Carbendazim
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| Strukturformel von Carbendazim | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | Carbendazim | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C9H9N3O2 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farb- und geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 191,19 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| Dichte |
1,5 g·cm−3<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
302–307 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
0,09 mPa (25 °C)<ref name="ppdb">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of HertfordshireVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| MAK |
Schweiz: 10 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 10605-21-7)Vorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||||||||
| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Carbendazim ist ein weltweit häufig benutztes Pflanzenschutzmittel (Fungizid) aus der Gruppe der Benzimidazol-Carbamate.
Gewinnung und Darstellung
Carbendazim kann durch eine mehrstufige Reaktion gewonnen werden. Zuerst werden Thioharnstoff und Dimethylsulfat umgesetzt, welche anschließend in Anwesenheit von Natriumhydroxid mit Chlorameisensäuremethylester reagieren. Das Produkt reagiert mit o-Phenylendiamin und Ameisensäure zu Carbendazim und Methanthiol (Methylmercaptan).<ref name=unger>Thomas A. Unger: Pesticide Synthesis Handbook. William Andrew, 1996, ISBN 0-8155-1853-6, S. 414 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Eigenschaften
Carbendazim ist ein farb- und geruchloser, in Wasser praktisch unlöslicher Feststoff. Es besitzt keine Anticholinesterase-Aktivität und wird seit den 1970er Jahren kommerziell produziert. Es tritt auch als Metabolit von anderen Benzimidazol-Fungiziden auf. So ist es beispielsweise der Hauptmetabolit der Fungizide Thiophanat-methyl und Benomyl.<ref name="inchem" />
Verwendung und Zulassung
Carbendazim war von der EU-Kommission als Fungizid beim Anbau von Getreide, Zuckerrüben, Raps und Mais zugelassen. In Deutschland und Österreich wurde es vor allem im Getreideanbau verwendet. Die Zulassung des Wirkstoffs lief Ende 2014 EU-weit aus, konnte auf nationaler Ebene noch bis Mitte 2016 verlängert werden. In der Schweiz wurde die Zulassung Carbendazim-haltiger Präparate im Jahr 2016 zurückgezogen. Produkte, welche den Wirkstoff enthalten, konnten mit einer Aufbrauchfrist noch bis Ende 2018 eingesetzt werden.<ref>Zurückgezogene Wirkstoffe aus Anhang 1 der PSMV. (XLSX; 39 kB) Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, 23. August 2023, abgerufen am 4. Dezember 2023.</ref><ref>Zurückgezogene Pflanzenschutzmittel mit Ausverkaufs- und Verwendungsfristen. (XLSX; 77 kB) Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, 18. September 2023, abgerufen am 4. Dezember 2023.</ref><ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref> Außerdem wird es in Silikondichtstoffen als Pilzhemmer eingesetzt.
Sicherheitshinweise
Carbendazim ist als keimzellmutagen Kategorie 1B (nach CLP-Verordnung) eingestuft, gehört also zu den Substanzen, bei denen eine Schädigung von Keimzellen im Tierversuch nachgewiesen wurde.<ref name="GESTIS"/><ref name="inchem" />
Einzelnachweise
<references/>
- Seiten mit Skriptfehlern
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- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Sensibilisierender Stoff
- Erbgutverändernder Stoff
- Stoff mit reproduktionstoxischer Wirkung
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Carbamat
- Kohlensäuremethylester
- Benzimidazol
- Fungizid
- Biozid (Wirkstoff)
- Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff)
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 30
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 29