Zum Inhalt springen

Hartmut Ritzerfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. April 2026 um 11:06 Uhr durch imported>Aka (Literaturhinweise, Fernsehberichte (Auswahl): Datum ausgeschrieben (Wikipedia:Datumskonventionen)).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:HACKY 2023.jpg
Hartmut Ritzerfeld (2023)

Hartmut „Hacky“ Ritzerfeld (* 7. Oktober 1950 in Stolberg-Büsbach; † 1. Januar 2024 in Stolberg) war ein deutscher Maler neoexpressiver figurativer Bilder.

Leben

Hartmut Ritzerfeld wurde von 1965 bis 1968 zunächst als Schaufensterdekorateur ausgebildet, bevor er von 1969 bis 1976 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys (Malerei, Objekt- und Aktionskunst) und Karl Kneidl (Bühnenbild) studierte. 1975 wurde er Meisterschüler von Joseph Beuys. Danach folgte ein Studienaufenthalt in Zürich. Anschließend lebte er kurz in Aachen, bevor er zurück nach Stolberg ins elterliche Haus zog.

„Hacky“<ref>sein Spitzname entstand in den 1960er Jahren in Anlehnung an die amerikanische Zeichentrickserie Hucky und seine Freunde</ref> machte 1968 erste ‚künstlerische Gehversuche‘ im Stile der Wiener Schule des phantastischen Realismus; Vorbild war der Wiener Maler Ernst Fuchs. Schon kurz danach erfolgte seine Hinwendung zum Expressionismus; bevorzugte Themen waren Porträts, Landschaften und Intérieurs. Als 20-Jähriger habe er Beuys im Fernsehen erleben können; eine Initialzündung, die Ritzerfeld bewog, sich bei Joseph Beuys zu bewerben. Gleich im ersten Jahr der „Beuys-Zeit“ erfolgte sein Kehrtwendung zum klassischen Stil der Düsseldorfer Schule, wobei vor allem Andreas Achenbach maßgeblich war. Über die metaphysische Malerei eines Carlo Carrà und die naive Bauernmalerei eines Mirko Virius gelangte er schließlich zur Malerei mit organischer Bestimmung. Dabei favorisierte er mehr und mehr architektonische Muster: „Ich malte, was in einer Stadt um mich herum vorging, und versuchte dies durch abstrakte Formen sichtbar zu machen“. Er fand seit dieser Zeit zu einer eigenständigen „Grammatik“, welche in ihrem Bildaufbau genauer ist als die der Neuen Wilden.<ref>Norbert Peters: Wilde Malerei als die Folge eines persönlichen Kampfes mit der Umwelt. In: Stolberger Nachrichten, 11. Oktober 1983.</ref>

Ab 1994 hatte Ritzerfeld ein gemeinsames Atelier mit seiner Künstlerkollegin Angelika Kühnen, zunächst in Breinig, dann in Stolberg-Vicht (Europäischer Kunsthof Vicht) und seit 2012 in Stolberg-Büsbach (Europäischer Kunsthof). Ritzerfelds Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen und Museen vertreten, z. B. im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen,<ref>Suermondt-Ludwig-Museum Peter und Trude Lacroix – Eine andere Sammlung, 04.02.–30.04.2006</ref> das unter anderem 2006 die Sammlung von Peter Lacroix mit zahlreichen Bildern von Ritzerfeld als Schenkung erhielt. Ein Teil seiner Werke übernahm später die „Sammlung Beumers“ im Haus zum Turm in Monschau.<ref>Hartmut Ritzerfeld auf den Seiten der Sammlung Beumers</ref>

Ritzerfeld gehörte zusammen mit Win Braun sowie Emil Sorge und Franz-Bernd Becker zu den Gründern der Gruppe „Eifelmaler“.

Ritzerfeld wurde Anfang Dezember 2023 in Büsbach von einem PKW erfasst. Bei dem Verkehrsunfall zog er sich eine Platzwunde am Kopf, ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Beckenbruch zu.<ref>Dirk Müller: Bangen um den Stolberger Maler Hacky Ritzerfeld. In: aachener-zeitung.de. 7. Dezember 2023, abgerufen am 2. Januar 2024.</ref> Er starb am 1. Januar 2024 im Stolberger Bethlehem-Krankenhaus.<ref>Andrea Zuleger: Zum Tod des Künstlers Hacki Ritzerfeld. In: aachener-zeitung.de. 2. Januar 2024, abgerufen am 2. Januar 2024.</ref><ref>Andrea Zuleger: Künstler Hacki Ritzerfeld in Stolberg gestorben. In: aachener-zeitung.de. 2. Januar 2024, abgerufen am 2. Januar 2024.</ref><ref>Büsbach: Stolberger Künstler Hartmut „Hacky“ Ritzerfeld nach Verkehrsunfall im Krankenhaus verstorben. In: meinstolberg.de. 1. Januar 2024, abgerufen am 2. Januar 2024.</ref><ref>Trauer um „Hacki“ Ritzerfeld In: Zeitung am Sonntag Stolberg, 7. Januar 2024</ref> Die Urnenbestattung erfolgte am 7. Februar 2024 unter großer Anteilnahme auf dem Friedhof Stolberg-Büsbach in einem Rasengrab.

Datei:HACKY.jpg
Grabplatte (2024)

Ausstellungen (Auswahl)

Vorlage:Hinweisbaustein

Literaturhinweise, Fernsehberichte (Auswahl)

  • Protokolle der Rastlosigkeit, Wolfgang Becker. In: Aachener Nachrichten, 7. Oktober 2000
  • Die Eifelmaler, Neue Galerie Sammlung Ludwig, Aachen, 1989/90.
  • Künstlerlexikon Artists of the World, Sauer Verlag 1995.
  • Illustrationen von Haki Ritzerfeld, Peter Sous.
  • Mit neben gegen – Die Schüler von Joseph Beuys, Richter Verlag, Düsseldorf, 2000.
  • Als uns Flügel wuchsen von Haki Ritzerfeld, Fernsehspiel, Super RTL, 2004

Weblinks

Commons: Hartmut Ritzerfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein