Eckstein
Mit den Begriffen Eckstein (auch Eckquader<ref>Eckquader. In: Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 149 (= Kröners Taschenausgabe, Band 194); moodle.unifr.ch (PDF; 15 MB) abgerufen am 10. Juni 2024</ref> oder Ortstein; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value);<ref name="Timmers/Eckstein">Joseph J. M. Timmers: Eckstein. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band IV. 1956, Sp. 708–712; rdklabor.de abgerufen am 11. Juni 2024.</ref> früher auch Eckband<ref>Eckband. In: Oscar Mothes: Illustrirtes Bau-Lexikon. Band 2: C bis G. Leipzig 1882, S. 195; Digitalisat</ref>) werden glatt oder grob behauene Werksteine in den Ecken eines Bauwerks bezeichnet.
In einer Nebenbedeutung wurde früher auch ein Radabweiser, ein der Hausecke vorgelagerter Prellstein, als Eckstein bezeichnet.<ref name=":0">Eckstein. In: Oscar Mothes: Illustrirtes Bau-Lexikon. Band 2: C bis G. Leipzig 1882, S. 196; Digitalisat</ref><ref name="Luegers/Eckstein" />
Eckstein in einer Gebäudeecke
Funktion und Gestaltung
Ecksteine wurden ursprünglich in Natursteinmauerwerken (vor allem Trocken- und Bruchsteinmauerwerk) als Verstärkung der Ecke eingebaut. Insbesondere an Gebäuden haben Ecksteine eine tragende Funktion, da sie durch die wechselweise Überlagerung der Schmal- und Breitseiten und ihr größeres Gewicht insgesamt stabilisierend wirken. Wegen dieser baustatischen Funktion sind Ecksteine meist größer und besser bearbeitet als die übrigen Steine des Gemäuers.<ref name="Luegers/Eckstein"></ref>
Daneben werden Ecksteine als architektonisches Gestaltungsmittel und als Grundstein eines Gebäudes eingesetzt. Das häufigste Gestaltungsmittel ist der gleichmäßige Wechsel von Ecksteinen mit deren Schmal- und Breitseiten als sogenanntes Lang- und Kurzwerk.<ref>Lang- und Kurzwerk. In: Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 306 (= Kröners Taschenausgabe, Band 194): Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 10. Juni 2024.</ref> Teilweise wurden die Ecksteine bzw. Eckquader in einer Putzfassade besonders herausgearbeitet gezeigt.
Wenn die Eckquaderung (auch Eckquadrierung genannt) ausschließlich der Gestaltung dient, kann sie als Ritzquaderung oder als Sgraffitotechnik ausgeführt sein. Ebenso ist das Aufmalen oder Aufputzen als Scheinarchitektur oder Trompe-l’œil möglich.
Geschichte
Die Anwendung von Eckquadern bei Bruchsteinmauerwerk war schon bei den Etruskern üblich.<ref></ref> An vielen Bruchstein- oder Feldsteinbauten der Antike und des Mittelalters sind Ecksteine die einzigen exakt behauenen Werksteine.
- Beispiele
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Betonte Eckquaderung in einem Putzbau
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Eckquaderung als farblich abgesetztes und geritztes Lang- und Kurzwerk
Symbolische Bedeutung
Der Eckstein ist symbolisch auch der Grundstein.<ref>Günter Bandmann: Mittelalterliche Architektur als Bedeutungsträger. Gebrüder Mann, Berlin 1951 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 9. Auflage 1990), S. 73.</ref>
In der Bibel wird das Wort Eckstein im übertragenen Sinne verwendet. Im Psalm 118 wird das Heilswirken Gottes als Eckstein-Legung empfunden:<ref name="Timmers/Eckstein" />
„Ich danke dir, dass du mich erhört hast; du bist für mich zum Retter geworden. Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.“
Im Neuen Testament wird diese Psalmstelle von Jesus zitiert (Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link sowie Vorlage:Bibel/Link) und auf ihn bezogen: Vorlage:Bibel/Link. Sie wird ebenfalls in der Apostelgeschichte des Lukas (Vorlage:Bibel/Link) von Petrus gegenüber dem Hohen Rat zitiert.
Verwendung in einem Abzählreim
Beim Versteckspiel wird der Eckstein ebenfalls genannt. Bevor die Suche beginnt, gibt der Sucher mit dem Reim<ref>Eins zwei drei vier Eckstein. In: volksliederarchiv.de. Abgerufen am 4. August 2024.</ref> <poem style="margin-left: 2em; font-style: italic;"> Eins, zwei, drei, vier, Eckstein, alles muss versteckt sein, hinter mir, da gilt es nicht, eins, zwei, drei, jetzt komme ich! </poem> Gelegenheit, ein Versteck zu suchen.
Eckstein als Radabweiser
In älteren Fachlexika wird der Begriff Eckstein in einer Nebenbedeutung zudem für den einer Hausecke vorgelagerten Radabweiser verwendet.<ref name=":0" /><ref name="Luegers/Eckstein" />
→ Hauptartikel: Radabweiser
Literatur
- Joseph J. M. Timmers: Eckstein. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band IV. 1956, Sp. 708–712. (Abschrift auf rdklabor.de abgerufen am 5. Januar 2026)
Weblinks
Einzelnachweise
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