Zum Inhalt springen

Schrumpfgermane

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. April 2025 um 16:53 Uhr durch imported>G-41614 (Verwendungsbeispiele: + Link entsprechend den anderen erwähnten Verwendern).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Schrumpfgermane ist eine ab 1926 umgangssprachlich abschätzige Bezeichnung für einen kleinwüchsigen Deutschen, besonders in der Zeit des Nationalsozialismus. Dieser Ausdruck wird vereinzelt noch gebraucht.<ref>www.duden.de</ref> Er nahm Bezug auf den NS-Rassenwahn, der den germanischen oder nordischen Idealtypus („groß, schlank, blond und blauäugig“) herausstellte.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde Adolf Hitlers Reichspropagandaminister Joseph Goebbels aufgrund seiner Behinderung – er hatte einen Klumpfuß – und seiner relativ geringen Körpergröße von Gegnern des NS-Systems, aber auch von Rivalen in den eigenen Reihen, spöttisch „nachgedunkelter Schrumpfgermane“ genannt. Der Diplomat Hans-Otto Meissner gab in seinen Memoiren an, dass seines Erachtens sein Freund Ernst Hanfstaengl der Erste gewesen sei, der die Wendung mit Bezug auf Goebbels geprägt habe.<ref>Hans-Otto Meissner: Junge Jahre im Reichspräsidentenpalais. Erinnerungen an Ebert und Hindenburg 1919–1934. Bechtle, München u. a. 1988, ISBN 3-7628-0469-9, S. 376.</ref>

Eine zärtliche Umdeutung erhielt der Begriff durch die 1968er Generation, als Hanns Dieter Hüsch „Schrumpfgermane“ als liebevolle Bezeichnung für ein deutsches Baby einführte. Im Wiegenlied in seinem Programm Das Wort zum Montag von 1968 heißt es: „Du kleiner Schrumpfgermane, du“. Auch diese Wortverwendung wird noch, neben der Verwendung als Schimpfwort oder abschätzige Bezeichnung, praktiziert.

Verwendungsbeispiele

Fußnoten

<references/>