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Gabriel de Mortillet

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Datei:Mortillet.jpg
Gabriel de Mortillet, 1895
Datei:Gabriel de Mortillet (Arènes, rue Monge) - Paris CIPA0808.jpg
Denkmal auf dem Gelände der Arena von Lutetia, Zustand bei Errichtung. Die oben aufsitzende Bronze-Büste wurde 1942 eingeschmolzen.

Louis Laurent Gabriel de Mortillet [<templatestyles src="IPA/styles.css" />mɔrtiˈjɛ] (* 29. August 1821 in Meylan bei Grenoble; † 25. September 1898 in Saint-Germain-en-Laye) war ein bedeutender französischer Vorgeschichtsforscher. Er gilt als einer der Begründer der Altsteinzeitforschung als wissenschaftliches Fach. Bedeutend wurde sein System zur relativen Chronologie des Paläolithikums anhand stratigraphischer Beobachtungen.

Leben

Mortillet stammte aus einer royalistischen Familie und wurde von Jesuiten erzogen. Er studierte zunächst Maschinenbau, später auch Geologie und Paläontologie am Conservatoire national des arts et métiers. Als überzeugter Atheist und Republikaner nahm er an der Februarrevolution 1848 teil. Er wurde 1849 unter dem Vorsitz von Louis Napoleon Bonaparte verbannt und zog sich in die Schweiz und nach Italien zurück, wo er 1863 den ersten italienischen neolithischen Fundplatz in Isolino ausgrub. 1863 wurde die Verbannung aufgehoben, Mortillet kehrte nach Frankreich zurück und gründete die erste französische prähistorische Zeitschrift, Matériaux pour l’histoire positive et philosophique de l’homme. 1867 wurde er zum Direktor des Musée des Antiquités Nationales (im Schloss Saint-Germain-en-Laye) bei Paris ernannt, und schließlich 1878 zum Professor an der École d’anthropologie.

Sein Hauptbeitrag ist die Klassifizierung und die Nomenklatur der großen Perioden des Paläolithikums. Diese wurde erstmals anlässlich der Eröffnung des Musée des Antiquités Nationales im Jahre 1867 der Öffentlichkeit präsentiert und erst zwei Jahre später publiziert.<ref>Gabriel de Mortillet: Essai d’une classification des cavernes et des stations sous abri fondée surles produits de l’industrie humaine. In: Materiaux pour l’histoire de l’Homme, 5, Paris 1869, S. 172–179</ref> Darin gliedert er die Steinzeit in 14 (später 9) Zeitalter. Namengebend sind bekannte Typuslokalitäten, von denen einige noch heute benutzt werden:

Sein Hauptwerk ist Le Préhistorique, antiquité de l’homme, das 1892 veröffentlicht und von seinem Sohn, ebenfalls Paläontologe und Prähistoriker, Adrien de Mortillet illustriert wurde.

1905 wurde ihm auf dem Gelände der Arena von Lutetia im Quartier Latin in Paris ein Denkmal gesetzt, das der Bildhauer Alfred La Penne gestaltet hatte. 1942, während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg, wurde die oben aufsitzende Bronze-Büste eingeschmolzen.<Ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vermerk auf Paris Révolutionnaire. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. Oktober 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.parisrevolutionnaire.com </ref>

Sein umfangreicher, aus Notizzetteln, Fundnotizen und Briefen sowie Sonderdrucken eigener und fremder Veröffentlichungen bestehender Nachlass wurde in den 1950er Jahren von der Universität des Saarlandes angekauft. Er wird an der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek (SULB) und im Institut für Vor- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie der Universität des Saarlandes aufbewahrt.

Werke (Auswahl)

  • Géologie et minéralogie de la Savoie. In: Ann. Chambre Royale Agric. Comm., 4, VIII. Imp. Nationale, Chambéry 1858.
  • Notice sur l’origine du langage. In: Congrès International d’Anthropologie et de Archéologie, 4, 1869, S. 285–286.
  • Essai d’une classification des cavernes et des stations sous abri, fondée sur les produits de l’industrie humaine. In: Materiaux pour l’histoire de l’Homme, Band V, 1869.
  • Le Préhistorique antiquité de l’homme. C. Reinwald, Paris 1883.
  • La Formation de la Nation Française. Bibliothèque scientifique internationale, Band 86. F. Alcan, Paris 1897.

Literatur

  • Günther Junghans: Gabriel de Mortillet 1821–1898: Eine Biographie. Materialien zur Darstellung seiner Ideen und Beiträge zur Erforschung von Ursprung und Geschichte der Menschen (= Archäologische Berichte. Bd. 1). Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, Bonn 1987 (Digitalisat bei der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte).
  • Nathalie Richard: Archaeological arguments in national debates in late 19th-century France: Gabriel de Mortillet’s La Formation de la nation FranÇaise (1897). In: Antiquity. Bd. 76, Nr. 291, S. 177–184.

Einzelnachweise

<references />

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