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Welt im Spiegel

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 5. Februar 2026 um 13:16 Uhr durch ~2026-69338-4 (Diskussion) (weia. weder ist Nonsens eine "Form des deutschen Humors", noch eine des späten 20. Jahrhunderts, sondern eine ursprünglich und vor allem englische Form des Humors, daher der Name, und zu verorten gegen Mitte des 19. Jahrhunderts (Edward Lear). Zweitens ist die Parodie gerade kein Nonsense, sondern eine Form der Satire.).
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Welt im Spiegel (WimS) war 1964 bis 1976 eine doppelseitige als Provinzzeitung aufgemachte Kolumne in der satirischen Monatszeitschrift pardon, erschienen im Frankfurter Verlag Bärmeier & Nikel. Die im Kopfteil des Titels abgebildete Weltkugel war tatsächlich spiegelbildlich dargestellt und entsprach damit dem Titel. Daneben erschien das lateinische Motto: „PRO BONO – CONTRA MALUM“ (Für das Gute, gegen das Böse).

Hier veröffentlichten unter verschiedenen Pseudonymen vor allem ihre drei Erfinder, die Lyriker, Autoren und Zeichner Robert Gernhardt, F. W. Bernstein und F. K. Waechter, kurze Texte, in denen sie mit vielen journalistischen und literarischen Gattungen von der einfachen Meldung über den Kommentar bis zum Feuilleton und Gedicht spielten. Außerdem zeichnete sich WimS durch zahlreiche Cartoons (z. B. Jochen von F. K. Waechter) und Comic Strips (z. B. Schnuffis Abenteuer von R. Gernhardt) oder (verfremdete) Fotos aus.

Ähnlich wie die englische Fernsehserie Monty Python’s Flying Circus in Bezug auf das Medium Fernsehen griff WimS aktuelle Formen und Klischees der Zeitungslandschaft auf. Dabei setzten die Autoren bei ihren Lesern sowohl eine umfassende Allgemeinbildung als auch geistige Beweglichkeit und nicht zuletzt eine gewisse Toleranz gegenüber bisher in der deutschsprachigen Literatur seit Dichtern wie Morgenstern, Ringelnatz oder Eugen Roth nicht gewagten Kalauern voraus.

Sonstiges

Der redaktionsintern gebrauchte Ausdruck „verWimSen“ bezeichnete die Umsetzung von realen Personen, Ereignissen, Meldungen und Meinungen auf die Ebene eines „höheren Blödsinns“, der wiederum den alltäglichen Wahnsinn offenbarte.

Alle Ausgaben von WimS aus den Jahren 1964 bis 1976 sind als Reprint in Frankfurt/Main bei Zweitausendeins 1979 und in weiteren Auflagen in gebundener Form erschienen.

Literatur

  • Robert Gernhardt, F. W. Bernstein, F. K. Waechter: Welt im Spiegel: WimS 1964–1976. (Mit Beiträgen zur Vor- und Wirkungsgeschichte von WimS). Zweitausendeins, Frankfurt/Main 1979 und in weiteren Auflagen.
  • Welt im Spiegel : Die unabhängige Zeitung für eine sauberere Welt / Redaktions-Team: F. W. Bernstein [u. a.] Beitr. u. Fotos von Peter Amend [u. a.], Faksimile-Druck, Frankfurt/M. : Bärmeier u. Nikel 1969

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