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Gisela Friedrichsen

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Datei:Gisela Friedrichsen beim Josef Fritzl Prozess 001.jpg
Gisela Friedrichsen beim Prozess gegen Josef Fritzl in St. Pölten (2009)

Gisela Friedrichsen (* 1945 in München<ref>Gisela Friedrichsen im Munzinger-Archiv, abgerufen am 15. Juni 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>) ist eine deutsche Gerichtsreporterin und Autorin.

Leben

Gisela Friedrichsen wuchs im Münchner Stadtteil Nymphenburg in einer katholischen Familie auf; ihr Vater war Däne und nach eigenen Angaben in der Zeit des Nationalsozialismus im KZ Auschwitz inhaftiert, weil er Juden geholfen hatte. Friedrichsen erfuhr erst nach dem Tod des Vaters – durch ihre Mutter – von dessen Leidensweg, er selbst hatte ihr nie etwas von seinem Schicksal erzählt.<ref>Friedrichsen berichtet davon bei Günther Jauch auf DasErste.de, Ausschnitt ab 29:59 min., Sendung vom 26. April 2015.</ref><ref name=":0" /> Von 1951 bis 1964 ging Friedrichsen bei den Englischen Fräulein zur Schule. Sie studierte anschließend Geschichte und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einem Volontariat 1973 bei der Augsburger Allgemeinen war sie ab 1974 sechzehn Jahre lang Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Von 1989 bis zum Oktober 2016<ref>Hausmitteilung. In: Der Spiegel. Nr. 40, 2016, S. 5 (online).</ref> schrieb sie als Gerichtsreporterin in Nachfolge von Gerhard Mauz für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Nach dem Ende ihres dortigen Vertrags als freie Autorin arbeitete sie von 2016 bis 2020 als Gerichtsreporterin für Die Welt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nach 27 Jahren beim Spiegel: Gisela Friedrichsen wechselt zu Springers Welt-Gruppe (Memento vom 25. Juli 2021 im Internet Archive)</ref> Sie gilt als die bekannteste deutsche Gerichtsreporterin.<ref>Sonja Schäfer: Im Gespräch mit Gisela Friedrichsen. DeutschlandRadio Berlin, 24. Januar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. August 2006; abgerufen am 11. Juli 2018.</ref><ref>Gisela Friedrichsen: Mordprozess in Freiburg: Paradebeispiel für Blindheit von Politikern und Behördenleitern. In: Die Welt. 7. Januar 2018, abgerufen am 10. August 2018.</ref>

Friedrichsen ist mit dem ehemaligen FAZ-Redakteur Bernd Heptner verheiratet,<ref>Frederic Schulz: Am Webstuhl der Zeit - das Politikressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von 1949 bis 1982. Brill I Schöningh, Paderborn, ISBN 978-3-506-79156-6, S. 224.</ref> hat zwei Kinder und lebt in Wiesbaden.<ref name=":0">Astrid Sewing: Spiegel-Reporterin Gisela Friedrichsen berichtet auch über Auschwitz-Verfahren. In: Lippische Landes-Zeitung. 20. Februar 2016, abgerufen am 13. August 2017.</ref>

Rezensionen

Zu Gisela Friedrichsens Reportagen schrieb

  • Die Historikerin Heidrun Helwig in der Neuen Juristischen Wochenschrift:<ref>Neue Juristische Wochenschrift. 58 Nr. 9, 2005, S. 587. (Buchbesprechung von „Ich bin doch kein Mörder“: Gerichtsreportagen 1989–2004.)</ref>

„Schulmeisterlich verteilt sie Zeugnisse, bewertet, lobt, verdammt, auf der Grundlage ihrer subjektiven Maßstäbe. Dabei ergreift sie nicht nur Partei für eine Seite, sondern berichtet einseitig, gibt den Argumenten der angegriffenen Seite meist keinen Raum.“

  • Bernhard Schlink meinte:<ref>Vorwort zu „Ich bin doch kein Mörder“: Gerichtsreportagen 1989–2004.</ref>

„Gisela Friedrichsens Reportagen bieten Gesellschaftsanalyse, Mentalitäts-, Kultur- und politische Zeitgeschichte. Manchmal weiten sie sich zu kleinen Essays über die Situation Jugendlicher in den neuen Ländern, das Entstehen jugendlicher Gewalt, die Radikalisierung von Muslimen oder den Schatten, den die nationalsozialistische Vergangenheit in die Gegenwart wirft. Nie verschwinden hinter dem gesellschaftlichen Befund das individuelle Schicksal und die individuelle Verantwortung. Gisela Friedrichsen schließt die Ereignisse dadurch auf, daß sie analytische Schärfe und persönliche Einfühlsamkeit und Behutsamkeit vereint.“

Ehrungen

Publikationen

  • Der Fall Weimar: Kindsmord in der Provinz. Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-498-02063-3.
  • Abtreibung: der Kreuzzug von Memmingen. Orell Füssli, Zürich 1989, ISBN 3-280-01920-6.
  • „Ich bin doch kein Mörder“: Gerichtsreportagen 1989–2004. DVA, München 2004, ISBN 3-421-05781-8.
  • Im Zweifel gegen die Angeklagten: Der Fall Pascal – Geschichte eines Skandals. DVA, München 2008, ISBN 3-4210-4334-5.
  • „Ich bin doch kein Mörder“. Gerichtsreportagen 1989–2004. Wiederauflage mit neuem Vorwort. zu Klampen Verlag, Springe 2019, ISBN 978-3-86674-729-6.
  • Der Prozess: Der Staat gegen Beate Zschäpe u. a. Penguin, München 2019, ISBN 978-3-328-60018-3.
  • „Wir müssen Sie leider freisprechen“. Gerichtsreportagen 2005–2016. zu Klampen Verlag, Springe 2020, ISBN 978-3-86674-615-2.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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