Wimbern
Wimbern Gemeinde Wickede (Ruhr)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1328)&title=Wimbern 51° 28′ N, 7° 52′ O
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| Höhe: | 172 m | |||||
| Fläche: | 5,55 km² | |||||
| Einwohner: | 1328 (31. Dez. 2024)<ref name="einwohner">Zahlen, Daten & Fakten. Gemeinde Wickede (Ruhr), 31. Dezember 2024, abgerufen am 3. November 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 239 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1969 | |||||
| Postleitzahl: | 58739 | |||||
| Vorwahl: | 02377 | |||||
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Wimbern ist ein Ortsteil der Gemeinde Wickede (Ruhr), die dem nordrhein-westfälischen Kreis Soest angehört.
Größe und Lage
Wimbern hat eine Fläche von 5,55 km² und 1328 Einwohner zum 31. Dezember 2024.<ref name="einwohner" /> Die Bevölkerungsdichte beträgt somit 239 Einwohner pro km².
Wimbern ist stark landwirtschaftlich geprägt und ist der südlichste Ortsteil der Gemeinde Wickede. Hier befindet sich mit dem Bellingser Berg (241,3 m über NN) auch der höchste Punkt Wickedes.
Der Wimberbach ist über weite Strecken zum Naturschutzgebiet erklärt worden.<ref>abu-naturschutz.de</ref>
Geschichte
In Wimbern wurden Spuren aus der Jungsteinzeit gefunden. Der erste schriftliche Nachweis über Wimbern findet sich in der kleinen Isenberger Vogteirolle, die vor dem Jahre 1220 entstanden ist.<ref>Eberhard Goeke: Zur Geschichte Wimberns bis 1890. In: schuetzen.mccarron.de. Abgerufen am 21. Juli 2022.</ref>
Während der Mendener Hexenprozesse von 1628 bis 1631 wurden zwei Wimberner Männer als Hexer hingerichtet: Blesien Billi, der Frohne, und Franz Hellmich, der Lahme. Am 29. Oktober 1628 legten sie unter der Folter das verlangte Hexenbekenntnis ab, konnten aber aus dem Gefängnis im Turm der Stadtmauer fliehen. Sie stellten sich nach einigen Tagen freiwillig dem Gericht, um ihre Familien vor Vergeltungsmaßnahmen zu schützen, und wurden am 2. Dezember 1628 hingerichtet. Der Rat der Stadt Menden beschloss am 14. Dezember 2011 einstimmig, die in Menden verurteilten Opfer der Hexenprozesse zu rehabilitieren.<ref>Westfalenpost vom 15. Dezember 2011.</ref>
1816 wurde Wimbern zu einer wichtigen Station im Post-Transport des Postdienstes von Thurn und Taxis. Im ersten Postvertrag, den der von der Oberpostdirektion Arnsberg als preußischer Organisations-Kommissar eingesetzte Postsekretär Duesberg mit Severin Christoph Schlünder schloss, ist festgehalten, dass letztgenannter die „Posthalterey als Mittelstation zwischen Arnsberg, Soest und Iserlohn übernimmt und sich verbindlich macht, alle diese Station betreffenden Extraposten, Stafetten und Couriere, welche bei ihm wechseln, schleunigst und höchstens nach Ablauf einer Stunde weiter zu befördern.“<ref>Die Post kommt nach Wimbern. In: wimbern.info. Abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1870<ref>Die Bahn kam, die Post ging. In: wimbern.info. Abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> war die Ära der Postkutschen bereits beendet, als die Eisenbahn gebaut wurde und damit Wickede mit dem neu erbauten Bahnhof ein zentraler Umschlagplatz wurde. Die alte Poststation, die zwischen 1822 und 1824 entstanden ist, beherbergt heute ein Hotel und eine Gaststätte.<ref>Die Poststation entsteht. In: wimbern.info. Abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Gemeinde Wimbern gehörte ehemals zum Amt Menden, Landkreis Iserlohn. Seit dem 1. Juli 1969 ist Wimbern auf Grund des Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Soest und von Teilen des Landkreises Beckum ein Ortsteil der Gemeinde Wickede (Ruhr) im Kreis Soest.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Ein Handbuch zur kommunalen Neugliederung mit systematischen Übersichten und Verzeichnis der neuen und der aufgelösten Gemeinden. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 93.</ref>
Ehemaliges Marienkrankenhaus Wickede-Wimbern
Ab Ende 1942 wurde im Zuge der „Aktion Brand“ ein Barackenkrankenhaus errichtet. Dieses sollte als Ausweichkrankenhaus zur Unterbringung der Kranken und Verwundeten für die Städte Bochum, Dortmund und Hagen dienen. Die Baracken trugen den Namen „Sonderanlage Ruhr – Sauerland“. In ihnen waren Krankenräume mit 550 Betten und ärztliche Einrichtungen untergebracht.<ref>Die Steyler prägen Wimbern. In: wimbern.info. Abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Entgegen anders lautenden Berichten wurde das Barackenkrankenhaus nicht von den Nationalsozialisten für ihr Euthanasie-Programm verwendet. Dazu erklärte der Oberstaatsanwalt Maaß als Leiter der Zentralstelle im Lande Nordrhein-Westfalen für die Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen bei der Staatsanwaltschaft Dortmund:
„Die Ermittlungen haben zureichende Anhaltspunkte für Tötungsdelikte – insbesondere Euthanasie-Tötungen – nicht erbracht.“
Die Massengräber, die 2006 auf dem Gelände des Friedhofes in Barge gefunden wurden, waren zunächst mit dem Euthanasie-Programm in Verbindung gebracht worden; später stellte sich aber heraus, dass diese Gräber ein Ergebnis von eiligen Beisetzungen aus dem Krankenhaus in den Kriegswirren waren. Keiner der Toten war ein Mordopfer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg pachtete der Kreis Iserlohn die Anlage, ehe der Krankenhaus-Betrieb Anfang des Jahres 1950 eingestellt wurde. Die Steyler Missionsschwestern übernahmen schließlich im November 1950 das Barackenkrankenhaus und eröffneten es am 1. Januar 1951 unter dem neuen Namen Herz-Mariä-Krankenhaus.<ref>Die Steyler prägen Wimbern. In: wimbern.info. Abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Zuge des Krankenhaus-Neubaus in den späten 1960er-Jahren wurde den Steyler Missionsschwestern vom Land Nordrhein-Westfalen die Auflage erteilt, auf dem gleichen Gelände eine Pockenstation für das Land NRW zu errichten. Am 12. Februar 1969 wurde diese von Pater Gottschlich eingeweiht.<ref>Die Welt blickt nach Wimbern – Pockenalarm. In: wimbern.info. Abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 15. Januar 1970 erfolgte der erste Pockenalarm. Tags darauf wurde der erste Infizierte eingeliefert.<ref>Als Wimbern im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit stand. In: wimbern.info. Abgerufen am 26. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein 20-jähriger hatte die Pocken in das nördliche Sauerland eingeschleppt. Bei dem Pockenausbruch in Meschede wurden insgesamt 20 Personen infiziert. Die Erkrankten wurden im Marienhospital in Wimbern isoliert.<ref>Durchs Fenster. In: Der Spiegel. Nr. 7, 1970 (online).</ref> Nachdem die Weltgesundheitsorganisation 1980 die Pocken für ausgerottet erklärt hatte, wurde die Station zum Alten- und Pflegeheim St. Raphael umgebaut.
Das Krankenhaus musste zum 31. Dezember 2011 aus wirtschaftlichen Gründen den Betrieb einstellen und wurde abgewickelt.<ref>Homepage des Krankenhauses mit Einstellungsmitteilung, abgerufen am 6. Februar 2013.</ref> Seit 2015 ist im ehemaligen Krankenhaus eine Zentrale Unterbringungseinheit für Flüchtlinge eingerichtet. Das Alten- und Pflegeheim St. Raphael wird weiterhin vom Deutschen Orden als Seniorenzentrum betrieben.<ref>https://www.altenheim-wickede.de/ Seniorenzentrum St. Raphael</ref>
Ehemaliges Kloster Heilig-Geist
Die Steyler Missionsschwestern erwarben 1950 auf einen Hinweis der beiden Wimberner Ordensgeistlichen P. Josef Schröder und P. Josef Bilge von Max Freiherr von Boeselager aus dem Voßwinkeler Schloss Höllinghofen den Grund und Boden für das Heilig-Geist-Kloster. Sie bezogen es nach zweijähriger Bauphase im Frühjahr 1956. Am 2. Mai 1956 weihte Erzbischof Jaeger die Klosterkirche.<ref>Wimbern in den letzten 100 Jahren. In: schuetzen.mccarron.de. Abgerufen am 21. Juli 2022.</ref> Ende März 2024 wurde das Kloster geschlossen.<ref>Kloster schließt für immer: Ordensschwestern und Mitarbeiter verlassen Wickede. 16. Mai 2023, abgerufen am 17. Mai 2023.</ref> Die Klosterkirche wurde profaniert.
Wappen
Am 15. April 1937 wurde der damals eigenständigen Gemeinde Wimbern das Wappen verliehen. Die offizielle Beschreibung lautet: "Von Silber und Rot geteilt; oben ein halbes rotes Mühlrad mit neun schwarzen Schaufeln, unten ein gestürztes [auf den Kopf gestelltes] Faßeisen." Das Mühlrad weist zudem hin auf die alte Mühlentradition am Mühlenbach (Graberbach). Das untere Feld entspricht dem Wappen des alten Amtes Menden, wobei das gestürzte Faßeisen einem alten Gerichtssiegel des Kurkölnischen Gerichts Menden aus dem 18. Jahrhundert entnommen ist. Die Farben Rot und Silber stehen für Westfalen.<ref>Chronik. In: schuetzen.mccarron.de. Abgerufen am 21. Juli 2022.</ref>
Persönlichkeiten
- Gerhard Eikenbusch (* 1952 in Wimbern), deutscher Pädagoge und Schriftsteller
- Volker Fleige (* 1957 in Wimbern), 2009 bis 2015 Bürgermeister der Stadt Menden
- Matthias Machnig (* 1960 in Wimbern), deutscher Politiker (SPD)
- Stefan Neuhaus (* 1965 in Wimbern), Germanist und Professor
- Axel Müller (* 1978 Wimbern), Saxophonist und Multiinstrumentalist
Weblinks
- Website der Gemeinde Wickede (Ruhr)
- Ausführliche Geschichte von Wimbern als Festschrift des Schützenvereins
- Regional bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich K 21.01 Raum Wimbern bei LWL-GeodatenKultur des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Belege
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