln-Müngersdorf zu realisieren. Das Mahnmal Wall von Simon Ungers ist zentraler Bestandteil eines Konzeptes für einen Gedenkort auf dem Gelände des ehemaligen Deportationslagers in Müngersdorf. Die Schwester des Künstlers, Sophia Ungers, entwickelte mit einem Landschaftsplaner und Designer, basierend auf dem Wall-Entwurf, einen Weg des Gedenkens, der das Lager im Fort V mit dem durch die Nationalsozialisten errichteten 200 m entfernten Barackenlager symbolisch verbindet.<ref>Wider das Vergessen - Skulptur von Simon Ungers. In: Archiv "BlickPunkt Müngersdorf", Bürgerverein Köln-Müngersdorf e.V. Abgerufen am 1. März 2025.</ref>
Die Fertigstellung erfolgte im Januar 2020<ref>Uta Winterhager: Eine lange Geschichte, eine lange Wand. arge koelnarchitektur.de, 6. Februar 2020, abgerufen am 19. März 2020.</ref>, die feierliche Eröffnung des Gedenkortes fand mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Sonntag, 15. März statt.<ref>Ein Gedenkort, der der dunklen Geschichte des Ortes würdig ist. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 11. März 2020, abgerufen am 1. März 2025.</ref>
Bauten
- 1982: "Hobbs Residence" in Lansing, Tompkins County N.Y.<ref>Carmelo Rodríguez Cedillo: 1981 Hobbs Residence, mit Laszlo Kiss. In: Arqueología del Futuro. 11. November 2015, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 1983: "Herman J. Wiemer Vinyard Addition" in Dundee, Yates County, N.Y.<ref>Tasting Room by UKZ. In: Website "Hermann J. Wiemer Vineyard". 1984, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 1986: "Knee Residence" in Caldwell, N.J.<ref>Knee Residence, UKZ (Ungers, Kiss, Zwigard). In: Website Todd Zwigard. Abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 1988-1995: "T-House" in Wilton, Saratoga County N.Y.<ref>José Juan Barba, Candela Oliva: The red steel "T" mit Tom Kinslow. In: Metalocus Magazine. 23. Oktober 2013, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 1997-2000 "Cube-House" mit Matthias Altwicker in Ithaca, N.Y.<ref>'Cube House' by Simon Ungers. In: VirtualGlobetrotting. 5. Februar 2021, abgerufen am 4. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 1998: Platzanlage vor der Bibliothek der Universität zu Halle<ref>Simon Ungers: Drei Stelen am Juridicum in Halle. In: Halle im Bild. 18. Juni 2023, abgerufen am 3. März 2025.</ref>
- 1999 Lichtskulptur „Monolith“ im Skulpturenpark Köln<ref>Station: [39] Simon Ungers, Monolith 1999. In: The museum.de project. 2025, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2001-2002 Einfamilienhaus in Remsenburg/Southampton (New York)<ref>Einfamilienhaus UKZ (Ungers, Kiss, Zwigard). In: ArchInform. 26. Oktober 2024, abgerufen am 3. März 2025.</ref>
- 2003 Skulptur „Forum“ St. Peter in Köln
- 2005 "Light Works", posthume Installation 2009, Gering & López Gallery, New York<ref>Sandra Gering: "Light Works". In: Website Gering & López Gallery. 17. September 2009, abgerufen am 3. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2006 "Casa Blanco" Totalán, Spanien, Entwurf Simon Ungers, Ausführungsplanung, Bauphase 2007-2008 Sven Röttger<ref>Simon Ungers + Sven Röttger: Casa Blanco, Totalan. In: Website Architekturbüro Röttger. 2008, abgerufen am 3. März 2025.</ref>
Literatur
- Henry Ubach, Gustau G. Galfetti: Simon Ungers, GG Editorial Gustavo Gill 1988, ISBN 84-252-1733-4
- Simon Ungers, Jos Bosman: Autonomy and dialogue, Librìa Melfi 2005, ISBN 88-87202-62-1
Weblinks
- Literatur von und über Simon Ungers im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Simon Ungers. In: archINFORM.
- Nachlass-Webseite von Simon Ungers
- Michael Brennan: Simon Ungers at Petra Bungert, artnet 2024 (englisch)
- Simon Ungers - Works in the Collection, Website San Francisco Museum of Modern Art, 2024 (englisch)
- Dirk Petzold: Simon Ungers’ Silent Architecture, Weandthecolor Magazin (englisch)
- Daniil Skitalec: Simon Ungers - Architekt und Künstler, Projekte, In: LiveJournal, 16. September 2013
- Sandra Gering: Estate of Simon Ungers, Webseite Sandra Gering Inc., New York, 2014, (englisch)
- Simon Ungers, Webseite Sandra Gering Gallery, New York (englisch)
- Prof. Jos Bosman/TU Eindhoven: Interview mit Simon Ungers zur Ausstellung Autonomy and Dialogue am 17. September 2005 (englisch)
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ungers, Simon |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und Künstler |
| GEBURTSDATUM | 8. Mai 1957 |
| GEBURTSORT | Köln |
| STERBEDATUM | 6. März 2006 |
| STERBEORT | Hürth |