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Camorino

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Camorino
Datei:Camorino-coat of arms.svg
Wappen von Camorino
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton TessinDatei:CHE Ticino COA.svg Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bellinzonaw
Kreis: Kreis Bellinzona
Gemeinde: Bellinzonai2
Postleitzahl: 6528
frühere BFS-Nr.: 5004
Koordinaten: 720990 / 113688Koordinaten: 46° 9′ 50″ N, 9° 0′ 18″ O; CH1903: 720990 / 113688
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Höhe: 223 m ü. M.
Fläche: 8,27 km²
Einwohner: 2809 (31. Dezember 2016)
Einwohnerdichte: 340 Einw. pro km²
Website: www.bellinzona.ch
Datei:Fortini della Fame (Camorino) I.jpg
Blick auf Camorino von Ai Scarsitt
Blick auf Camorino von Ai Scarsitt
Karte
w{w
Datei:Karte Gemeinde Camorino 2010.png
Gemeindestand vor der Fusion am 1. April 2017
Datei:ETH-BIB-Camorino, Giobiasca-LBS H1-025380.tif
Werner Friedli (Fotograf): Camorino, historisches Luftbild (1964)
Datei:Chiesa di San Martino (Camorino).jpg
Pfarrkirche San Martino
Datei:Garden Center Camorino 01 11.jpg
Bürgi Garden Center

Camorino (lombardisch Camurign <templatestyles src="IPA/styles.css" />[kamuˈriŋ]<ref name="lsg">Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 216.</ref>) ist ein Ortsteil der Gemeinde Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin. Bis zum 1. April 2017 bildete er eine selbständige politische Gemeinde, die zum damaligen Kreis Giubiasco gehörte.

Geographie

Camorino liegt südlich des Zentrums von Bellinzona an der Morobbia. Zur ehemaligen Gemeinde gehören die Fraktionen Scarsetti, Margnetti, Arla, Comelina, Camorino, Storni und Monti.

Geschichte

Camorino wurde 1237 erstmals im Zusammenhang mit Gütern des Kapitels der Stiftskirche San Pietro in Bellinzona erwähnt. Der Name geht auf ca «Haus» (von lateinisch casa) und mulin «Mühle» (von spätlateinisch *molīnum) zurück und bedeutet «als Mühle fungierendes Haus, Mühle».<ref name="lsg" />

Die heutige Pfarrkirche San Martino stammt aus dem Jahr 1553 und wurde 1888 vollständig renoviert; vom romanischen Vorgängerbau haben sich keine Spuren erhalten.

Am 2. April 2017 schloss sich Camorino gleichzeitig mit den damaligen Gemeinden Claro, Giubiasco, Gnosca, Gorduno, Gudo, Moleno, Monte Carasso, Pianezzo, Preonzo, Sant’Antonio und Sementina der Gemeinde Bellinzona an. Camorino bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.<ref>Patriziato di Camorino (mit Fotos) (italienisch) auf patriziatocamorino.ch</ref>

Bevölkerung

Die Bevölkerungszahl blieb über die Jahrhunderte konstant (1600 420, 1900 405, 1950 702 Einwohner) und stieg erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts stark an (Jahr 2000: 2210 Einwohner).Vorlage:Säulendiagramm

Wappen

Blasonierung: In Rot ein goldenes Mühlerad über zwei blauen Wellen auf silbernem Grund. Das Mühlerad bezieht sich auf die Mühle namens Maglio, die zusammen mit einem anderen Haus einen Erdrutsch unbeschadet überstanden haben soll, während der Rest des Dorfes zerstört wurde.

Wirtschaft

Ursprünglich war Camorino ein Bauerndorf, daneben gab es Handwerker, eine Strickwaren- und Teigwarenproduktion sowie eine Mühle. Mangels Arbeitsplätzen emigrierten Einwohner nach Amerika. Der Ort wird heute von Transitstrassen und Bahnlinien durchquert, und die meisten Einwohner sind Pendler.

Sehenswürdigkeiten

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  • Pfarrkirche San Martino<ref name="Martinoli">Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 45, 48.</ref><ref>Pfarrkirche San Martino: Marmorportal (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc</ref>
  • Festungen, genannt Fortini della Fame (Ingenieur: Hauptmann Johann Caspar Wolff): In den Jahren 1853–1854 wurde südlich von Bellinzona ein Teilstück der von Guillaume-Henri Dufour entworfenen Befestigungslinie gebaut. Tessiner, die 1853 aus dem Lombardo-Venezianischen Königreich ausgewiesen worden waren, wurden im Sinne einer Arbeitsbeschaffungsmassnahme beauftragt, zwischen Sementina und Camorino eine Verteidigungslinie zu bauen, die als «Hungerfestungen» (Fortini della Fame) bekannt wurden. Man befürchtete, dass Österreich von der besetzten Lombardei aus das Tessin angreifen könnte, weil die Bevölkerung trotz grosser Armut tausenden von politischen Flüchtlingen und Verschwörern Zuflucht gesichert hatte. Die fünf Türme der Fortini von Camorino sind in der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin aufgeführt<ref name="Martinoli" /><ref>Fortino della fame (Foto)</ref>

Sport

Datei:Fortini della Fame (Camorino) XV.jpg
Turm 5: Piano delle Borre

Kultur

Persönlichkeiten

  • Carlo Morelli (* um 1620 in Camorino; † um 1680 ebenda), Architekt, wirkte im Königspalast von Turin und im Vatikanstadt unter Papst Innozenz XI.<ref>Celestino Trezzini: Carlo Morelli. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8, Supplement, Attinger, Neuenburg 1934, S. 116 (PDF; Digitalisat), abgerufen am 9. Oktober 2017</ref>
  • Federico Ghisletta (* 1907 in Camorino; † 1989 in Bellinzona), Politiker (SP), Gemeindepräsident von Camorino, Tessiner Grossrat, Staatsrat, Präsident der Tessiner Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP)
  • Fritz Peter (* 1925 in Camorino; † 1994 in Oberrieden ZH), Konzert- und Opernsänger

Literatur

Weblinks

Commons: Camorino – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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