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(761) Brendelia

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Asteroid
(761) Brendelia
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Koronis-Familie
Große Halbachse 2.86272 AE
Exzentrizität 0.061635
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 2.15480 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 20,8 km ± 0,3 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,16
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
SC
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Franz Kaiser
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Andere Bezeichnung 1904 VE, 1913 RE, 1940 EM, 1966 QF
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(761) Brendelia ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 8. September 1913 vom deutschen Astronomen Franz Kaiser an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,5 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 13. und 15. November 1904 fotografiert worden war. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Doppelasteroidensystem aus zwei ähnlich großen Komponenten.

Der Asteroid wurde 1922 vom Entdecker benannt zu Ehren von Martin Brendel (1862–1939), Leiter der Sternwarte des Physikalischen Vereins in Frankfurt am Main und zu jener Zeit Direktor des Planeten-Instituts der Universität Frankfurt, in Anbetracht seiner Verdienste um die Theorie der Kleinen Planeten.<ref>Red.: Benennung von Kleinen Planeten. In: Astronomische Nachrichten. Band 215, Nr. 5160, 1922, Sp. 471–472, doi:10.1002/asna.19212152407.</ref> Brendel selbst wählte dafür unter den von Kaiser entdeckten, aber noch unbenannten Asteroiden denjenigen mit der geringsten Bahnneigung aus.

(761) Brendelia ist eines der größeren Mitglieder der Koronis-Familie, einer sehr zahlreichen Gruppe von Asteroiden, die durch eine kollisionsbedingte Zerstörung des Vorgängerkörpers von (158) Koronis entstanden.

Wissenschaftliche Auswertung

Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (761) Brendelia zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 22,5 km bzw. 0,17.<ref>J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).</ref> Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 23,0 km bzw. 0,16 geändert worden waren,<ref>J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, C. Nugent, M. S. Cabrera: Preliminary Analysis of WISE/NEOWISE 3-Band Cryogenic and Post-cryogenic Observations of Main Belt Asteroids. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 759, Nr. 1, L8, 2012, S. 1–8, doi:10.1088/2041-8205/759/1/L8 (PDF; 3,27 MB).</ref> wurden sie 2014 auf 20,8 km bzw. 0,19 korrigiert.<ref>J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).</ref>

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (761) Brendelia eine taxonomische Klassifizierung als S-Typ.<ref>D. Lazzaro, C. A. Angeli, J. M. Carvano, T. Mothé-Diniz, R. Duffard, M. Florczak: S3OS2: the visible spectroscopic survey of 820 asteroids. In: Icarus. Band 172, Nr. 1, 2004, S. 179–220, doi:10.1016/j.icarus.2004.06.006 (arXiv-Preprint: PDF; 3,49 MB).</ref>

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 27. und 28. März 1974 am Observatorium Kvistaberg in Schweden. Die aufgezeichneten Daten zeigten keine Veränderlichkeit und konnten nicht weiter ausgewertet werden.<ref>C.-I. Lagerkvist: Photographic photometry of 110 main-belt asteroids. In: Astronomy & Astrophysics Supplement Series. Band 31, 1978, S. 361–381, bibcode:1978A&AS...31..361L (PDF; 407 kB).</ref> Weitere Beobachtungen erfolgten am 16. und 17. Dezember 2001 am Whitin Observatory in Massachusetts. Da die registrierten Daten auf eine Rotationsperiode >15 h schließen ließen, wurden vom 21. Februar bis 20. Mai 2003 am gleichen Ort zusätzliche Messungen durchgeführt. Aus der während 16 Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurden zwei mögliche Perioden von 26,25 und 57,96 h abgeleitet, wovon die kürzere aber verworfen und die längere Periode als die Richtige angesehen wurde.<ref>S. M. Slivan, R. P. Binzel, S. C. Boroumand, M. W. Pan, C. M. Simpson, J. T. Tanabe, R. M. Villastrigo, L. L. Yen, R. P. Ditteon, D. P. Pray, R. D. Stephens: Rotation rates in the Koronis family, complete to H ≈ 11.2. In: Icarus. Band 195, Nr. 1, 2008, S. 226–276, doi:10.1016/j.icarus.2007.11.019.</ref>

Aus einer Kombination von photometrischen Daten der Lowell Observatory Database mit thermischen Infrarot-Messungen von NEOWISE wurde in einer Untersuchung von 2018 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 57,995 h berechnet.<ref>J. Ďurech, J. Hanuš, V. Alí-Lagoa: Asteroid models reconstructed from the Lowell Photometric Database and WISE data. In: Astronomy & Astrophysics. Band 617, A57, 2018, S. 1–8, doi:10.1051/0004-6361/201833437 (PDF; 778 kB).</ref>

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 57,999 h bestimmt werden.<ref>J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).</ref>

Doppelasteroidensystem

Photometrische Beobachtungen vom 24. Juli bis 5. August 2024 durch die Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) an mehreren Observatorien in Argentinien, Spanien und Italien zeigten, dass es sich bei (761) Brendelia um einen Doppelasteroiden mit einer Umlaufperiode von 57,08 h handelt. Gegenseitige Verfinsterungen und Bedeckungen deuten darauf hin, dass beide Komponenten ähnliche ellipsoidische Formen mit mittleren Durchmessern von etwa 14,7 km aufweisen und sich auf einer Bahn mit einer Großen Halbachse von etwa 72 km umrunden, vermutlich in einer gebundenen Rotation.<ref>D. W. E. Green: CBET 5435: (761) BRENDELIA. IAU Central Bureau for Astronomical Telegrams, 21. August 2024, abgerufen am 6. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>W. R. Johnston: (761) Brendelia. In: Asteroids with Satellites Database – Johnston’s Archive. 21. August 2024, abgerufen am 6. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>M. Colazo, C. Colazo, V. Amelotti, R. Melia, N. Suárez, F. Santos, B. Monteleone, G. Ciancia, A. Wilberger, M. Morales, M. Anzola, A. Stechina, D. Scotta, A. García, E. Primucci: 761 Brendelia: A Newly Identified Binary Asteroid from Pro-Am Collaboration. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 52, Nr. 4, 2025, S. 281–283 (PDF; 21,1 MB).</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />