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Alor

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 9. November 2025 um 19:52 Uhr durch imported>J. Patrick Fischer (Geographie).
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Alor

Datei:10-103b Alor subdistricts relief colour.tif
Verwaltungseinheiten auf Alor und Pantar
Gewässer Floressee, Sawusee
Inselgruppe Alor-Archipel, Kleine Sundainseln
Geographische Lage 8° 15′ S, 124° 45′ OKoordinaten: 8° 15′ S, 124° 45′ O
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Datei:Nusa Tenggara Timur2.png
Lage von Alor
Länge 90,4 km
Breite 35,1 km
Fläche 2104,76 km²dep1
Höchste Erhebung Gunung Muna
1839 m
Einwohner 145.299 (2010)
Hauptort Kalabahi
Datei:East Timor 80566 (14367491658).jpg
Blick auf Alor von Osttimor aus
Blick auf Alor von Osttimor aus

Alor (Ombai, Malua) ist mit 2104,76 km²<ref>HASIL DAN PEMBAHASAN</ref> die größte Insel des indonesischen Alor-Archipels und Teil der Kleinen Sundainseln.

Geographie

Datei:Bay of Kalabahi Alor Island - panoramio.jpg
Bucht von Kalabahi

Die Insel ist Teil des Regierungsbezirks (Kabupaten) Alor, der aus dem gesamten Alor-Archipel gebildet wird. Er gehört zur indonesischen Provinz Ost-Nusa Tenggara. Hauptstadt des Regierungsbezirks ist Kalabahi, die einzige Stadt auf Alor. Sie ist mit etwa 60.000 Einwohnern auch das Wirtschaftszentrum des Archipels.<ref name="RGGI">Regional Government of Alor: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />General Information (Memento vom 10. Februar 2005 im Internet Archive)</ref>

Östlich von Alor liegen die Inseln Wetar und das osttimoresische Atauro, südlich liegt Timor. Alor wird von diesen Inseln durch die Straße von Ombai getrennt. Nördlich, über die Floressee hinweg, liegen die Tukangbesi-Inseln. Im Westen liegt, jenseits der Pantarstraße, die Insel Pantar.

Alor ist, wie auch die anderen Inseln des Inneren Bandabogens, vulkanischen Ursprungs und stark zerklüftet. Die höchsten Berge sind der Kolana (1765 m) und der Muna (1440 m).<ref>Britannica</ref> Die Region um Kalabahi ist das einzige ebene Gebiet. Dies ist mit ein Grund, weshalb die niederländischen Kolonialherren die Inselhauptstadt und den Haupthafen von Klein-Alor (Alor-Kecil) 1911 nach Kalabahi verlegten.<ref name="RGGI"/> Weitere Orte auf Alor sind unter anderem Kolana, Maritaing, Erana und Pureman im Osten der Insel.

Sprachen

Datei:Young dancers in Alor.jpg
Frauen von Alor in traditioneller Tracht

Auf dem Alor-Archipel werden mindestens 14 verschiedene einheimische Sprachen gesprochen. Außer den beiden austronesischen Sprachen Bahasa Alor<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ethnologue report for language code: aol. (Memento vom 14. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> (Aloresisch, Bahasa Lamaholot) und Kalabahi Malay sind alle anderen Sprachen auf der Insel Papuasprachen (nicht-austronesische Sprachen). Die Papuasprachen von Alor und Pantar werden in der Sprachforschung zusammen behandelt.<ref>Gary Holton, Marian Klamer, František Kratochvíl, Laura C. Robinson, Antoinette Schapper: The Historical Relations of the Papuan Languages of Alor and Pantar. In: Oceanic Linguistics, Band 51, Nr. 1, Juni 2012, S. 86–122</ref> Alle diese Sprachen sind bedroht, einige haben weniger als 500 lebende Sprecher und viele Kinder lernen nicht mehr die lokalen Sprachen. Bahasa Alor wird nur in wenigen Fischerdörfern gesprochen, ebenso auf einigen anderen Inseln des Archipels. Sie ist mit Sprachen aus dem Osten von Flores verwandt.<ref name="RGGI"/> Bahasa Indonesia, die Amtssprache wird immer öfter als erste Sprache gelehrt.

Geschichte

Datei:COLLECTIE TROPENMUSEUM Twee vrouwen van het hoofd van Worbain in dansuitrusting TMnr 10004769.jpg
Bild aus der Kolonialzeit: Zwei Mädchen aus Worbain, Alor

In einem Grab auf Alor fand man unter dem Kinn und dem Kiefer einer Frau fünf Angelhaken, die auf ein Alter von 12.000 Jahre datiert wurden. Die Haken aus dem Pleistozän sind aus der Schale einer Meeresschnecke gefertigt. Obwohl ältere Haken aus Osttimor, Japan und Europa bekannt sind, ist dies der älteste Fund von Angelhaken als Grabbeigabe.<ref>Sue O’Connor, Mahirta, Sofía C. Samper Carro, Stuart Hawkins, Shimona Kealy, Julien Louys, Rachel Wood: Fishing in life and death: Pleistocene fish-hooks from a burial context on Alor Island, Indonesia. Antiquity, 2017; 91 (360): 1451 DOI: 10.15184/aqy.2017.186</ref>

Die Portugiesen waren im 16. Jahrhundert die ersten Europäer in der Region. Alor galt damals als Heimat von Kannibalen, die sich nicht zum katholischen Christentum bekehren lassen wollten. Erst später gelang es Calvinisten, einen Teil der Bevölkerung zu bekehren. Früher konnte sich der Islam in Teilen der Insel etablieren. In Groß-Alor (Alor Besar) wird ein Koran aus dem 12. Jahrhundert aufbewahrt, der um 1500 von der Molukkeninsel Ternate von fünf Missionaren hierher gebracht wurde. Iang Gogo, einer dieser Brüder, soll die Prinzessin Bui Haki von Bunga Bali (auf Pantar) geheiratet und sich in Groß-Alor niedergelassen haben, während seine Brüder sich in Tuabang, Baranusa (beide auf Pantar), auf Solor und in Kuilerabaing (Südwestalor) ansiedelten. Nachkommen Iang Gogos sollen sich später auch in Klein-Alor (Alor Kecil), Aimoli, Alila, Ampera, Dulolong und anderen Dörfern niedergelassen haben.<ref>Jakarta Post: In Alor, a centuries-old Koran is revered, 13. Juni 2012, abgerufen am 28. Juli 2013</ref> Die Portugiesen besuchten die kleineren Inseln um Timor nur selten, erhoben aber offiziell Anspruch auf die Oberhoheit. Als Handelswaren dienten Bienenwachs, Sklaven und Schildkrötenpanzer.<ref name="HOT">History of Timor (PDF-Datei; 805 kB) – Technische Universität Lissabon</ref>

1851 verkaufte der portugiesische Gouverneur José Joaquim Lopes de Lima ohne Autorisation aus Lissabon die Ansprüche Portugals auf den Alor-Archipel und andere Gebiete auf den Kleinen Sundainseln, die nominell unter portugiesischer Oberhoheit standen, für 200.000 Florins an die Niederlande. Lopes de Lima fiel in Ungnade und wurde abgesetzt und verhaftet, als Lissabon von dem Vertrag erfuhr. Auf der Rückreise nach Portugal verstarb er in Batavia. Ab 1854 wurden die Vereinbarungen neu verhandelt. Im Vertrag von Lissabon wurde schließlich der Verkauf bestätigt. Die Ratifizierung erfolgte 1859. Allerdings blieben noch lange die alten Verbindungen zwischen Alor und dem portugiesischen Timor bestehen. 1886 zahlten die Einheimischen Alors noch einen jährlichen Tribut an den Liurai von Liquiçá, in Form von Reis, Mais, Baumwolle und anderem.<ref name="HOT"/>

Wirtschaft

Datei:Traditional Ships in Port Kalabahi, Alor, NTT - panoramio (1).jpg
Hafen von Kalabahi

Die Infrastruktur ist nur schwach ausgebaut. Landwirtschaft zur Selbstversorgung bestimmt immer noch das Bild. Die Regierung versucht mit Hilfe internationaler Organisationen dies zu ändern. So wird beim Dorf Apui Vanille angebaut. Außerdem werden Tamarinde, Mandeln und weitere Nüsse angepflanzt. In den Wäldern wird Sandelholz gewonnen.<ref name="RGGI"/>

Jüngste Untersuchungen haben Bodenschätze, wie Gips, Kaolin, Erdöl und Erdgas, Zinn, Gold und Diamanten entdeckt. Schwarze Kieselsteine werden als Dekorationsmittel seit 1980 vom Archipel exportiert.<ref>Regional Government of Alor: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Commodities (Memento vom 10. Februar 2005 im Internet Archive) </ref>

Im Alor-Archipel liegen einige der besten Schnorchel- und Tauchgebiete Indonesiens. Allerdings gibt es hier starke Strömungen, die es ratsam machen, nur mit ortskundiger Begleitung zu tauchen. Das Aufkommen exzessiver Fischerei hat aber einige Korallenriffe zerstört.

Der IATA-Flughafencode des Flughafens von Alor ist ARD. Er liegt zehn Kilometer von Kalabahi entfernt.<ref name="RGTAFA">Regional Government of Alor: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Transport to - and from Alor (Memento vom 27. Dezember 2004 im Internet Archive) </ref>

Fähren fahren wöchentlich von Kupang (Westtimor) nach Kalabahi. Die Fahrt dauert 20 Stunden. Zweimal die Woche fährt eine Fähre die Route Larantuka (Ostflores) – Lewoleba (Lembata) – Baranusa (Pantar) – Kalabahi in 20 Stunden. Einmal die Woche fährt eine Fähre von Atapupu (Westtimor) nach Kalabahi in neun Stunden. Außerdem laufen die Pelni-Passagierschiffe Serimau und Awu wöchentlich Kalabahi an.<ref name="RGTAFA"/> Aufgrund der starken Winde und großen Wellen wird die Verbindung nach Alor während der Regenzeit oft unterbrochen.

Frachter fahren meist von Alor nach Surabaya, Makassar und zu den Molukken. Der Haupthafen Alors hat eine Kapazität von 600 Bruttoregistertonnen.<ref name="RGTAFA"/>

In Kalabahi sorgen Sammeltaxis (Bemos) für den öffentlichen Transport. Zu anderen Orten auf Alor fahren Busse, in das bergige Inselinnere Jeeps, sogenannte Pansars. Über den Wasserweg verbinden kleinere Boote Orte und Nachbarinseln.<ref>Regional Government of Alor: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Transport on Alor (Memento vom 27. Dezember 2004 im Internet Archive)</ref>

Kultur

Vor allem auf Alor und Pantar finden sich Darstellungen von Nagas, mythischen Schlangenwesen, als Schutz an den traditionellen Gemeinschaftshäusern (Adat-Häusern). Der alte Glaube an diese Geisterwesen wurde aber immer weiter zurückgedrängt.<ref>Susanne Rodemeier: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Von Schlangendrachen und Rankennagas. Museum der Weltkulturen, Frankfurt 2008 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 25. Februar 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.journal-ethnologie.de</ref> Anfang des 20. Jahrhunderts verbrannten christliche Missionare alle schlangenähnlichen Holzfiguren, die nicht rechtzeitig von der Bevölkerung versteckt wurden. Auf der Insel Alor waren die hölzernen Nagas mit einem sakralen Stein zu Füßen auf dem zentralen Dorfplatz (Festplatz) aufgestellt und wurden ulenai genannt. Da auch der Lego lego-Tanz verboten wurde, konnten die traditionellen Begräbniszeremonien nicht mehr richtig stattfinden, was dazu führte, dass die Ahnen aus dem Jenseits ebenso wenig wie die verschwundenen Nagas unterstützend eingreifen konnten und die Bevölkerung nicht wusste, wie sie sich vor dem Einfluss der fremden Nagas schützen sollte.

Literatur

Weblinks

Commons: Alor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Alor | Batang | Buaya | Kambing | Kangge | Kapas | Kepa | Kura | Lapang | Nuba | Pantar | Pura | Rusa | Sika | Tereweng | Ternate | Tikus Vorlage:Klappleiste/Ende

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