Zum Inhalt springen

Londorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. April 2026 um 11:17 Uhr durch imported>Fan-vom-Wiki (Mittelalter: Leerzeichen eingefügt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Londorf
Gemeinde Rabenau
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1745)&title=Londorf 50° 41′ N, 8° 52′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1745) 50° 40′ 34″ N, 8° 51′ 41″ O
 {{#coordinates:50,676111111111|8,8613888888889|primary
dim=10000 globe= name=Londorf region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 224 (200–337) m ü. NHN
Fläche: 7,79 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1745 (2022)<ref name="Einwohner">Gemeinde Rabenau – Einwohnerstatistik. In: gemeinde-rabenau.de. Abgerufen im Februar 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1970
Postleitzahl: 35466
Vorwahl: 06407
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Londorf ist der nach Einwohnerzahl größte Ortsteil der Gemeinde Rabenau im mittelhessischen Landkreis Gießen. Der Ort ist Sitz der Gemeindeverwaltung von Rabenau und Sitz des Bürgermeisters.

Geographische Lage

Londorf liegt im Lumdatal zwischen Gießen, Marburg und Grünberg. Nachbarorte sind Kesselbach und Allertshausen sowie Allendorf (Lumda) und Nordeck.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die beiden Ersterwähnungen Londorfs finden sich im Codex Eberhardi und werden auf die Zeit zwischen 750 und 779 datiert. Dies war die Amtszeit des fuldischen Abtes Sturmius. Verfasst wurde das Kopiar des Klosters Fulda von dem Mönch Eberhard um 1160.<ref>Der Codex Eberhardi des Klosters Fulda. Hrsg. von Heinrich Meyer zu Ermgassen. Band 1. Marburg 1995. = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. 58, 1. I S. 263 f. = Edmund Ernst Stengel: Fuldisches Urkundenbuch. Marburg 1958. Band 1. Nr. 108, S. 180.</ref> Die Textstelle lautet: „… in eodem pago Lahngau omnem proprietatem et familiam suam in his villis: Lundorf …“ (im Lahngau sein ganzes Eigentum und Familien in diesen Dörfern: Lundorf u. a.) Hier wird bereits die Siedlungsform villis für Londorf angegeben. Eine weitere Nennung findet sich ebenfalls im Codex Eberhardi und datiert auf die gleiche Zeit: „… in pago Hessorum … in Luntdorfe.“ (im Hessengau in Luntdorfe).<ref>Heinrich Meyer zu Ermgassen: Codex Eberhardi 1 I S. 263f. = Edmund Ernst Stengel: Urkundenbuch des Klosters Fulda 1, Nr. 113, S. 182.</ref> Diese beiden Schenkungen stammten von Adelburch und Rudun. Es gibt weiterhin eine dritte Erwähnung des Ortes Londorf im Codex Eberhardi: „… proprietates suas in villa Altendorfe, Lantorfere marca.“ (Seine Besitzungen in Altendorf in der Londorfer Mark).<ref>Heinrich Meyer zu Ermgassen: Codex Eberhardi 1 I S. 269. = Edmund Ernst Stengel: Urkundenbuch des Klosters Fulda 1, Nr. 441, S. 476.</ref> Datiert wird diese Schenkung auf die Zeit zwischen 780 und 802, als Baugulf Abt war. Dabei handelt es sich um eine Übertragung von Gütern in Allendorf und Londorf an das Kloster durch Arnwic. Eine vierte Übertragung an das Kloster stammt ebenfalls aus der Zeit des Abtes Baugulf. „…in alia vero villa, Inferiore scilicet Lundorf.“<ref>Heinrich Meyer zu Ermgassen: Codex Eberhardi. I, S. 239. = Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 6, Nr. 91.</ref> Hier übertrug ein gewisser Meginrat dem Kloster Fulda 30 Morgen Land und ein ähnlich großes Waldstück und insgesamt 48 Manzipien.

Ein Eintrag aus der Zeit um 1300 listet Besitz des Mainzer Erzstifts auf: „… Sedes in Londorff: item Gewelshusen …“<ref>Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. S. 285.</ref>. (Sitze in Londorf, außerdem in Geilshausen.) Im Spätmittelalter finden wir auch zwei Erwähnungen von Ortsadligen. 1306 wird „Lodewicus dictus de Lundorp“ genannt<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 448, S. 316.</ref> und 1368 „her walther von Londorf“.<ref>Ludwig Baur: Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1851. Nr. 970, S. 590.</ref>

Der Ortsname Londorf leitet sich von dem durch ihn fließenden Fluss Lumda ab. Als ursprüngliche Namensform wird „Luna“ vermutet.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 240 f, S. 241.</ref> Ihr Mundartname „Lom“ ist noch heute zu erkennen: Londorf (Dorf an der Lumda).

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Londorf:

„Londorf (L. Bez. Grünberg) evangel. Pfarrdorf; liegt an der Lumda, 214 St. von Grünberg, und gehört der Freiherrlichen Familie von Nordeck zur Rabenau. Man zählt 120 Häuser und 844 Einwohner, die außer 103 Juden evangelisch sind. Unter den Einwohnern, die die Spinnerei und Leineweberei stark treiben, sind 57 Bauern, und 23 Handwerker. Der Ort hat 1 Kirche, 1 Schulhaus, 1 Rathhaus, 3 Mahl- und Oelmühlen und in der Nähe liegt die Burg Rabenau. Im Jahr 1822 hat die Freiherrl Familie von Nordeck zur Rabenau die patrimonialgerichtsherrliche PolizeiGerechtsame an den Staat abgetreten.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Londorf als Ortsteil von Rabenau

Die bis dahin selbständigen Gemeinden Londorf und Kesselbach fusionierten zum 1. Oktober 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen freiwillig zur neuen Gemeinde Rabenau.<ref>Zusammenschluss der Gemeinden Kesselbach und Londorf im Landkreis Gießen zur Gemeinde „Rabenau“ vom 5. Oktober 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 42, S. 2016, Punkt 1850 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 5,2 MB]).</ref> Zum 31. Dezember 1971 wurden die Gemeinden Allertshausen, Geilshausen, Odenhausen und Rüddingshausen eingegliedert.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 22 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für die Ortsteile Kesselbach und Londorf wurde ein gemeinsamer Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 21 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Rabenau, abgerufen im November 2021.</ref> Als Verwaltungssitz wurde das größere Londorf bestimmt.

Im Juni 2008 feierte Londorf sein 1250-jähriges Bestehen. Es war bis ins 20. Jahrhundert Sitz der Freiherren von Nordeck zur Rabenau. Noch heute wohnen deren Nachfolger, die Grafen von Schwerin und die Freiherren von Roeder zu Diersburg, in der sogenannten Unterburg.
siehe auch Burgstall Londorf

Vorlage:Hinweisbaustein

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Londorf angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Londorf das „Patrimonialgericht der Freiherren Nordeck zur Rabenau“ in Londorf zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. 1822 traten die Freiherren Nordeck zur Rabenau ihre Recht am Gericht Londorf an das Großherzogtum Hessen ab.<ref name="RB1822-177" /> „Landgericht Grünberg“ war daher von 1822 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht, das für Londorf zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Grünberg, Londorf wurde dem Amtsgericht Gießen zugelegt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 a) und Artikel 2, Abs. 4 d) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> Zwischen dem 1. Januar 1977 und 1. August 1979 trug das Gericht den Namen „Amtsgericht Lahn-Gießen“ der mit der Auflösung der Stadt Lahn wieder in „Amtsgericht Gießen“ umbenannt wurde. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

• 1577: 0048 Hausgesesse (mit Junkerwohnungen)<ref name="lagis" />
• 1669: 0328 Seelen<ref name="lagis" />
• 1742: 0004 Geistliche/Beamte, 70 Untertanen, 28 Junge Mannschaften, 20 Beisassen/Juden<ref name="lagis" />
• 1800: 647 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 802 Einwohner, 123 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 844 Einwohner, 120 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 828 Einwohner, 150 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Londorf: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2020
Jahr  Einwohner
1800
  
647
1806
  
802
1829
  
844
1834
  
847
1840
  
871
1846
  
900
1852
  
1.033
1858
  
903
1864
  
848
1871
  
840
1875
  
825
1885
  
769
1895
  
769
1905
  
880
1910
  
920
1925
  
952
1939
  
1.092
1946
  
1.418
1950
  
1.526
1956
  
1.567
1961
  
1.577
1967
  
1.656
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2005
  
1.977
2010
  
1.902
2011
  
1.818
2015
  
1.816
2020
  
1.738
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Rabenau<ref name="Einwohner" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Londorf 1818 Einwohner. Darunter waren 51 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 273 Einwohner unter 18 Jahren, 750 zwischen 18 und 49, 384 zwischen 50 und 64 und 411 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 738 Haushalten. Davon waren 189 Singlehaushalte, 219 Paare ohne Kinder und 243 Paare mit Kindern, sowie 78 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 162 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 469 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 741 evangelische (= 87,8 %) 103 jüdische (= 12,2 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 1342 evangelische (= 85,1 %), 222 römisch-katholische (= 14,1 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Historische Erwerbstätigkeit

• 1961: Erwerbspersonen: 134 Land- und Forstwirtschaft, 316 Produzierendes Gewerbe, 130 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 112 Dienstleistunge und Sonstiges.<ref name="lagis" />

Politik

Für Londorf und Kesselbach besteht ein gemeinsamer Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinden Londorf und Kesselbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neuen Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 55,43 %. Dabei wurden gewählt: je zwei Mitglieder der CDU und der „Freien Wähler“, je ein Mitglied der SPD und des Bündnis 90/Die Grünen sowie drei Mitglieder der Liste „Bürger für Rabenau“ (BfRab).<ref>Ortsbeiratswahl Londorf/Kesselbach. In: Votemanager. Gemeinde Rabenau, abgerufen im Februar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Dirk Waldschmidt (BfRab) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Londorf/Kesselbach. In: Bürgerinfoportal. Gemeinde Rabenau, abgerufen im Februar 2024.</ref>

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Der Ortsneckname für die Londorfer Bevölkerung ist Ohmbachschesser.

Dorfkirche

Ein bemerkenswertes Bauwerk ist die Evangelisch-lutherische Kirche Londorf, genannt Dom der Rabenau, mit gotischem Turm aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist die größte Kirche in der weiteren Umgebung bis nach Marburg. Sie wurde als Wehrkirche in Form eines Kreuzes vom Großherzoglichen Baumeister Dr. Carl Wilhelm Chr. Dieffenbach aus Friedberg erbaut. Infolge der Baufälligkeit wurde das Gotteshaus 1857/58 abgebrochen und von 1861 bis 1864 im neugotischen Stil errichtet; lediglich der Turm blieb erhalten.

Der Bau besteht aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, die durch je vier starke Steinsäulen auf jeder Seite voneinander getrennt sind. Wenn man die Kirche durch den Turmeingang betritt, fällt der Blick zuerst auf den Altar aus Lungstein, zu dem drei Stufen hinaufführen. Im Mittelschiff, links vom Mittelgang, steht der aus Lungstein gehauene zwölfeckige Taufstein. Die romantische Orgel, hergestellt von den Gebrüdern Link aus Gingen an der Brenz, besitzt zwei Manuale, 1400 Pfeifen, 22 Register und ist über 100 Jahre alt.

Der Dom der Rabenau ist die Mutterkirche aller Kirchen im Lumdatal. Die gesamte Kirche wurde 2005/2006 restauriert. Bei Grabungen wurden Steine des ersten Kirchengebäudes aus dem 8. Jhd. gefunden.

Seit 1955 gibt es auch eine katholische Kirche im Ort.

Burggarten

Mitten im Ortskern befindet sich der Burggarten, eine 15.382 m² große, angelegte Grünfläche. Er ist von einer Mauer aus dem in Londorf abgebauten Lungstein, einem seltenen Basalt, umfasst. Ursprünglich geplant und angelegt wurde der Park als Herrengarten in den Jahren 1820 bis 1830 von Baron Georg von Nordeck zur Rabenau und seinem Rentmeister Engel. Zehn Jahre später fand eine Erweiterung statt. 1842 wurde der im klassizistischen Stil entworfene Pavillon fertig. Später wohnte und wirkte der Dichter Rainer Maria Rilke unter anderem hier.

Seit Mitte der 1950er Jahre ist die Gemeinde Rabenau Pächter des Areals. Damit konnte seitdem die Bevölkerung das Areal zur Naherholung nutzen. Als 1962 der Verkehrsverein Rabenau gegründet wurde, begann die organisierte, aktive Nutzung. Auf einem Teilstück von 1600 m² in der Nähe des Haupttores befindet sich seit 1964 eine Minigolfanlage, welche 1999 renoviert wurde, sowie die seit 1992 eröffnete einzige Bouleanlage der Umgebung. Eine Gaststätte mit Biergarten schließt an das Gelände an.

Seit 1998 wird im Zweijahresrhythmus im Sommer die Anlage für ein Lichterfest genutzt.

Jedes Jahr im August findet der autofreie Sonntag im Lumdatal statt. Hierbei hat sich der Burggarten, mit dem dort veranstalteten Rahmenprogramm, als Station für die Rad- und Rollschuhfahrer, Wanderer und Spaziergänger herauskristallisiert.

Weitere Bauwerke

Da im Zweiten Weltkrieg nur die Schienen der Eisenbahn durch Bomben zerstört wurden, ist der alte Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern und 2 Backhäusern rund um die Dorfkirche gut erhalten. Ein Backhaus wird noch regelmäßig genutzt, das andere dient mittlerweile als Lagerplatz. Das Hofgut neben dem Burggarten wird seit vielen Jahren von der Familie Roswag bewirtschaftet. Auf dem Gelände der Unterburg findet sich, nahe dem Mühlgraben, der Klingelborn. Hier wurden früher von Kindern Zuckerstückchen in das Wasser geworfen, um so den Storch um ein Geschwisterlein zu bitten.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jedes Jahr im September findet der Michaelismarkt statt. Dieser wird von einigen Ausstellungen wie z. B. dem Kunstforum, an dem sich ausschließlich Künstler mit Bezug zur Rabenau beteiligen, begleitet.

Verkehr

Die Landesstraße L 3146 verbindet die zentralen Orte im Lumdatal. Rabenau verfügt über einen Autobahnanschluss an die A 5 im Osten. Westlich, in Staufenberg ist ein Anschluss an den Gießener Ring bzw. die autobahnähnlich ausgebaute B 3 a gegeben. Heute bedient die Buslinie 520 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) die Relationen nach Gießen. Londorf hat mit allen anderen Rabenauer Ortsteilen darin die Wabennummer 1434. Nächstgelegene Bahnstationen sind in Lollar oder Grünberg.

Bahnhof Londorf

Datei:Londorf (Bahnhof) (009).PNG
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs 2015

Londorf verfügt über einen Bahnhof an der Lumdatalbahn, die vom Bahnhof Lollar nach Grünberg führte. Seit 1981 findet jedoch kein Personenverkehr mehr statt. 1991 endete auch der Güterverkehr. Seit einigen Jahren existieren jedoch Planungen den SPNV zu reaktivieren.

Persönlichkeiten, geboren in Londorf

  • Ernst Köhler (1774–1829), Generalmajor in der Hessen-kasselschen Armee
  • Carl Engel von der Rabenau (1817–1870), Maler
  • Georg Nordeck zur Rabenau (1777–1858), Offizier und Landtagsabgeordneter
  • Jean Puth (1865–1933), Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau
  • Ebo Rothschild (1902–1977), Rechtsanwalt in Darmstadt, 1933 als Jude Berufsverbot, Emigration über Spanien und Frankreich nach Chile, 1955 Einwanderung nach Israel
  • Heinrich Weber (1868–1934), Forstwissenschaftler und Hochschullehrer

Literatur

Weblinks

Commons: Londorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Londorf, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 174 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 183 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 223 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 413 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1822-177"> Die Abtretung der Patrimonal-Gerichtsame der Freiherren von Nordeck zur Rabenau in dem Lohndorfer Grund, zur Ausübung durch den Staat betr. vom 4. März 1822. In: Großherzogliches Ministeriums des Inneren und der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1822 Nr. 15, S. 179 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 36,0 MB]). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 8 und 48, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein