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Wunderblume

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Wunderblume
Datei:Mirabilis jalapa ja01.jpg

Wunderblume

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae)
Gattung: Wunderblumen (Mirabilis)
Art: Wunderblume
Wissenschaftlicher Name
Mirabilis jalapa
L.

Die Wunderblume (Mirabilis jalapa), in historischen Werken alternativ auch als „Schweizerhose“ bezeichnet,<ref name="Tickler1811" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wunderblumen (Mirabilis)<ref name="FoC" /> innerhalb der Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae).

Bekanntheit erlangte die Pflanze vor allem dadurch, dass der deutsche Botaniker und Genetiker Carl Correns sie zeitgleich mit dem niederländischen Botaniker Hugo de Vries 1900 als Modellorganismus zur Demonstration der von ihnen wiederentdeckten Mendelschen Vererbungsregeln (Uniformität der Bastarde, Aufspaltung in den folgenden Tochtergenerationen) benutzte.

Herkunft

Datei:Rozier - Cours d’agriculture, tome 2, pl. 6 belle de nuit.png
Illustration aus Rozier: Cours d’agriculture, tome 2, pl. 6

Die Wunderblume stammt ursprünglich aus Zentralamerika (wahrscheinlich Mexiko). 1525 gelangten die ersten Pflanzenexemplare nach Europa. Sie ist in vielen tropischen Regionen eine Zierpflanze und wird auch in Europa als (nicht winterharte) Zierpflanze geschätzt. Sie ist in vielen Gebieten der Welt ein Neophyt.

Beschreibung und Ökologie

Datei:Mirabilis jalapa16.jpg
Blüten und Laubblätter
Datei:2006-10-18Mirabilis jalapa07.jpg
Blüten
Datei:Mirabilis jalapa17.jpg
Frucht

Vegetative Merkmale

Die Wunderblume ist eine ausdauernde oder einjährige<ref name="FoC" /> krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 1,<ref name="FoC" /> selten bis zu 2 Metern erreicht. Sie bildet als Überdauerungsorgane Wurzelknollen, die schwarz oder schwarzbraun sind.<ref name="FoC" /> Die aufrechten Stängel sind reich verzweigt, zylindrisch, kahl bis leicht flaumig behaart und an den Knoten (Nodien) etwas verdickt.<ref name="FoC" />

Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 4 Zentimeter lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 15 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 9 Zentimetern eiförmig oder eiförmig-dreieckig mit gestutzter oder herzförmiger Basis und zugespitztem oberen Ende. Der Blattrand ist glatt.<ref name="FoC" />

Generative Merkmale

Am oberen Ende der Stängel stehen einige (drei bis sieben) Blüten zusammen.<ref name="FoC" /> der Blütenstiel ist nur 1 bis 2 Millimeter lang. Das kahle Involucrum ist bei einer Länge von etwa 1 Zentimeter glockenförmig, fünflappig und haltbar; seine Lappen sind dreieckig-eiförmig mit zugespitztem oberem Ende.<ref name="FoC" /> Die duftenden Blüten öffnen sich am späten Nachmittag und schließen sich am folgenden Morgen<ref name="FoC" /> (dies brachte der Art den Trivialnamen „Vieruhrblume“ ein) und locken Nachtfalter zur Bestäubung an. Die Blüten sind 6,5 Zentimeter lang und 2,5 bis 3,5 Zentimeter breit. Die Kronröhre ist 2 bis 6 Zentimeter lang und die Krone hat einen Durchmesser von 2,5 bis 3 Zentimetern.<ref name="FoC" /> Die trichterförmig verwachsenen Blütenkronblätter können an einer Pflanze in der Färbung stark variieren (weiß, rosafarben, rot und gelb, auch Farbübergänge), deshalb wurde diese Pflanzenart Wunderblume genannt. Die fünf Staubblätter<ref name="FoC" /> sind 2,75 bis 6 Zentimeter lang. Die Staubfäden sind dünn und die Staubblätter überragen die Blütenkrone. Die Staubbeutel sind kugelig.<ref name="FoC" /> Der Fruchtknoten ist 1 bis 1,5 Millimeter lang. Der Griffel ist 4 bis 6,5 Zentimeter lang. Die rotvioletten und gelben Farbstoffe der Blüten gehören zur Pigmentgruppe der Betalaine.<ref name="Piattelli1965" />

Die bei Reife schwarze Frucht ist bei einem Durchmesser von 5 bis 8 Millimetern kugelig, ledrig, gerippt und gefaltet.<ref name="FoC" /> Die Samen sind nicht ganz erbsengroß, bis zu 3 Jahre lang keimfähig, haben eine kleine kraterförmige Öffnung und haben die Form von Eierhandgranaten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 54 oder 58.<ref name="IPCN" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Mirabilis jalapa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 177.<ref name="Tropicos" />

Nutzung

In Hungerzeiten werden die Laubblätter gekocht gegessen.<ref name="PFAF" /> Die Inhaltsstoffe der knolligen Wurzeln der Wunderblume wirken als Aphrodisiakum, Diuretikum und Abführmittel.<ref name="PFAF" />

Quellen

Literatur

  • Richard W. Spellenberg: Nyctaginaceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1. Oxford University Press, New York und Oxford, 2003, ISBN 0-19-517389-9. Mirabilis jalapa., S. 42 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Dequan Lu, Michael G. Gilbert: Nyctaginaceae. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-27-X. Mirabilis jalapa. - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Mirabilis jalapa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Mirabilis jalapa bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="PFAF"> Mirabilis jalapa bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Piattelli1965"> M. Piattelli, L. Minale, R. A. Nicolaus: Pigments of centrospermae—V.: Betaxanthins from Mirabilis jalapa L. In: Phytochemistry. Band 4, Nr. 6, 1. Januar 1965, ISSN 0031-9422, S. 817–823, doi:10.1016/S0031-9422(00)86258-5 (sciencedirect.com). </ref> <ref name="Tickler1811"> Johann Volkmar Tickler: Garten-Handlexicon für Unerfahrne in der Gartenkunst und Besitzer kleiner Gärten. Erfurt 1811, S. 272 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="FoC"> Dequan Lu, Michael G. Gilbert: Nyctaginaceae. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 5: Ulmaceae through Basellaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-27-X. Mirabilis jalapa. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Wunderblume (Mirabilis jalapa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

hr:Noćurkovke