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Alpen-Mannstreu

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Alpen-Mannstreu
Datei:Eryngium-alpinum.JPG

Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Saniculoideae
Gattung: Mannstreu (Eryngium)
Art: Alpen-Mannstreu
Wissenschaftlicher Name
Eryngium alpinum
L.

Die Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mannstreu (Eryngium) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie wird auch als „Blaue Distel“ oder „Anhakn“ bezeichnet.<ref name="Franz2006" />

Beschreibung

Datei:Atlas der Alpenflora (1882) (19721369594).jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora, 1882
Datei:Panicauts bleus des Alpes à Tignes (juillet 2022).JPG
Habitus im Habitat
Datei:Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) 06.jpg
Blütenstand im Detail
Datei:Eryngium alpinum - Bombus hypnorum - Keila.jpg
Blütenstand mit Bombus hypnorum als Blütenbesucher

Vegetative Merkmale

Alpen-Mannstreu wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 70, selten bis 80 Zentimetern.<ref name="Franz2006" /> Das Erscheinungsbild ist sehr distelähnlich. Der Stängel ist ziemlich dick<ref name="Thellung1965" />, im Blütenstandsbereich verzweigt und gerillt.

Die weichen Grundblätter sind sehr lang gestielt. Ihre einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 25 Zentimetern sowie einer Breite von etwa 20 Zentimetern dreieckig oder oval mit herzförmiger Spreitenbasis. Ihr Blattrand ist ungleich grannig gezähnt.<ref name="Thellung1965" /> Die handförmig gespaltenen Stängelblätter sind wechselständig angeordnet und besitzen distelartige Stacheln; sie sind kürzer gestielt als die Grundblätter, sind im Umriss kreisrund oder eiförmig-rundlich und an der Spitze oft dreispaltig.<ref name="Thellung1965" /> Die Blattabschnitte der Stängelblätter sind gewimpert-gesägt.<ref name="Thellung1965" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die Blüten befinden sich dichtgedrängt in einem bei einer Länge von bis zu 4 Zentimetern erst rundlichen, später walzenförmigen Blütenstand. Es sind 12 bis 18 Hüllblätter vorhanden; sie sind länger als der Blütenkopf.<ref name="Thellung1965" /> Die amethystfarbenen, bläulichen, stechenden und gezackten Hüllblätter sind im Umriss länglich-lanzettlich, fiederig-vielspaltig mit schlanken, lang begrannten, aufwärts gerichteten Abschnitten. Die Spreublätter sind etwa 5 Millimeter lang, in der Mitte dreiteilig und überragen die Blüten.<ref name="Thellung1965" /> Die Blüten sind 2 bis 3 Millimeter lang. Die Kelchblätter sind bei einer Länge von etwa 2 Millimetern eiförmig-lanzettlich, lang und laufen in eine Dornspitze aus. Die Kronblätter sind kürzer als die Kelchblätter, fast rechteckig und stumpf ausgerandet. Wie bei vielen Umbelliferen-Blüten sind bei der Art die Kronblätter der Blüte an der Spitze zurückgeschlagen; dieser zurückgeschlagene Abschnitt (das „eingeschlagene Läppchen“, Lobulum inflexum) ist in Aufsicht fast linealisch.<ref name="Thellung1965" />

Die Frucht ist bei einer Länge von etwa 6 Millimetern sowie einem Durchmesser von etwa 4 Millimeter kantig und kreiselförmig; sie ist mit scharfen, spitzschuppigen Längsrunzeln besetzt und braun-gelb. Jede Teilfrucht geht in zwei oder drei scharf spitzige, 4 bis 5 Millimeter lange Kelchzähne über.<ref name="Thellung1965" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Bemerkenswert sind die amethystfarbenen, bläulichen Hüllblätter die einen extrafloralen Schauapparat bilden, der die Anlockung der Insekten übernimmt. Die dornige Doldenhülle öffnet sich bei Sonnenaufgang<ref name="Thellung1965" />, schließt sich bei Nässe und Dunkelheit und wehrt Schnecken, Raupen und das Weidevieh ab.

Vorkommen und Nutzung

Die Alpen-Mannstreu kommt ursprünglich in Frankreich, Italien, in der Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro vor.<ref name="Euro+Med" /> Die Hauptverbreitung dieser Art ist in den Westalpen, im Jura (Gebirge) und dem Dinarischen Gebirge. Standorte weisen oft kalkhaltige Böden auf. Sie gedeiht in Hochstaudenfluren und Wildheuplanggen in Höhenlagen von 1200 bis 2500 Metern. Sie erreicht 2500 Meter in Kärnten im Lesachtal am Hochstadl ob Liesing und Sankt Lorenzen.<ref name="Thellung1965" /> Sie kommt vor allem in Pflanzengesellschaften des Verbands Caricion ferrugineae und der Ordnung Adenostyletalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

In Österreich kommt die Alpen-Mannstreu sehr selten im südwestlichen Kärnten (westliche Karnische Alpen) vor und ist auch in Vorarlberg nachgewiesen. In der Schweiz ist sie vollständig geschützt.<ref name="InfoFlora" />

Die Alpen-Mannstreu wird meist selten als Zierpflanze kultiviert. In der Schweiz wird sie öfter in Anlagen, Gärten oder Friedhöfen kultiviert.<ref name="Thellung1965" /> Sie wird manchmal auch angesalbt wie in Südtirol (Ultental).

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Eryngium alpinum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 233.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton alpinum bedeutet „aus den Alpen“.

Trivialnamen

Für das Alpen-Mannstreu bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Edeldistel (Entlibuch), Edler Distel und Mattscharte (Entlibuch).<ref name="Pritzel1882" />

Literatur

  • Christoph Käsermann: VU Eryngium alpinum L. – Alpen-Mannstreu – Apiaceae In: Merkblätter Artenschutz – Blütenpflanzen und Farne (Stand Oktober 1999) PDF.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Eryngium alpinum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Franz2006"> </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 145. (eingescannt). </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand (2011): Apiaceae. Datenblatt Eryngium alpinum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. S. 981–983. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien