Zum Inhalt springen

Kanna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 31. März 2026 um 08:05 Uhr durch imported>Cuello de pepino (Alten Link wieder eingefügt.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein <templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Kanna
Datei:Kanna flower.jpg

Kanna (Sceletium tortuosum)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Mittagsblumengewächse (Aizoaceae)
Unterfamilie: Mesembryanthemoideae
Gattung: Sceletium
Art: Kanna
Wissenschaftlicher Name
Sceletium tortuosum
(L.) N.E.Br.

Kanna (Sceletium tortuosum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Sceletium in der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae). Sie ist die am weitesten verbreitete Art der Gattung.

Beschreibung

Sceletium tortuosum wächst ausgestreckt bis niederliegend und nur selten kletternd als ausdauernde sukkulente Pflanze. Die dachziegelartig angeordneten Laubblätter sind bei einer Länge von 3 bis 4 Zentimeter und einer Breite von 1 bis 1,5 Zentimeter flach dreieckig mit nach innen gebogenen Spitzen.<ref name="plantzafricaPDF" /> Ihre drei (selten bis fünf) Blattadern sind gerade, die Nebenadern sind kaum auffällig. Die Blasenzellen der Epidermis sind groß, aber ziemlich flach.

In Südafrika reicht die Blütezeit von Juli bis September.<ref name="plantzafricaPDF" /> Die vier bis fünf weißen bis blass gelben, lachs- oder blass rosafarbenen Kronblätter weisen einen Durchmesser von 20 bis 30 Millimeter auf<ref name="plantzafricaPDF" /> und sind spitzzulaufend. Die stumpfen Narben sind weniger als 2 Millimeter lang. Die 10 bis 15 Millimeter langen Kapselfrüchte sind vier- bis fünfkammerig und ihre Klappen sind geflügelt. Die Samen sind braun.

Verbreitung und Systematik

Das Verbreitungsgebiet von Sceletium tortuosum erstreckt sich in Südafrika vom Namaqualand bis nach Montagu und Aberdeen.

Diese Art wurde 1753 von Carl von Linné unter dem Namen (Basionym) Mesembryanthemum tortuosum in seinem Werk Species Plantarum erstveröffentlicht. Nicholas Edward Brown stellte sie 1926 in die Gattung Sceletium.<ref>Nicholas Edward Brown: Mesembryanthemum s.lat. In: E. P. Phillips: The genera of South African plants. S. 245, 1926</ref> Es existieren zahlreiche Synonyme.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Mesembrin, Mesembrenin und Tortuosamin sind die Hauptalkaloide der Kannapflanze. Die frischen Blätter enthalten die stark reizende und toxische Oxalsäure, der Gehalt reduziert sich aber durch die Fermentierung und die Trocknung.<ref name="Smith1996" />

Verwendung

Die Khoikhoi (Hottentotten) verwendeten die oberirdischen Pflanzenteile, fermentiert und getrocknet, zum Schnupfen, Kauen oder in Rauchmischungen. Nachdem die Holländer Südafrika besetzten, wurde das Kanna von ihnen Kougoed genannt, auf Deutsch „Kaugut“ oder „etwas gut zu Kauendes“.

Kanna wird als traditionelles Heilmittel gegen Bauchschmerzen, zur Beruhigung von Kindern und gegen Ängste und Depressionen eingesetzt. In kleinen Mengen wird ihm dabei eine beruhigende Wirkung nachgesagt, in höheren Dosen wirkt Kanna euphorisierend.<ref>N. Gericke, A. M. Viljoen: Sceletium - a review update. In: Journal of Ethnopharmacology. 119, Heft 3, 2008, S. 653–63, doi:10.1016/j.jep.2008.07.043, PMID 18761074.</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Smith1996">M. T. Smith, N. R. Crouch, N. Gericke, M. Hirst: Psychoactive constituents of the genus Sceletium N.E.Br. and other Mesembryanthemaceae: a review. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 50, Nr. 3, 1996, S. 119–130, doi:10.1016/0378-8741(95)01342-3, PMID 8691846 (erowid.org).</ref> <ref name="plantzafricaPDF"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sceletium tortuosum Herba (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) (PDF; 191 kB; englisch)</ref> </references>

Weblinks

Commons: Sceletium tortuosum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien