Ludwig Blochberger
Ludwig Blochberger (* 3. Dezember 1982 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler und Musiker.
Leben
Ludwig Blochberger wurde 1982 in Ost-Berlin in eine Theaterfamilie hineingeboren. Sein Vater, der Schauspieler und Regisseur Lutz Blochberger, und seine Mutter, die Puppenspielerin Gitta Blochberger, studierten damals an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. 1984 zog die Familie nach Dresden, wo Blochberger 1991 für ein Jahr die Kreuzschule des Dresdner Kreuzchor besuchte. 1992 ging er nach Wien und wurde Teil der Wiener Sängerknaben. Bis 1995 gehörte er dem traditionsreichen Chor an – eine prägende Zeit, in der er eine fundierte musikalische Ausbildung erhielt und auf Konzertreisen nach Japan, Australien und in die USA früh internationale Bühnen kennenlernte.
Sein Schauspieldebüt gab er 1995 bei den Freilichtspielen Chur in Woyzeck (Regie: Felix Benesch) von Georg Büchner. Engagements am Burgtheater Wien folgten, darunter die Rolle des Prinzen Edward III. in Edward II. (Regie: Claus Peymann). 1999 kehrte Blochberger nach Berlin zurück. 2000 spielte er am theater 89 in Maienschlager (Regie: Hans-Joachim Frank) die Rolle des Jakob Glücksleben. Im selben Jahr war er im TV-Dreiteiler Die Manns – Ein Jahrhundertroman (Regie: Heinrich Breloer) an der Seite von Armin Mueller-Stahl zu sehen. 2001 begann er sein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, das er 2005 abschloss.<ref>Ludwig Blochberger bei Crew United, abgerufen am 29. August 2023</ref> Noch während der Ausbildung spielte er eine Hauptrolle im Fernsehfilm Der Vater meiner Schwester<ref>Klaudia Wick: Gut gemeinte Lügen. In: Berliner Zeitung. 8. März 2006, abgerufen am 27. August 2014.</ref> (Regie: Christoph Stark), der beim Filmfest München Premiere feierte und ihm eine Nominierung für den Undine Award als „Bester jugendlicher Charakterdarsteller“ einbrachte. Ebenso drehte er während seines Studiums die Kinofilme Sommersturm (Regie: Marco Kreuzpaintner) sowie das Oscar-prämierte Drama Das Leben der Anderen (Regie: Florian Henckel von Donnersmarck).
2005 folgten drei Tatort-Auftritte, darunter eine Hauptrolle im Frankfurter Tatort: Leerstand (Regie: Niki Stein). Im selben Jahr spielte er im Kinofilm Der letzte Zug (Regie: Joseph Vilsmaier / Dana Vávrová) den skrupellosen SS-Obersturmführer Crewes, welcher einen der letzten Deportations-Züge nach Auschwitz eskortiert. Ab 2005 verband ihn eine enge Zusammenarbeit mit Hans Neuenfels: In Schumann, Schubert und der Schnee bei der RuhrTriennale verkörperte Blochberger Franz Schubert. Es folgten Die Zauberflöte an der Komischen Oper Berlin, die Titelrolle in Baal<ref>Wolf Banitzki: Aufbegehren wäre angebracht. In: theaterkritiken.com. Abgerufen am 27. August 2014.</ref> 2007 am Münchner Volkstheater. Im gleichen Jahr übernahm er auch die Hauptrolle in der Uraufführung von Heil Hitler!<ref>Barbara Möller: Verrückt nach Adolf. In: Hamburger Abendblatt. 15. Januar 2007, abgerufen am 27. August 2014.</ref> (Regie: Lutz Blochberger) des Dramatikers Rolf Hochhuth. 2020 übernimmt er schließlich die Rolle des Pedrillo (Schauspieler) in der Mozart Oper Die Entführung aus dem Serail (Regie: Hans Neuenfels) an der Wiener Staatsoper.
Neben fiktionalen Rollen profilierte sich Blochberger wiederholt als Darsteller historischer Persönlichkeiten: 2009 als Wernher von Braun in Der Raketenmann – Wernher von Braun und der Traum vom Mond, 2012 als Sebastian Haffner in Mein Kampf mit Hitler – „Machtergreifung“ 1933, 2013 als Helmut Schmidt in Helmut Schmidt – Lebensfragen (Regie: Ben von Grafenstein), 2014 als Papst Innozenz III. in Sein Name war Franziskus (Regie: Liliana Cavani) sowie 2023 als Rudolf Höß, Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz, in Die Spaltung der Welt (Regie: Olga Chajdas).
Von 2014 bis 2017 spielte er Inspektor Riwal in Kommissar Dupin. Ab 2015 gehörte er als Kommissar Tom Kupfer zur Stammbesetzung von Der Alte und verließ die Reihe im Mai 2022.<ref>Glenn Riedmeier: „Der Alte“: Weiterer Hauptdarsteller steigt aus – und zwar schon in einer Woche auf www.wunschliste.de, 29. April 2022</ref> 2024 drehte Ludwig Blochberger die internationale Dramaserie Kabul (Regie: Olga Chajdas / Kasia Adamik), die beim Serienfestival Series Mania in Lille im Wettbewerb ihre Weltpremiere feierte.
Seit 2024 entwickelt Blochberger eigene Bühnenformate: In der Konzertlesung Das Buch der von Neil Young Getöteten nach Navid Kermani begleitet er sich in einer Solo-Performance selbst auf der Gitarre und singt Songs von Neil Young. 2025 feierte die musikalisch-literarische Revue Manfred Krug: Abgehauen nach dem autobiografischen Bestseller von Manfred Krug Premiere im Renaissance-Theater (Berlin), darin thematisiert er insbesondere Krugs Zeit vor seiner Ausreise aus der DDR und interpretiert Lieder aus dessen Repertoire.
Filmografie
Kinofilme
- 2004: Sommersturm
- 2006: Das Leben der Anderen
- 2006: Der letzte Zug
- 2008: Der Vorleser (The Reader)
- 2019: A Gschicht über d’Lieb
- 2025: Ungeduld des Herzens
Fernsehfilme
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- 1998: Wie eine schwarze Möwe
- 2001: Die Manns – Ein Jahrhundertroman
- 2002: Liebling, bring die Hühner ins Bett
- 2003: Die Stimmen
- 2004: Die Versuchung
- 2004: Die Konferenz
- 2005: Die letzte Schlacht
- 2005: Der Vater meiner Schwester
- 2007: Die Todesautomatik
- 2009: Ein geheimnisvoller Sommer
- 2009: Der Raketenmann – Wernher von Braun und der Traum vom Mond
- 2009: Liebling, weck die Hühner auf
- 2010: Bis nichts mehr bleibt
- 2013: Unsere Mütter, unsere Väter (Dreiteiler, Teil Eine andere Zeit)
- 2013: Mein Kampf mit Hitler – „Machtergreifung“ 1933
- 2013: Helmut Schmidt – Lebensfragen
- 2014: Sein Name war Franziskus
- 2016: Das Programm
Fernsehserien und -reihen
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- 2002: Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen (Folge Das Ultimatum)
- 2005–2006: Arme Millionäre (3 Folgen)
- 2005, 2012: SOKO Leipzig (verschiedene Rollen, 2 Folgen)
- 2005: Tatort: Leerstand
- 2005: Tatort: Im Alleingang
- 2006: Tatort: Sonnenfinsternis
- 2006, 2011, 2019: SOKO Köln (verschiedene Rollen, 3 Folgen)
- 2006, 2014, 2023: SOKO Wismar (verschiedene Rollen, 3 Folgen)
- 2007: Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (Folge Der Staatsanwalt)
- 2007, 2017: SOKO Donau (verschiedene Rollen, 2 Folgen)
- 2008, 2009, 2013: Der Alte (verschiedene Rollen, 3 Folgen)
- 2008: Küstenwache (Folge Der kalte Tod)
- 2008: Der Kriminalist (Folge Eiskalter Tod)
- 2008: Notruf Hafenkante (Folge Der Neue)
- 2008: Kommissar Stolberg (Folge Die besten Jahre)
- 2009: Ein starkes Team: Die Schöne vom Beckenrand
- 2009: Polizeiruf 110: Tod im Atelier
- 2009, 2014: SOKO Kitzbühel (verschiedene Rollen, 2 Folgen)
- 2011: Doctor’s Diary (Folge Oh je! Dein Ex auf Wein, das lass sein!)
- 2011: Der Staatsanwalt (Folge Tod einer Ehe)
- 2011: Danni Lowinski (Folge Komaheirat)
- 2012: Die Chefin (Folge Enthüllung)
- 2012: Ein Fall für zwei (Folge Mord im Callcenter)
- 2012: Lena Fauch und die Tochter des Amokläufers
- 2012: Spreewaldkrimi: Eine tödliche Legende
- 2012: Tatort: Alter Ego
- 2013: Bloch: Die Lavendelkönigin
- 2013: Letzte Spur Berlin (Folge Kontrollverlust)
- 2013: SOKO Stuttgart (Folge Eine Frage der Ehre)
- 2014–2017: Kommissar Dupin
- 2014: Bretonische Verhältnisse
- 2014: Bretonische Brandung
- 2015: Bretonisches Gold
- 2017: Bretonischer Stolz
- 2017: Bretonische Flut
- 2015–2022: Der Alte (als Kommissar Tom Kupfer)
- 2015: Kommissarin Heller: Schattenriss
- 2017: Die Spezialisten – Im Namen der Opfer (Folge Romeo)
- 2017: München Mord: Auf der Straße, nachts, allein
- 2022: Spreewaldkrimi: Die siebte Person
- 2024: Die Spaltung der Welt (2 Folgen)
Theater
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- 1996: Aschenbrödel (von Jewgeni Schwarz), Regie: Felix Benesch (Burgtheater Wien)
- 1998: Edward II. (von Christopher Marlowe), Regie: Claus Peymann (Burgtheater Wien)
- 2000: Maienschlager (von Katharina Gericke), Regie: Hans-Joachim Frank (theater 89)
- 2003: Tod eines Handlungsreisenden (von Arthur Miller), Regie: Dimiter Gotscheff (Deutsches Theater Berlin)
- 2003: Die Vögel (von Aristophanes), Regie: Christian Tschirner (Deutsches Theater Berlin)
- 2004: McKinsey kommt (von Rolf Hochhuth), Regie: Oliver Munk (Brandenburger Theater)
- 2005: Schumann, Schubert und der Schnee (von Hans Neuenfels), Regie: Hans Neuenfels (RuhrTriennale Bochum)
- 2006: Lulu (von Frank Wedekind), Regie: Maria Happel (Festspiele Reichenau)
- 2006: Die Zauberflöte (von Wolfgang Amadeus Mozart), Regie: Hans Neuenfels (Komische Oper Berlin)
- 2007: Heil Hitler (von Rolf Hochhuth), Regie: Lutz Blochberger (Akademie der Künste Berlin)
- 2007: Baal (von Bertolt Brecht), Regie: Hans Neuenfels (Münchner Volkstheater)
- 2007: Der Schwierige (von Hugo von Hofmannsthal), Regie: Christopher Widauer (Festspiele Reichenau)
- 2011: Heinrich und Kleist (von Gerhard Wimberger), Regie: Hermann Beil (Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt)
- 2013: Kleider machen Leute (von Gottfried Keller), Regie: norton.commander.productions (Theater an der Parkaue)
- 2014: Tod eines Jägers (von Rolf Hochhuth), Regie: Lutz Blochberger (Akademie der Künste Berlin)
- 2020: Auf ins All – Mit Musik durch Zeit und Raum, Regie: Nelly Danker (Philharmonie Luxembourg)
- 2020: Die Entführung aus dem Serail, Regie: Hans Neuenfels (Wiener Staatsoper)
- 2025: Ein Sommernachtstraum (von William Shakespeare), Regie: Maria Happel (Festspiele Reichenau)
Hörbuch
- 2019: Constantin Hoffmann: Ich musste raus – Wege aus der DDR. Musik: Stefan Weinzierl. 2 CDs, 118 min., Buchfunk Verlag, ISBN 978-3-86847-428-2
Lesung
- 2019: Constantin Hoffmann: Ich musste raus – Wege aus der DDR (nach dem im Buchfunk Verlag Leipzig erschienenen Hörbuch, Musik: Stefan Weinzierl)
- 2024: Navid Kermani: Das Buch der von Neil Young Getöteten (Konzertlesung)
- 2025: Manfred Krug: Abgehauen – Ludwig Blochberger & Goin' Out West Quintet (Konzertlesung)
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Ludwig Blochberger bei filmportal.de
- Ludwig Blochberger – offizielle Website
- Ludwig Blochberger bei der Künstleragentur Lux Talents
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Blochberger, Ludwig |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler und Musiker |
| GEBURTSDATUM | 3. Dezember 1982 |
| GEBURTSORT | Berlin |