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Molise ist eine italienische Region auf der Apenninhalbinsel an der Adria mit einer Fläche von 4438 km² und 287.966 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024). Damit ist es nach dem Aostatal die nach Fläche und Bevölkerungszahl zweitkleinste Region. Hauptstadt ist Campobasso. Die Region besteht aus den ProvinzenCampobasso und Isernia. Sie teilt die Geschichte der Nachbarregionen Abruzzen und Apulien. Im Molise finden sich auch ethnische Minderheiten der Arbëresh und Moliseslawen. Beide Minderheiten sind in der Provinz Campobasso zu finden.
Molise ist erst seit 1964 eine eigenständige Region. Davor gehörte sie zu den Abruzzen und bildete gemeinsam mit diesen die Verwaltungseinheit Abruzzen-Molise.
Die Landschaft des Molise teilt sich in Alto Molise, welches durch hohe Bergzüge, eine teils unberührte Natur und Bergdörfer geprägt ist, und in Basso Molise, dessen Hügellandschaft sich bis zur Adriaküste von Molise erstreckt.
Molise grenzt im Norden an die Abruzzen, im Osten an Apulien, im Westen an Latium und im Süden an Kampanien. Im Nordosten hat es eine 35 Kilometer lange Sandküste an der Adria, wo sich ein Blick auf die Tremiti-Inseln bieten kann. Die Landschaft von Molise ist zu 55 % von Bergen geprägt. Der übrige Teil des Landes ist von Hügeln bedeckt, die bis zur Adria reichen.<ref>territorio, unplimolise.it (italienisch).</ref>
Die Region besitzt eine eigene Regionalregierung (ital. Giunta regionale) und ein eigenes Parlament, den Regionalrat (ital. Consiglio regionale). Die ersten Regionalratswahlen fanden 1970 statt. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre.
An der Spitze der Regierung (Exekutive) steht der Regionalpräsident, der seit 2000 durch Direktwahl gewählt wird.<ref>Elezioni | Legge costituzionale 22 novembre 1999, n. 1. In: interno.gov.it. Abgerufen am 25. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bei der Regionalwahl am 26. Juni 2023 trat der Amtsinhaber, der Präsident des Rates der Region, nicht zur Wiederwahl an. Es gab keinen Machtwechsel: der Mitte-rechts-Kandidat Francesco Roberti (Partei Forza Italia) erhielt 62 % der Stimmen und sein Herausforderer Roberto Gravina (Bürgermeister der Hauptstadt Campobasso, Partei 5S) 36 Prozent.<ref>Ein weiterer Sieg für die Rechte in Italien, faz.net, 27. Juni 2023.</ref>
Geschichte
In Molise liegt das antike Theater (Teatro Sannitico) von Pietrabbondante. Im Theater werden auch heute noch an Sommerabenden antike Komödien und Tragödien von Dichtern wie Plautus oder Aischylos aufgeführt.<ref>Stefan Ulrich: Urlaub in Italien: Molise, Land für Entdecker. In: Süddeutsche Zeitung, 17. September 2022 (sueddeutsche.de). </ref>
Im Jahr 1963 wurde die Provinz Campobasso mit etwas mehr als 300.000 Einwohnern dank einer Übergangsbestimmung der italienischen Verfassung, die es ermöglichte, von den in Artikel 132 festgelegten Beschränkungen wie dem Referendum und der Grenze von einer Million Einwohnern abzuweichen, ohne Referendum aus der bereits bestehenden Region Abruzzi e Molise herausgelöst und als neue Region Molise ausgewiesen, deren Hauptstadt Campobasso wurde. Am 3. März 1970 wurde ein Teil des Gebiets abgetrennt und zur Provinz Isernia mit der Hauptstadt Isernia erhoben. Molise ist somit mit den beiden Provinzen Campobasso und Isernia die 20. und jüngste Region Italiens.
Literatur
Kunst und Geschichte
Otto Lehmann-Brockhaus: Abruzzen und Molise. Kunst und Geschichte (= Römische Forschungen der Bibliotheca Hertziana. Band23). Prestel-Verlag, München 1983, ISBN 3-7913-0600-6 (biblhertz.it – Die Online-Version enthält auch die Textabbildungen (Grundrisse), aber nicht die 338 Abbildungen des Tafelteils.).
Elfriede Pokorny: Molise. Entdeckungsreise durch das ländliche Italien zwischen Adria und Apennin (= DuMont-Kunst-Reiseführer). DuMont Buchverlag, Köln 1994, ISBN 3-7701-2694-7.
Roger Willemsen, Ekkehart Rotter: Abruzzen und Molise. Romanische Abteien, trutzige Kastelle und Barockkirchen zwischen Hochgebirge und Adriaküste. Mit einem Beitrag von Elfriede Pokorny (= DuMont-Kunst-Reiseführer). DuMont Buchverlag, Köln 1998, ISBN 3-7701-4399-X.
Carlo Peretto, Antonella Minelli (Hrsg.): Preistoria in Molise. Gli insediamenti del territorio di Isernia, Aragne, Isernia 2006. (online, PDF)
Abruzzen und Molise Das Standardwerk von Otto Lehmann-Brockhaus zur Kunst und Geschichte der Abruzzen und des Molise (1983) in digitaler Neuausgabe; mit ausführlichem Ortsindex