Zum Inhalt springen

DKMS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. November 2025 um 15:01 Uhr durch imported>Fabienne Assmann (Kennzahlen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

DKMS Deutschland

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo DKMS.svg
Rechtsform gemeinnützige GmbH
Gründung 1991
Sitz Tübingen, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung Elke Neujahr, Deborah Buk, Stephan Schumacher
Mitarbeiterzahl 626 (2020)<ref name="GB2020">Konzernabschluss der DKMS gemeinnützige GmbH zum 31. Dezember 2020. In: Bundesanzeiger, 11. Januar 2022, abgerufen im Unternehmensregister am 18. Mai 2022.</ref>
Umsatz 108,6 Mio. Euro (2020)<ref name="GB2020" />
Branche Stammzellspenderdatei
Website www.dkms.de
Stand: 31. Dezember 2020

Die DKMS in Deutschland (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist eine gemeinnützige Organisation, die als DKMS Donor Center gGmbH<ref>Über uns. Abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref> mit Sitz in Tübingen firmiert. Haupttätigkeitsfeld ist die Registrierung von Stammzellspendern, mit dem Ziel, weltweit Blutkrebspatienten mit einer Stammzelltransplantation eine Heilung zu ermöglichen.

Unter dem Dach der DKMS Stiftung Leben Spenden arbeitet die DKMS Donor Center gGmbH als Tochtergesellschaft der DKMS Group gGmbH<ref>Über uns. Abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref> zusammen mit der DKMS Registry gGmbH, der DKMS Life Science Lab gGmbH, der DKMS Collection Center gGmbH und der DKMS Stem Cell Bank gGmbH. International ist die DKMS neben Deutschland mit Standorten in den USA, Polen, UK, Chile, Indien und Südafrika vertreten und arbeitet weltweit mit Stammzellspenderdateien und Registern zusammen, um gemeinsam die Situation für Patienten zu verbessern sowie diesen Zugang zu Therapien zu verschaffen.<ref name="DKMS-Jahresbericht-2018">DKMS Media Center - Alles über die DKMS. 15. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025.</ref>

Geschichte

Nachdem 1990 Mechtild Harf an Leukämie erkrankt war, gründete ihr Ehemann, der Manager Peter Harf, die Initiative Hilfe für Leukämiekranke. Er organisierte öffentliche Registrierungsaktionen, bei denen sich innerhalb weniger Monate 20.000 Spender eintragen ließen.<ref name="DKMS-Jahresbericht-2018" /><ref>DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mechtild Harf – Geschichte einer Leukämie-Patientin. (Memento vom 7. März 2014 im Internet Archive) medica.de, 3. Oktober 2001. Abgerufen am 2. Juni 2014.</ref> Bis dahin hatten sich in Deutschland nur etwa 3.000 potenzielle Stammzellspender registrieren lassen; in anderen Ländern lag die Zahl deutlich höher.<ref>So z. B. waren es in Großbritannien 170.000, in den USA 320.000.</ref> Aufgrund des Erfolgs seiner Aktion gründete Harf zusammen mit dem behandelnden Arzt seiner Ehefrau, Gerhard Ehninger, am 28. Mai 1991 in Tübingen die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft mbH.<ref name="DKMS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Angaben auf der DKMS-Website (Memento vom 27. September 2011 im Internet Archive)</ref> Mechtild Harf starb am 16. September 1991 an den Folgen ihrer Erkrankung.

Die DKMS ist eine von knapp 30 in Deutschland tätigen Organisationen zur Gewinnung und Vermittlung freiwilliger Stammzellspender.<ref>ZKRD - Informationen für Knochenmarkspender - Spenderdateien in Deutschland. Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref> Die zentrale Verwaltung der Daten aller deutschen Dateien obliegt dem Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschlands (ZKRD) in Ulm, über das auch sämtliche Suchläufe für potenzielle Stammzellspender für Patienten mit einer Erkrankung des blutbildenden Systems in Deutschland abgewickelt werden.

Die DKMS organisiert in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativgruppen und ehrenamtlich tätigen Einzelpersonen öffentliche Registrierungsaktionen und Online-Aktionen<ref>Jederzeit helfen! Online Registrierungen für Patienten › DKMS Media Center. 25. März 2020, abgerufen am 2. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> zur Neuaufnahme potenzieller Stammzellspender. Die Registrierung von Spendern wird darüber hinaus in Schulen, Universitäten, Vereinen, Verbänden und Unternehmen durchgeführt.

Mit dem look good feel better Programm der DKMS Deutschland werden seit 1995 kostenlose Kosmetikseminare für Krebspatientinnen angeboten, die jährlich von rund 10.000 Krebspatientinnen in Therapie in mehr als 1.500 Seminaren wahrgenommen werden.<ref>Über DKMS LIFE gemeinnützige GmbH - look good feel better. Abgerufen am 15. August 2024.</ref> Jährlich erhält das look good feel better Programm mehr als 180.000 Produktspenden von Partnerunternehmen aus der Kosmetikbranche, die an die Patientinnen weitergeben werden. Zum 1. August 2024 ist die ehemalige DKMS LIFE gGmbH mit der DKMS Donor Center gGmbH verschmolzen und wird als Programm der DKMS weitergeführt.<ref>Veröffentlichungen: Baden-Württemberg Amtsgericht Stuttgart HRB 787844. In: Gemeinsames Registerportal. Land Nordrhein-Westfalen vertreten durch das Justizministerium, 7. August 2024, abgerufen am 15. August 2024 (Eintragung DKMS Donor Center gGmbH im Handelsregister Amtsgericht Stuttgart HRB 787844 (Seite 4, Spalte 6)).</ref>

Die DKMS Group gGmbH ist eine hundertprozentige Tochter der DKMS Stiftung Leben Spenden. Die Schwerpunkte der Stiftung sind die Förderung von wissenschaftlichen Projekten sowie Maßnahmen und Einrichtungen zur Verbesserung der Patientenbetreuung und -nachsorge. Sie stellt die Einhaltung des Gesellschaftszwecks sicher und fällt strategische Richtungsentscheidungen für die DKMS und ihre Tochterorganisationen. Die Stiftung vergibt den DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis.<ref>DKMS Mechtild Harf Wissenschaftspreis › DKMS Media Center. 12. April 2017, abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref> Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 2001 jährlich vergeben und würdigt die Arbeit und Forschung international anerkannter Mediziner auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation. Darüber hinaus fördert die Stiftung Forschungsprojekte im Bereich der Blutkrebsforschung und vergibt im Rahmen des John Hansen Research Grant jährlich bis zu vier Stipendien von jeweils 240.000 Euro an Nachwuchswissenschaftler.<ref>John Hansen Research Grant 2021. 1. April 2019, abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref>

Bis einschließlich 2013 feierte die DKMS in Deutschland am 28. Mai den Tag der Lebensspende, der 2001 anlässlich des zehnjährigen Bestehens der DKMS ins Leben gerufen wurde,<ref>DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erster Tag der Lebensspende – DKMS wird 10 Jahre. (Memento vom 13. April 2014 im Internet Archive) medica.de, 28. Mai 2001, abgerufen am 2. Juni 2014.</ref> um auf die Wichtigkeit des Themas Blutkrebs hinzuweisen. Aufgrund der weltweiten Relevanz entstand daraus der World Blood Cancer Day als übergeordneter Tag für alle, die ihre Solidarität mit Blutkrebspatienten zeigen und sich engagieren wollen.<ref>Bitte teilen: 28. Mai ist DKMS World Blood Cancer Day! Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref>

Zum 1. Juni 2023 erfolgte die Umfirmierung der DKMS gemeinnützige GmbH in die DKMS Group gGmbH und die Ausgliederung weiterer Geschäftsbereiche in die DKMS Donor Center gGmbH.<ref>Über uns. Abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref> Elke Neujahr ist seit 2019 globale CEO der DKMS<ref>Unser Global Executive Team. Abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref> mit ihren nationalen und internationalen Standorten und Vorsitzende der Geschäftsführung der DKMS Donor Center gGmbH.<ref>Elke Neujahr rückt an die Spitze der DKMS, healthcaremarketing, 25. April 2013</ref> Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der DKMS Stiftung Leben Spenden ist seit November 2021 Katharina Harf, die auch als globale Botschafterin der DKMS aktiv ist. Der Stiftungsrat setzt sich zusammen aus den Familienmitgliedern Peter Harf (Gründer) und seiner Tochter Viktoria von Wulffen, sowie Thomas Klingebiel, ehemaliger Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt der Goethe-Universität. Der Beirat ist für die Wahl und Beratung der Mitglieder des Stiftungsvorstands zu verschiedenen Themen verantwortlich.<ref>Foundation Board. Abgerufen am 24. Februar 2025.</ref> Vorsitzender des Medizinischen Beirats der DKMS ist seit November 2021 der Mediziner und Wissenschaftler Marcel R.M. van den Brink.<ref>Das Medical Council – unser medizinischer Beirat. Abgerufen am 1. Dezember 2021.</ref>

Kennzahlen

Bei der DKMS sind weltweit über 13 Millionen Menschen als potenzielle Knochenmark- und Stammzellspender registriert, davon über 8 Millionen in Deutschland.<ref>DKMS Media Center - Alles über die DKMS. 15. Januar 2025, abgerufen am 21. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bezogen auf den Anteil der in Deutschland lebenden Spender verfügt die DKMS über etwa 73 % aller in Deutschland typisierten Spender (ca. 10,1 Millionen, Stand Oktober 2021)<ref>Spenderzahlen - ZKRD. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Juni 2019; abgerufen am 18. Juni 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/zkrd.de</ref> und über etwa 28 % aller weltweiten Spender (ca. 41 Millionen, Stand Oktober 2021).<ref>WMDA Total Number of Donors and Cord blood units. Abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref><ref group="A">An der Initiative Bone Marrow Donors Worldwide (BMDW) nehmen nicht alle Spenderdateien teil, weshalb die Zahl der tatsächlichen registrierten Spender höher liegen kann.</ref> Die DKMS ist damit die führende Stammzellspenderdatei weltweit.

Insgesamt wurden bis Dezember 2024 weltweit über 120.000 Knochenmark- bzw. Stammzellspenden von der DKMS vermittelt, davon mehr als 98.000 von DKMS Deutschland.<ref>DKMS Media Center - Alles über die DKMS. 15. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dem gegenüber stehen ca. 44.000 Blutkrebs-Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr.

Mittlerweile werden täglich weltweit durchschnittlich 25 Stammzelltransplantate von DKMS-Spendern an Patienten im In- und Ausland vermittelt, davon 18 von DKMS Deutschland.<ref>DKMS Media Center - Alles über die DKMS. 15. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2024 beschäftigten alle DKMS-Unternehmen zusammen weltweit mehr als 1.400 Mitarbeiter. Im Jahr 2024 konnte die DKMS in Deutschland rund 344.000 neue Stammzellspender aufnehmen und über 7.700 Stammzellspenden an Blutkrebspatienten vermitteln.<ref>DKMS Media Center - Alles über die DKMS. 15. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025.</ref>

Spenderrichtlinien

Als potenzielle Stammzellspender kommen für die DKMS alle Personen von 18 bis 60 Jahren in Frage (eine Registrierung als möglicher Spender ist ab 17 und bis 55 Jahre möglich), die keine Vorerkrankungen des blutbildenden Systems oder diverse andere gesundheitliche Probleme haben (u. a. viele Atemwegserkrankungen, jegliche Form von Krebs oder Dysfunktion einer oder mehrerer endokriner Drüsen). Ausgeschlossen sind außerdem Personen, die Medikamente einnehmen, welche unter die Ausschlusskriterien fallen.<ref>DKMS – Häufige Fragen DKMS-Website, abgerufen am 11. Januar 2015.</ref>

Die Aufnahme in die Datei kann auf mehrere Arten erfolgen: Zum einen über eine Registrierung auf einer öffentlichen Aktion der DKMS. Hierbei wird ein Wangenschleimhautabstrich mithilfe von drei so genannten „Buccal Swabs“ (spezielle medizinische Wattestäbchen) gemacht, der dazu dient, die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) sowie weitere transplantationsrelevante Marker und Merkmale der jeweiligen Person zu bestimmen.<ref>Qualität kann Leben retten › DKMS Media Center. 25. August 2017, abgerufen am 8. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit Oktober 2017 wird ausschließlich auf diesem Weg registriert und kein Blut mehr entnommen, um Aufwand für den Spender und Zeit bei der Typisierung zu sparen. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind gleichwertig mit einer Blutabnahme.<ref>Ein Swab kann Leben retten. Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref> Des Weiteren kann man sich online bei der DKMS registrieren lassen und erhält darüber ein Registrierungsset zugesendet, mit dem die Registrierung von zu Hause aus vorgenommen werden kann.<ref>Spender werden. Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref>

Finanzierung

Die DKMS erhielt in ihren ersten Jahren zusätzlich zu Geldspenden von Privatpersonen und Unternehmen eine Anschubfinanzierung durch die Deutsche Krebshilfe sowie das Bundesministerium für Gesundheit, die 1994 ausgelaufen ist. Seit Mitte 1994 ist die DKMS für den weiteren quantitativen Ausbau der Datei allein auf Spenden angewiesen.

Seitdem erhält die DKMS finanzielle Zuwendungen überwiegend in Form von Geldspenden von Privatpersonen und Unternehmen sowie durch Pauschalen der Gesundheitssysteme. Diese Gelder fließen zum Großteil in die Neuspenderregistrierung und die Aktualisierung des vorhandenen Datensatzes. Außerdem forscht die DKMS für die Verbesserung der Typisierungsqualität, um eine bessere Übereinstimmung von Spender und Patienten zu erreichen. International baut die DKMS zudem weitere Standorte auf, um die genetische Vielfalt abzubilden und schafft so weltweit Heilungsmöglichkeiten für Blutkrebspatienten.<ref name="DKMS-Jahresbericht-2018" />

Die DKMS lässt alle Spenderproben im DKMS Life Science Lab in Dresden typisieren, dem weltweit größten HLA-Typisierungslabor.<ref>Schatzkammer des Lebens öffnet die Türen › DKMS Media Center. 18. September 2019, abgerufen am 8. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Kosten einer Registrierung betrugen 1991 noch 600 DM (rd. 307 Euro). Pro Registrierung bittet die DKMS dank fortgeschrittener Labortechnik mittlerweile um eine Geldspende in Höhe von 50 Euro.<ref>DKMS Geld spenden. Abgerufen am 27. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Kosten für die Ersttypisierung bei der Registrierung können die Spender selbst übernehmen, dies ist jedoch freiwillig. Aus diesem Grund können Paten die Kosten für Spendenwillige übernehmen, die diese nicht selber tragen möchten. Firmenaktionen werden von den Unternehmen im Rahmen einer Kostenübernahme finanziert.<ref name="DKMS-Jahresbericht-2018" /> Alle weiterführenden Typisierungen zur Vorbereitung einer konkreten Stammzelltransplantation wurden von Anfang an durch die Krankenkassen finanziert, die seit 1995 auch die Mittel für den Dateibetrieb (Personal, EDV) zur Verfügung stellen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Über die DKMS. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dkms.de DKMS-Website, abgerufen am 2. Juni 2014.</ref>

Wissenschaftliche Forschung

Um langfristig die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung von Blutkrebspatienten zu erhöhen, gründete die DKMS im April 2013 die Fachabteilung Clinical Trials Unit (CTU) in Dresden. Sie versteht sich als interdisziplinäres Netzwerk und arbeitet weltweit und im Verbund mit nationalen und internationalen Transplantationszentren und Forschergruppen an der Organisation und Durchführung richtungsweisender klinischer Studien.

Ziel der Clinical Trials Unit ist es, klinische Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Behandlung von Blutkrebs zu initiieren und zu unterstützen. Schwerpunkt der Forschung ist die allogene Blutstammzelltransplantation. Sie führt eigene klinische Studien durch, um die bestmögliche Behandlung für Patienten zu finden und Stammzelltransplantationen wirksamer zu machen. Außerdem fokussiert sie sich auf Forschungsprojekte zur Rolle der Natürlichen Killerzellen (NK-Zellimmunsystem) nach Stammzelltransplantationen.<ref>Wir forschen für das Leben › DKMS Media Center. 27. Juli 2017, abgerufen am 8. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

DKMS Group

DKMS Life Science Lab

Die DKMS Life Science Lab gGmbH in Dresden ist eines der größten HLA-Typisierungslabore weltweit. Pro Jahr können hier bis zu 1,2 Millionen Spenderproben analysiert werden.<ref>DKMS Life Science Lab - About Us. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Oktober 2019; abgerufen am 8. Oktober 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dkms-lab.de</ref> Im DKMS Life Science Lab wird genetisches Material (DNA) von potenziellen Stammzellspendern aus Wangenabstrichen isoliert. In einem HLA-Typisierung genannten Prozess werden diese DNA-Proben analysiert, um das exakte genetische Profil der menschlichen Kompatibilitätsgene für jeden neu registrierten Spender zu bestimmen. Diese Profile sind die Grundlage, um passende Spender für Patienten zu finden, die eine Stammzelltransplantation benötigen. Nur eine weitgehende Übereinstimmung der HLA-Merkmale zwischen Spender und Patient minimiert das Risiko von Komplikationen nach der Transplantation.<ref>Die Schatzkammer: Wo einst Gold lagerte, ruhen jetzt die Daten von Millionen Stammzellspendern. 4. Juni 2019, abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref> Im DKMS Life Science Lab kommen moderne biotechnologische Verfahren zum Einsatz. 2013 wurde eine neue Sequenziertechnologie, das NGS (Next-Generation-Sequencing-)Verfahren, für hochparallele Hochdurchsatztypisierung etabliert.<ref>Experten-Interview: Das passiert im DKMS-Labor mit neuen Proben › DKMS Media Center sagt: Neue Spender: Das passiert im Labor mit ihren Proben › DKMS Insights. Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref>

DKMS Stem Cell Bank

Die DKMS gGmbH betreibt mit der DKMS Stem Cell Bank gGmbH eine Stammzellbank für die Herstellung, Einlagerung, und Abgabe von kryokonservierten peripheren Blutstammzellen nicht verwandter Spender. Die Präparate werden weltweit für Patienten mit einer Indikation für eine allogene Stammzelltransplantation zur Verfügung gestellt. Damit können Stammzellprodukte zukünftig schneller bereitgestellt werden.<ref>DKMS gründet Stammzellbank für Blutkrebspatienten › DKMS Media Center. 21. April 2020, abgerufen am 16. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Die DKMS Stem Cell Bank gGmbH mit Sitz in Dresden ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der DKMS Group gGmbH, unter deren Dach auch die DKMS Nabelschnurblutbank betrieben wird. Deren Aufgabe ist es, Nabelschnurblutspenden für die Allgemeinheit zu sammeln, aufzuarbeiten, einzulagern und an Patienten zu vermitteln.<ref>Kontakt und Impressum der DKMS Nabelschnurblutbank. Abgerufen am 27. August 2020.</ref> Seit 1997 fördert die DKMS die Einlagerung von Nabelschnurblut, zunächst als Drittmittelprojekt am Universitätsklinikum Dresden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Nabelschnurblutspende. (Memento vom 7. Juni 2014 im Internet Archive) dkms-nabelschnurblutbank.de, abgerufen am 5. Juni 2014.</ref>

Nabelschnurblutstammzellen werden aus dem Blut gewonnen, das sich nach der Abnabelung des Babys noch in der Nabelschnur und der Plazenta befindet. Das Nabelschnurblut enthält Stammzellen und ist somit neben dem Knochenmark und dem peripheren Blut (nach Stammzellmobilisierung) eine weitere Stammzellquelle.

DKMS Registry

Die DKMS Registry gGmbH wurde 2020 als unabhängiges und internationales Tochterunternehmen gegründet, um den Suchprozess nach einem passenden Spender für Blutkrebspatienten weiter zu verbessern und zu beschleunigen. Damit macht die DKMS die Profile der Spender, deren Qualität und Informationsgehalt über den allgemeinen Standard hinausreicht, für die weltweite Suche vollständig sichtbar. Das ermöglicht es den Transplantationskliniken, genauer nach dem „genetischen Zwilling“ ihres Patienten zu suchen.<ref>DKMS Registry. Abgerufen am 29. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Organisationen wie das DKMS Registry verwalten Datenbanken, in denen alle registrierten potenziellen Stammzellspender weltweit mit ihren HLA-Merkmalen zu finden sind. Ihre Daten werden vorher pseudonymisiert, sodass Rückschlüsse auf ihre Person bei der Suche nicht möglich sind. Die behandelnden Ärzte der Transplantationskliniken können mithilfe der meist nationalen Stammzellspenderregister, die untereinander weltweit vernetzt sind, nach einem passenden Spender für ihren Patienten suchen.

DKMS Collection Center

Die DKMS Collection Center gGmbH ist eines der sogenannten Entnahmezentren, in denen die Stammzellspende stattfindet. Die Stammzellen der Spenderin oder des Spenders werden dort entweder ambulant (periphere Spende) oder mit einem kleinen operativen Eingriff (Knochenmarkentnahme) entnommen.

Am Standort Dresden hat das DKMS Collection Center zum 1. April 2023 als gemeinnützige GmbH seine Arbeit aufgenommen.<ref>Erstes DKMS Entnahmezentrum in Dresden eröffnet › DKMS Media Center. 14. April 2023, abgerufen am 18. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Möglich wurde dies durch eine Ausgliederung von Teilen des Cellex Collection Centers Dresden auf die DKMS. Am 1. August 2023 folgte das Entnahmezentrum in Köln.<ref>Gesund sein und anderen helfen, es zu werden. Abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref>

Internationale Niederlassungen

Im Jahr 2004 begann die DKMS Gruppe, international zu expandieren. Zunächst entstand eine Tochtergesellschaft in den USA, 2009 folgte Polen, 2011 Spanien (bis 2018), 2013 Großbritannien und 2018 Chile. Seit 2019 ist die DKMS in Indien und seit 2020 in Afrika aktiv.<ref>DKMS Media Center - Alles über die DKMS. 15. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mit ihrem globalen Engagement verfolgt die DKMS das Ziel, die Situation für Blutkrebspatienten auf der Welt zu verbessern, indem möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen HLA-Merkmalen als Spender zur Verfügung stehen.

75 Prozent der Entnahmen von DKMS-Spendern in Deutschland gehen ins Ausland. Damit versorgt die DKMS Patienten aus 56 Ländern an rund 600 Kliniken mit Stammzelltransplantaten. Heute sind 27 Prozent der weltweit gelisteten Spender bei der DKMS registriert, 35 Prozent der weltweiten Stammzellentnahmen werden durch DKMS-Spender ermöglicht.<ref name="DKMS-Jahresbericht-2018" />

Kritik

In Spanien wird die DKMS wegen der Höhe der Kosten, die sie für die Knochenmarkspende in Rechnung stellt, kritisiert. Mit rund 14.500 Euro verlangt sie etwa 6.000 Euro mehr als die Fundación Carreras.<ref>El País vom 18. Januar 2012</ref> Im Januar 2012 verbot das spanische Gesundheitsministerium der erst im Monat zuvor in Spanien tätig gewordenen DKMS, weiter für Knochenmarkspenden zu werben, da sie nicht über die vorgeschriebenen Genehmigungen verfüge und somit illegal arbeite. Die DKMS wies diese Vorwürfe zurück und betonte, ihre Tätigkeit in Spanien sei durch europäisches und spanisches Recht gedeckt.<ref>Spanien sperrt DKMS aus in www.aerztezeitung.de vom 18. Januar 2012.</ref><ref name="tagblatt">DKMS widerspricht, illegal Spender geworben zu haben in www.tagblatt.de vom 19. Januar 2012.</ref> Außerdem seien die Preise für den grenzüberschreitenden Versand von Transplantaten in beide Richtungen vergleichbar hoch.<ref name="tagblatt" /> Spanien hat die Arbeit der DKMS in Spanien durch eine Gesetzesänderung stark eingeschränkt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spanien gegen deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS: „Wir brauchen keine Hilfe!“ (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive) In: SAZ. 22. Januar 2012.</ref><ref>DKMS geht im Ausland auf Suche. In: Ärzte-Zeitung. 29. Mai 2012.</ref> Im Februar 2018 begann die Auflösung der Fundación DKMS España, da es nach eigenen Angaben in den vergangenen sieben Jahren nicht gelungen ist, in Spanien ein Knochenmarkspenderzentrum zu etablieren.<ref>DKMS. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Februar 2018; abgerufen am 7. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dkms.es</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: DKMS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references /> <references group="A" />

Vorlage:Hinweisbaustein