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Acyloine

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Acyloine
Datei:Acyloins Group General Formulae V.1.png
Strukturformel von Acyloinen mit der charakteristischen α-Hydroxyketogruppe (blau markiert). Die Reste R1 und R2 sind Organyl-Reste (Alkyl-Reste, Aryl-Reste, Aklylaryl-Reste etc.); gestrichelt gezeichnet ist die Wasserstoffbrückenbindung zwischen dem Carbonyl-Sauerstoffatom und dem Wasserstoffatom der Hydroxygruppe.

Acyloine sind eine Verbindungsklasse der organischen Chemie, die an benachbarten Kohlenstoffatomen eine Ketogruppe und eine Hydroxygruppe besitzen.<ref name="Meyer">Hans Meyer: Synthese der Kohlenstoffverbindungen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-36309-6, S. 158 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Es handelt sich also um α-Hydroxyketone. Sie sind also die aliphatischen Analoga und eine Sonderform der Benzoine, bei denen beide Reste R1 und R2 Arylreste (z. B. Phenylreste) sind.<ref name="und Schlagwortreaktionen in der Organischen Chemie">Wolfgang Uhl: Namen und Schlagwortreaktionen in der Organischen Chemie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-663-02002-8, S. 186 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Acyloine bilden intramolekulare Wasserstoffbrücken.

Nomenklatur

Der Begriff „Acyloin“ wird üblicherweise als Klassenname für die symmetrischen Ketoalkohole verwendet, und der Name der einzelnen Verbindung wird durch Anhängen des Sufix oin an den Stammnamen der Säure, der dem Acyloin entspricht, abgeleitet, z. B. Acetoin, Propionoin, Butyroin, Pivaloin usw.<ref>Organic Reactions. 1. Auflage. Wiley, 2004, ISBN 0-471-26418-0, doi:10.1002/0471264180.or004.04.</ref>

Vorkommen

Acyloine kommen natürlich in einigen Nahrungs- und Genussmitteln (wie Sherry) vor.<ref>Mark Rizzacasa, Michael Ricca: Chemistry and Biology of Acyloin Natural Products. In: Synthesis. Band 55, Nr. 15, 2023, S. 2273–2284, doi:10.1055/a-2004-1228.</ref><ref>Jan Velisek, Richard Koplik, Karel Cejpek: The Chemistry of Food. John Wiley & Sons, 2020, ISBN 978-1-119-53765-6, S. 575 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Frauke Neuser, Holger Zorn, Ralf G. Berger: Generation of Odorous Acyloins by Yeast Pyruvate Decarboxylases and Their Occurrence in Sherry and Soy Sauce. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. Band 48, Nr. 12, 2000, S. 6191–6195, doi:10.1021/jf000535b.</ref>

Gewinnung und Darstellung

Synthetisch sind Acyloine durch eine Acyloin-Kondensation, also durch Einwirkung von Natrium oder Kalium auf Fettsäureester in Diethylether oder Benzol, zugänglich.<ref>B. B. Corson, W. L. Benson, T. T. Goodwin: Aliphatic Acyloins. i. Preparation 1. In: Journal of the American Chemical Society. Band 52, Nr. 10, 1930, S. 3988–3995, doi:10.1021/ja01373a033.</ref> Aromatische Acyloine können durch eine Benzoin-Addition dargestellt werden.<ref name="Meyer" /><ref name="Kürti_XXX">L. Kürti, B. Czakó: Strategic Applications of Named Reactions in Organic Synthesis. Elsevier Academic Press, Amsterdam 2005, ISBN 978-0-12-429785-2, S. 4–5.</ref> Weiterhin bietet die Rubottom-Oxidation die Möglichkeit, aus Silylethern von Enolen Acyloine darzustellen. Auch die Oxidation von Ketonenolaten und weitere Verfahren sind bekannt.<ref name="George S. Zweifel">George S. Zweifel, Michael H. Nantz, Peter Somfai: Modern Organic Synthesis: An Introduction. John Wiley & Sons, 2017, ISBN 978-1-119-08672-7, S. 79 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Paul Knochel, Gary A Molander: Comprehensive Organic Synthesis. Newnes, 2014, ISBN 978-0-08-097743-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Eigenschaften und Reaktionen

Viele Oxidationsmittel wandeln Acyloine in α-Diketone um.<ref name="George S. Zweifel" /> Im Alkalischen bilden Acyloine Endiolatanionen, die reduzierend wirken (z. B. auf Fehlingsche Lösung) und dabei zu 1,2-Diketonen oxidiert werden. Durch Reduktion von Acyloinen erhält man vicinale Diole.<ref>Behzad Zeynizadeh: Titanyl Acetylacetonate as an Efficient Catalyst for Regioselective 1,2-Reduction of α,β-Unsaturated Carbonyl Compounds and Conversion of α-Diketones & Acyloins to Vicinal Diols with Sodium Borohydride. In: Journal of the Chinese Chemical Society. Band 52, Nr. 3, 2005, S. 525–530, doi:10.1002/jccs.200500076.</ref>

Verwendung

Acyloine werden als Zwischenprodukt zur Synthese von verschiedenen Naturstoffen (zum Beispiel Ephedrin) verwendet werden.<ref>Jörn Piel: Natural Products via Enzymatic Reactions. Springer Science & Business Media, 2010, ISBN 978-3-642-16426-2, S. 11 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Weblinks

Commons: Acyloine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />