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Lacrimosa

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Lacrimosa
Allgemeine Informationen
Herkunft
Genre(s) Symphonic Metal (seit 1995)
Dark Wave, NDT (1990–1994)
Aktive Jahre
Gründung 1990
Auflösung
Website www.lacrimosa.com
Gründungsmitglieder
Tilo Wolff
Aktuelle Besetzung
Tilo Wolff
Anne Nurmi
Live- und Session-Mitglieder
Yenz Leonhardt
Julien Schmidt
JP Genkel

Lacrimosa (lat., „tränenreich“, „die Tränenreiche“) ist ein Musikprojekt, das 1990 vom Deutsch-Schweizer Tilo Wolff gegründet wurde. Der Name leitet sich von der letzten Strophe der liturgischen Sequenz Dies irae ab ("Lacrimosa dies illa" – „Tränenreich ist jener Tag“), deren bekannteste Vertonung sich in Mozarts Requiem (KV 626) findet.

Geschichte

Datei:Tilo Wolff.JPG
Tilo Wolff, 2013
Datei:Lacrimosa 2005 - Anne Nurmi.jpg
Anne Nurmi

1990 erschien das erste Demotape Clamor (lat. „Geschrei“). Da Tilo Wolff damit keine Plattenfirma überzeugen konnte, gründete er mit Hall of Sermon sein eigenes Plattenlabel und nahm unter dem Namen Lacrimosa die erste LP Angst auf. Seither ziert als Band-Logo ein Harlekin die Albumcover.

Seit 1994 gehört auch die Finnin Anne Nurmi, Keyboarderin und Sängerin der finnischen Gothic-Rock-Band Two Witches, als festes Mitglied zu Lacrimosa und steuert seitdem auch eigene Lieder in finnischer und englischer Sprache bei.

Lacrimosas größter Charterfolg war lange Zeit das 1999er Album Elodia mit Platz 12 in den deutschen Charts, bevor Lament im Jahr 2025 Platz 7 erreichte.<ref name="lament-charts" />

Zur selben Zeit arbeitete Tilo Wolff mit der Thrash-Metal-Band Kreator zusammen und steuerte den Gesang für das Lied Endorama auf dem gleichnamigen Album bei.

Mit ihrer Single Der Morgen danach war Lacrimosa vier Wochen lang in den offiziellen Singlecharts in Deutschland, die höchste Platzierung betrug 50.

Am 7. Mai 2010 veröffentlichten Lacrimosa anlässlich des 20-jährigen Bestehens ein Doppelalbum namens Schattenspiel, welches 18 bis dato unveröffentlichte Titel aus der Bandgeschichte beinhaltet.

Am 6. November 2015 erschien Lacrimosas zwölftes Studioalbum „Hoffnung“. Die anschließende UnterWelt-Tour<ref>Hall of Sermon: LACRIMOSA - the official website. In: www.lacrimosa.ch. Abgerufen am 18. Mai 2016.</ref> führte die Band zunächst durch Belarus, Russland, China, Mexiko, Chile, Bolivien, Peru und Argentinien. Im Februar 2016 wurde die Tour in Deutschland fortgesetzt. Zum Abschluss der UnterWelt-Tour spielten Lacrimosa 2016 als Headliner auf dem 25-jährigen Jubiläum des Wave-Gotik-Treffens.

Am 25. August 2017 erschien das 13. Studioalbum Testimonium, ein Requiem in vier Akten, das den zahlreichen im Jahr 2016 verstorbenen Künstlern wie David Bowie, Leonard Cohen und Prince gewidmet ist.<ref>The new Album: TESTIMONIUM. In: Lacrimosa – official page. 23. Juni 2017, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Am 24. Dezember 2021 folgte Leidenschaft und am 14. Oktober 2022 Leidenschaft, Pt. 2.<ref>LEIDENSCHAFT – the new Lacrimosa-Album. In: Lacrimosa – official page. 21. November 2021, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Mit dem am 7. März 2025 veröffentlichten Album Lament schloss Lacrimosa die mit Testimonium begonnene Sturm-Trilogie ab.<ref name="sturm-trilogie">Tilo Wolff: Lacrimosa vollendet ihre Sturm-Trilogie mit „Lament“. In: Vogtlandstreicher. Abgerufen am 26. März 2026.</ref><ref name="lament-charts">Lacrimosa: Platz #7 der Charts für „Lament“. In: Sonic Seducer. Abgerufen am 26. März 2026.</ref> Lament erreichte Platz 7 der deutschen Albumcharts – die höchste Chartplatzierung der Band seit Elodia im Jahr 1999.<ref name="lament-charts" /> Die anschließende Lament-Welttournee umfasste 50 Konzerte in elf Ländern.<ref>News. In: Lacrimosa – official page. Abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Am 16. September 2025 gab die Band bekannt, dass Keyboarderin Anne wegen einer Erkrankung die aktuelle "Lament"-Tour nicht begleiten wird.<ref>ANNE NURMI erkrankt! | Lacrimosa - official page. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> Einige Tage später, am 22. September verkündeten sie, dass Tilos Nichte Lara für den Rest der Tournee an ihrer Stelle stehen wird.<ref>Lara singt in Vertretung für Anne | Lacrimosa - official page. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> Am 7. November 2025 wurde mitgeteilt, dass Anne bei den Auftritten in China von Katharina von Schlotterstein vertreten wird,<ref>Kati joins the China Tour as Anne’s Stand-In | Lacrimosa - official page. Abgerufen am 21. Februar 2026.</ref> der Keyboarderin von Days of Sorrow.<ref>MOTS MUSIC X ANNIVERSARY AT URBAN SPREE | Urban Spree. Abgerufen am 21. Februar 2026.</ref> Im März 2026 teilte die Band mit, dass sich Annes Gesundheitszustand verbessert habe.<ref>Lacrimosa: Neue Single „Bis zum Schluss“ + Gesundheits-Update zu Anne Nurmi. In: Sonic Seducer. Abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Stil

Lacrimosas Musikstil hat sich über mehr als drei Jahrzehnte erheblich gewandelt und lässt sich in mehrere Phasen unterteilen.

Die Frühwerke Angst (1991), Einsamkeit (1992) und Satura (1993) sind von minimalistischen elektronischen Klängen geprägt und werden der Neuen Deutschen Todeskunst zugerechnet. Tilo Wolff distanzierte sich allerdings bereits 1993 von dieser Zuordnung und verwies unter anderem auf den Einsatz von Heavy-Metal-Gitarren, die für Dark Wave unüblich seien.<ref>Dirk Hoffmann: Interview mit Lacrimosa, Zillo Musikmagazin, Heft-Nr. 3/93, März 1993, S. 40.</ref>

„Ich kann mit den Musikern oder Gruppen, die sich zur Neuen Deutschen Todeskunst zählen, nichts anfangen. Die einzige Parallele, die ich zu diesen Gruppen ziehen kann, ist die Verwendung deutscher Texte.“

Tilo Wolff, März 1994<ref>Joe Asmodo: Lacrimosa – Das dritte Kapitel, Sub Line Musikmgazin, Ausgabe 17, März 1994, S. 74</ref>

Ab Inferno (1995) vollzog sich der Wandel hin zu Symphonic Metal: Rockige und metal-lastige E-Gitarrenstücke verbanden sich zunehmend mit klassischen Elementen und Orchesterarrangements. Stille (1997) vertiefte diese Synthese mit Chorpassagen und detaillierten Orchesterarrangements, etwa im viertelstündigen Stück Die Straße der Zeit.

Mit Elodia (1999), Fassade (2001) und Echos (2003) erreichte Lacrimosa eine orchestrale Hochphase. Lacrimosa arbeiteten hierfür mit dem London Symphony Orchestra und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg zusammen. In dieser Phase verschwammen die Grenzen zwischen Klassik und Metal zunehmend – etwa wenn liturgische Texte wie das Sanctus oder das Kyrie aus dem Ordinarium Missae vom Chor vorgetragen werden.<ref>http://powermetal.de/content/artikel/show-LACRIMOSA__Interview_mit_Tilo_Wolff,5145-1.html</ref> In Lichtgestalt (2005) vertonte Tilo Wolff das Hohelied der Liebe aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther.

Sehnsucht (2009) war das erste Album, das Wolff in seinem eigenen Studio in der Schweiz aufnahm.<ref>http://derglaesernemensch.wordpress.com/2012/09/28/lacrimosa-im-ruckblick-sanger-tilo-wolff-im-gesprach/</ref> Revolution (2012) markierte das bis dato härteste Album der Band, unter anderem mit Gastbeiträgen von Mille Petrozza (Kreator) und Stefan Schwarzmann (Accept).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 14. September 2013 im Internet Archive)</ref>

Die jüngste Phase bildet die Sturm-Trilogie aus Testimonium (2017), Leidenschaft (2021) und Lament (2025). Testimonium, ein Requiem in vier Akten, wurde als Hommage an die vielen 2016 verstorbenen Künstler konzipiert.<ref>Lacrimosa veröffentlichen „Testimonium“. In: medienkonverter.de. 4. August 2017, abgerufen am 23. April 2021.</ref> „Kontemplativ-ruhige, orchestral-bombastische und hart-metallische Passagen fügen sich zu einem sinnfälligen Ganzen, aus dem Tilo Wolff als gereifter Komponist und Arrangeur hervortritt.“<ref>Stephan Wolf: Nachrufe aus einem Guss. In: amusio.com. 17. August 2017, abgerufen am 25. August 2017.</ref> Thematisch verarbeitet Testimonium den Schmerz und die Trauer über den Verlust nahestehender Menschen und Künstler, Leidenschaft widmet sich der Hingabe und Sehnsucht, und Lament schließt den Bogen mit Klage und Hoffnung.<ref name="powermetal-lament">Review: Lacrimosa – Lament. In: Powermetal.de. 5. März 2025, abgerufen am 26. März 2026.</ref> Namengebend für die Trilogie sind drei „Sturm“-Stücke, die sich als roter Faden durch die Alben ziehen: Nach dem Sturm auf Testimonium, Führ mich nochmal in den Sturm auf Leidenschaft und Ein Sturm zieht auf auf Lament.<ref name="sturm-trilogie" /> Das abschließende Stück Memoria auf Lament endet dort, wo Testimonium einst begann, und schließt so die Trilogie zu einem Kreis.<ref name="saitenkult-lament">Michael Haifl: Lacrimosa – Lament. In: SaitenKult. 14. März 2025, abgerufen am 26. März 2026.</ref>

Rezeption und Bedeutung

Lacrimosa gelten als einer der bedeutendsten Vertreter des Symphonic Metal im deutschsprachigen Raum und werden von laut.de als „Taufpaten des Symphonic Metal“ bezeichnet.<ref name="lautde">Lacrimosa bei laut.de</ref> Außerhalb des deutschsprachigen Raumes sind sie ein Exportschlager und belegten im Jahr 2003 Platz 9 der deutschen Auslandshitparade.<ref>Deutsches Musik-Exportbüro 2003</ref> Besondere Popularität genießt die Band in Lateinamerika und China, wo sie als eine der wenigen deutschsprachigen Bands regelmäßig ausverkaufte Konzerte gibt.<ref name="lautde" />

Ein Markenzeichen von Lacrimosa ist die Zusammenarbeit mit namhaften Orchestern, darunter das London Symphony Orchestra für Elodia und das Deutsche Filmorchester Babelsberg für Fassade und Echos. Durch die Verbindung von Metal-Elementen mit anspruchsvollen Orchesterarrangements und liturgischen Texten hat Lacrimosa eine eigenständige musikalische Nische besetzt.

Mit dem eigenen Plattenlabel Hall of Sermon behält Tilo Wolff seit der Gründung die kreative und wirtschaftliche Kontrolle über das Projekt.<ref name="lautde" />

Diskografie

Studioalben

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Livealben

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Weitere Livealben

  • 1998: Live
  • 2023: Nachts

Kompilationen

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EPs

  • 1996: Stolzes Herz
  • 2005: Lichtgestalten
  • 2013: Heute Nacht [Limited Edition]
  • 2024: Schakal 1994 - 2024
  • 2025: Dark Is This Night

Singles

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Weitere Singles

  • 1993: Alles Lüge
  • 1994: Schakal
  • 2009: Feuer [Limited Edition]
  • 2024: Avalon
  • 2024: Du bist alles was ich will
  • 2025: Metamorphobia
  • 2026: Bis zum Schluss

Videoalben

  • 1995: The Clips 1993–1995
  • 1997: The Silent Clips
  • 2000: The Live History
  • 2005: Musikkurzfilme
  • 2007: Lichtjahre

Boxsets

  • 2002: Vintage Classix
  • 2020: Die Jubiläumsbox 1990-2020

Literatur

  • Das Gothic- und Dark Wave-Lexikon. Die Schwarze Szene von A–Z (erweiterte Neuausgabe, hrsg. von Peter Matzke und Tobias Seeliger), Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-522-8.

Weblinks

Commons: Lacrimosa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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