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Hans Holt

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Hans Holt (* 22. November 1909 in Wien, Österreich-Ungarn als Karl Johann Hödl; † 3. August 2001 in Baden bei Wien) war ein österreichischer Schauspieler.

Leben

Hans Holt wurde am 22. November 1909 als Sohn des Glasermeisters bzw. Magazineurs Karl Hödl (* 27. September 1879 in Esseg in Slawonien; † 24. Juli 1964<ref>Karl Hödls Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 4. Jänner 2026</ref>) und dessen Ehefrau Paulina „Paula“ (geborene Schmider; * 10. Mai 1883 in Kravic in Slawonien; † 16. September 1941<ref>Paula Hödls Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 4. Jänner 2026</ref>) in Wien geboren und am 27. November 1909 auf den Namen Karl Johann getauft.<ref name="Taufbuch, Hans Holt">Taufbuch Wien-03., St. Othmar unter den Weißgerbern, tom. 1/17, fol. 74 (Faksimile), abgerufen am 4. Jänner 2026</ref> Seine Eltern hatten am 2. Mai 1904 in der Kirche des Heiligen Michael (Crkva svetog Mihaela) im Festungsviertel Tvrđa geheiratet.<ref name="Taufbuch, Hans Holt"/> Seine Großeltern väterlicherseits waren der Magazineur Nikolaus Hödl und dessen Ehefrau Anna (geborene Zecker).<ref name="Taufbuch, Hans Holt"/> Die Großeltern mütterlicherseits waren der Wirtschaftsbesitzer Gjuro Schmider und dessen Ehefrau Rosalia (geborene Franz).<ref name="Taufbuch, Hans Holt"/>

In seiner Heimatstadt besuchte er die Bundesrealschule am Donaukanal. In der Schüttel-Realschule war einer seiner Klassenkameraden, der spätere Schauspieler, Karl Schönböck. Holt absolvierte die Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien und debütierte 1930 am Volkstheater. Nach zwei Jahren wechselte er zum Stadttheater Reichenberg in Böhmen.<ref>Hans Holt auf Munzinger, abgerufen am 9. Februar 2013</ref> Er spielte danach auch am Wiener Burgtheater und in Zürich und in Berlin. Dem Theater in der Josefstadt gehörte er mehr als vierzig Jahre an.

Wenige Jahre nach seinem Schauspieldebüt wurde er 1935 für den Film entdeckt, seine ersten beiden Rollen spielte er noch in diesem Jahr als Karl Hödl in zwei Emigrantenproduktionen. Dort war sein Rollenfach der fesche junge Mann, der mit sympathischer Gutmütigkeit das weibliche Publikum eroberte. Zu seinen bekanntesten Filmen aus dieser Zeit gehören Konfetti (1936), Lumpacivagabundus (1936), Die unruhigen Mädchen (1938), Das Ekel (1939) und Unsterblicher Walzer (1939). Bis zum Kriegsende folgten weitere populäre Unterhaltungsfilme wie Der Postmeister (1940), Rosen in Tirol (1940), Wen die Götter lieben (1942), Schrammeln (1944) und Der Millionär (1945/47). Holt stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.<ref>Holt, Hans, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 264f.</ref>

An der Seite von Paula Wessely, Attila und Paul Hörbiger sowie Hans Moser spielte Hans Holt in insgesamt mehr als achtzig Heimatfilmen und Lustspielen. Selbst als über Vierzigjähriger mimte er noch oft den verliebten jungen Mann. Seine bekannteste Rolle wurde dann die des Baron von Trapp in den Heimatfilmen Die Trapp-Familie (1956) und Die Trapp-Familie in Amerika (1958). Dadurch gelang ihm auch der Übergang in das Fach des Vaters und Ehemanns.

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BW
Datei:Holt Hans.jpg
Grabstätte von Hans Holt

Neben seinen Filmrollen trat er auch in Stücken von Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Franz Molnár auf. Außer am Theater in der Josefstadt wirkte er bei Gastspieltourneen an anderen Bühnen mit. Er schrieb auch selbst mehrere Theaterstücke. Eine seiner letzten großen Bühnenrollen war der „Himmlische Konzipist“ in Molnárs Liliom bei den Berndorfer Festspielen unter der Intendanz von Felix Dvorak. In Vanillikipferln spielte er seine letzte Rolle auf der Bühne. In diesem Bühnenstück von Lotte Ingrisch spielte er den alten Oberbaurat.<ref>Rolle in Vanillikipferln auf steffi-line.de</ref>

In späteren Jahren wurde er vor allem Fernsehschauspieler. 1973 war er in 13 Folgen an der Seite von Marika Rökk in der Familienserie Die Schöngrubers zu sehen. Anfang der 1980er Jahre spielte Hans Holt in der Fernsehserie Ich heirate eine Familie sowie in der jeweils samstags ausgestrahlten ORF-Stegreifspielserie Die liebe Familie. 1985 bis 1989 wirkte er als Franz an der Seite von Alfred Böhm in der 26 Episoden langen Serie Der Leihopa mit.

Zu seinen Eigenheiten gehörte ein gedämpfter und leicht näselnder Kammerspielton. In früheren Filmrollen gab er oft Gesangseinlagen. Hans Holt war seit Sommer 1936 mit dem ehemaligen Scriptgirl Renate Bremer (* 8. Oktober 1911 in Tiflis, Russisches Kaiserreich; † 20. Dezember 2004 in Wien) verheiratet,<ref name="Taufbuch, Hans Holt"/><ref name="Trauungsbuch, Hans Holt">Trauungsbuch Wien-12., Hetzendorf, tom. VI, fol. 235 (Faksimile), abgerufen am 4. Jänner 2026</ref> die zeitweise auch als Schauspielerin tätig war.<ref>Artikel in: Wiener Magazin, Jahrgang 1935, S. 2 (Dezember 1935) (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wmg</ref> Am 16. Februar 1942 wurde das erste gemeinsame Kind, der Sohn Peter Georg, geboren, der jedoch am Tag nach der Geburt verstarb.<ref name="Trauungsbuch, Hans Holt"/><ref>Peter Hödls Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 4. Jänner 2026</ref> Am 23. Mai 1944 folgte das zweite Kind, die Tochter Renate Maria,<ref name="Trauungsbuch, Hans Holt"/> die jedoch noch im Säuglingsalter kurz vor Vollendung des ersten Lebensjahres starb.<ref>Renate Hödls (Tochter) Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 4. Jänner 2026</ref>

Hans Holt verstarb im Hilde-Wagener-Künstlerheim in Baden bei Wien.<ref>Schauspiel-Legende Hans Holt verstorben. 91-Jähriger erlag im Badener Künstler-Altersheim einem langen, schweren Leiden. In: derstandard.at, 5. August 2001, abgerufen am 9. September 2018.</ref><ref name="Taufbuch, Hans Holt"/> Seine Ehefrau überlebte ihn um über drei Jahre und wurde am 11. Jänner 2005 an seiner Seite beerdigt.<ref>Renate Hödls (Mutter) Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 4. Jänner 2026</ref> Das Grab der Familie liegt auf dem Neustifter Friedhof (Gruppe H, Reihe 6, Nummer 23).<ref>knerger.de: Das Grab von Hans Holt auf knerger.de</ref>

Filmografie

Theaterstücke

  • Es wird einmal (Uraufführung am 19. November 1949 im Theater in der Josefstadt)
  • Der Zaun (Uraufführung am 1. März 1951 im Theater in der Josefstadt)
  • Der Herzspezialist (Uraufführung am 27. Oktober 1956 im Deutschen Theater Göttingen)
  • Die Rabenmutter (Uraufführung am 18. November 1959 im Theater in der Josefstadt)
  • Der Traumtänzer (Uraufführung am 26. Juli 1973 im Theater in der Josefstadt)

Auszeichnungen

Literatur

  • Rainer Dick: Hans Holt – Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 7, 1986.
  • Hans Holt (gemeinsam aufgezeichnet mit meiner Frau Renate): Jeder Tag hat einen Morgen. Erinnerungen. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 1990, ISBN 3-7766-1645-8.
  • Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 425 f.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 39 f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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