Zum Inhalt springen

Ferman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. August 2025 um 10:24 Uhr durch imported>Yoursmile (+Wikt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein Ein Ferman ist ein Erlass, ein Dekret, eine Vollmacht oder eine Verordnung eines Souveräns in islamischen Ländern. Die Urkunde wird von ihm oder einem seiner damit beauftragten Minister unterzeichnet. Der Begriff hat seinen Ursprung im persischen فرمان / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und bedeutet so viel wie „Befehl“, „Verordnung“ oder „Auftrag“.

Fermane gab es häufiger im Osmanischen Reich und im indischen Mogulreich. Das türkische Wort Ferman ist ins Deutsche übernommen worden. Auch auf Bewilligungen oder Pässe wird der Begriff angewandt.

Fermane des osmanischen Sultans mit historischer Bedeutung

Datei:Sultan’s Ferman for the establishment of a Bulgarian Exarchate.jpg
Der Ferman zur Errichtung des Exarchats in bulgarischer, osmanischer und griechischer Sprache
  • 1478: Ein Reform-Ferman von Mehmed II. bestätigt nach der Eroberung des Landes gegenüber Geistlichen in Bosnien die Glaubensfreiheit.
  • 1727: Ibrahim Müteferriká wird in einem Ferman von Sultan Ahmed III. die Einrichtung einer Druckerei in Konstantinopel erlaubt.
  • 1811: Der Inselgouverneur von Ägina gestattet den Architekten Charles Robert Cockerell und Carl Haller von Hallerstein die Ausfuhr der zuvor vom Grundbesitzer erworbenen Giebelskulpturen des Aphaiatempels, die über Athen und Zante nach Malta verschifft und dort vom Kunstagenten des bayerischen Kronprinzen Ludwig erworben werden. Seit 1812 sind sie in der Münchner Glyptothek zu sehen.
  • 1826: Sultan Mahmud II. ordnet per Ferman die Auflösung aller Janitscharen-Einheiten in seinem Reich an.
  • Am 28. August 1840 bestätigt der ägyptische Gouverneur Muhammad Ali Pascha in einem Ferman die Unschuld der in der Damaskusaffäre angeklagten Juden aus Damaskus.
  • Am 1. Juni 1841 erhält die Provinz Ägypten unter seinem Gouverneur Muhammad Ali Pascha Autonomie.
  • Am 5. Januar 1856 wird mit einem Ferman des türkischen Sultans die Konzession zum Bau des Sueskanals und zur Bildung einer Aktiengesellschaft hierfür erteilt.
  • Januar 1857: Verbot des Sklavenhandels im osmanischen Mittelmeerraum.<ref>Murray Gordon: L’Esclavage dans le monde arabe – VIIe–XXe siècle. In: Collection Texto. Éditions Tallandier, Paris 2009, ISBN 978-2-84734-633-6, S. 169.</ref>
  • 1867: Mit einem Ferman wird die Übergabe der Stadt Belgrad an Serbien geregelt.
  • 15. März 1868: Mit einem Ferman wird die bulgarische Klassenschule in Plowdiw zum ersten bulgarischen Gymnasium innerhalb des Reiches erhoben.
  • 28. Februar 1870: Ferman zur Errichtung des Bulgarischen Exarchats.
  • 1880: Die deutschen Ausgrabungen in Pergamon werden durch einen Ferman von der Pforte bewilligt.
  • 1889: Aufhebung der Nutzniessung und erblichen Konzessionen von Naphtha-Vorkommen in der Provinz Mossul und Einverleibung in den Privatschatz des Sultans.<ref name=":0">Philippe Pétriat: Aux pays de l’or noir – Une histoire arabe du pétrole. In: Martine Allaire (Hrsg.): Collection folio histoire inédit. Nr. 306. Éditions Gallimard, Paris 2021, ISBN 978-2-07-282739-6, S. 26.</ref>
  • 1898: Aufhebung der Nutzniessung und erblichen Konzessionen von Naphta-Vorkommen in der Provinz Bagdad und Einverleibung in den Privatschatz des Sultans.<ref name=":0" />

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Ferman – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />