Zum Inhalt springen

Nachholende Entwicklung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. Februar 2025 um 19:59 Uhr durch imported>Rosenfalter (Formatierung).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein Unter nachholender Entwicklung versteht man einen Aufholprozess eines Entwicklungslandes gegenüber den Industrieländern, der dadurch gekennzeichnet ist, dass soziale, demographische, politische oder infrastrukturelle Vorgänge, die sich in den heutigen Industrieländern über einen großen geschichtlichen Zeitraum erstreckt haben, in relativ kurzer Zeit vonstattengehen.

Sie basiert auf der modernisierungstheoretischen Vorstellung, den westlichen Entwicklungsweg direkt auf die Entwicklungsländer übertragen zu können.<ref>Scholz, Fred: Entwicklungspolitische Grundlagen und regionale Beispiele. 1. Auflage. Westermann, Braunschweig 2006, S. 101.</ref> Durch das Ausbleiben von Erfolgen in der Entwicklungshilfe und der anhaltenden weltweiten Armut, kamen in den 1970er Jahren Gegenpositionen in der Entwicklungsforschung auf, die zusammenfassend als Dependenztheorie bezeichnet werden können.<ref>Scholz, Fred: Entwicklungspolitische Grundlagen und regionale Beispiele. 1. Auflage. Westermann, Braunschweig 2006, S. 85.</ref>

Die Dependenztheorie geht davon aus, dass eine nachholende Entwicklung strukturell unmöglich ist, weil hierarchische Abhängigkeiten (Dependenzen) zwischen Industrie- und Entwicklungsländern die Entwicklungsmöglichkeiten der Letzteren begrenzen. Erfolgreiche Beispiele einer Nachholenden Entwicklung wie Singapur stehen im Widerspruch zu dieser Auffassung.

Einzelnachweise

<references />