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Engelgau

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Engelgau
Gemeinde Nettersheim
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(589)&title=Engelgau 50° 30′ N, 6° 41′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(589) 50° 29′ 38″ N, 6° 40′ 41″ O
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Höhe: 518 (350–590) m ü. NHN
Fläche: 9,24 km²
Einwohner: 589 (31. Dez. 2020)<ref name="EinwohnerNettersheim" />
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53947
Vorwahl: 02486
Datei:Karte Gemeinde-Nettersheim.png
Karte
Lage von Engelgau in Nettersheim
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Engelgau ist ein Ortsteil der Gemeinde Nettersheim in der Eifel im Südwesten des Landes Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Euskirchen.

Etwas abseits des Ortskerns kann im Genfbachtal die Ahekapelle besichtigt werden, die in die kirchlichen Aktivitäten (etwa zum Servatiusfest) immer noch eingebunden ist.

Geographie

Wichtigste Straße Engelgaus ist die Landesstraße 115.

Der Ort liegt in direkter Nähe zur Bundesautobahn 1 (Anschlussstellen Nettersheim oder Blankenheim).

Geschichte

Datei:Ahekapelle (Nettersheim) (01).jpg
Ahekapelle westlich von Engelgau

Die Gemarkung Engelgau war schon in römischer Zeit besiedelt. So erwähnt C. A. Eick in seinem Buch über die Eifelwasserleitung römische „Trümmer“ und Grabinschriften an der Ahekapelle.<ref>C. A. Eick: Die römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln. Mit Rücksicht auf die zunächst gelegenen römischen Niederlassungen, Befestigungswerke und Heerstraßen. 1867, S. 20 ff.</ref> Die Kapelle war Teil eines Ortes mit dem Namen Ahe, in dem bis ins 18. Jahrhundert, wie aus den Taufbüchern der Pfarre Zingsheim hervorgeht, Menschen lebten.<ref name=schiffer159 details="S. 173" /> Heute besteht hier nur noch die Ahekapelle.

Engelgau, das bis 1794 zur Grafschaft Blankenheim gehörte, wird schon in Urkunden aus dem Mittelalter erwähnt. So erhielt 1307 Luxemburg vom Grafen von Blankenheim Engelgau als Lehen.<ref name=wackenroder134 /> Eine weitere Urkunde erwähnt Engelgau 1492 als Sitz des Schöffengerichts Gau, dem neben Engelgau auch die Orte Frohngau, Buir, Roderath und Bouderath unterstanden.<ref name=schiffer159 details="S. 159" /> Jacob Grimm veröffentlichte das aus dem Jahre 1582 stammende Weistum von Engelgau in seinem Werk über die Weistümer.<ref>Jacob Grimm (Hrsg.): Weisthümer. Zweiter Theil. Mitherausgegeben von Ernst Dronke und Heinrich Beyer. Göttingen 1840, S. 575–576.</ref>

In der Neuzeit wurde die Nordeifel von mehreren Kriegen heimgesucht, wie dem Kölner Krieg Ende des 16. Jahrhunderts, dem Dreißigjährigen Krieg, den Französischen Raubkriegen, dem Spanischen und dem Österreichischen Erbfolgekrieg. Schlimmstes Ereignis im Spanischen Erbfolgekrieg war, wie der Zingsheimer Pfarrer Matthias Pfleumer (1700–1712) überliefert, eine Hungersnot in Engelgau, da vor allem englische Truppen in Engelgau und Zingsheim die Feldfrucht plünderten oder zerstörten.<ref name=reinartz35>Nikolaus Reinartz: Matthias Pfleumer in Zingsheim, in reformeifriger Eifelpfarrer (1700–1712) (=Heinrich Schiffers (Hrsg.): Veröffentlichungen des Bischöflichen Diözesanarchivs Aachen. 14. Band). Aachen 1952, S. 35 f.</ref> Durch die Nordeifel ziehende französische, englische, niederländische und kaiserliche Truppen sorgten in diesem Krieg bei den Einwohnern beider Orte für viel Angst und Schrecken.<ref>Nikolaus Reinartz: Matthias Pfleumer in Zingsheim, in reformeifriger Eifelpfarrer (1700–1712). 1952, S. 34 ff.</ref>

Während der Zeit der französischen Besetzung des Rheinlands nach 1794 war Engelgau Teil des Kantons Gemünd im Arrondissement Aachen des Rur-Departements.

Etwa zwei Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa erreichten am Morgen des 7. März 1945 amerikanische Truppen, von Zingsheim kommend, Engelgau.<ref>H.-Dieter Arntz: Kriegsende 1944/45 im Altkreis Schleiden. 1. Auflage. Kümpel Verlag, Euskirchen 1995, ISBN 3-9802996-6-X, S. 224.</ref> Damit waren für die Engelgauer die Schrecken des Nationalsozialismus vorbei.

Am 1. Juli 1969 wurde Engelgau nach Nettersheim eingemeindet.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 101.</ref>

Kirche St. Luzia

Datei:Kath. Filialkapelle St. Luzia, Engelgau-2228.jpg
St. Luzia in Engelgau


Engelgau gehört zur Pfarre Zingsheim. Die Kirche ist der heiligen Märtyrin Luzia geweiht.<ref name=schiffer159 details="S. 159">Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. 2004.</ref> Der Kirchturm stammt aus dem 15. Jahrhundert.<ref name="schiffer159" details="S. 160" /> Das ursprüngliche Schiff mit zwei Fensterachsen und der frühere Chorraum stammten aus dem 18. Jh.<ref name=wackenroder134>Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. 1932. S. 134.</ref>

1934 wurde nach Entwürfen des Kölner Architekten Rolf Distel der Bau eines größeren Gotteshauses begonnen. Alles wurde niedergelegt, nur der alte Kirchturm mit Vorhalle blieb bestehen.<ref name="schiffer159" details="S. 160" /> Die Kirche verfügt über 120 Sitz- und 100 Stehplätze.<ref name="schiffer159" details="S. 161" />

Verkehr

Die VRS-Buslinie 820 der RVK verbindet den Ort mit Nettersheim, Marmagen und Bouderath, überwiegend als TaxiBusPlus im Bedarfsverkehr.

Linie Verlauf

Vorlage:Linienverlauf VRS

Literatur

  • Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte, Bauart, Ausstattung. Kall 2004, S. 159 ff.
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. 11. Band, II. Abteilung). Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1932, S. 134 f.

Weblinks

Commons: Engelgau – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="EinwohnerNettersheim"> Das Wichtigste in Kürze. In: nettersheim.de. Gemeinde Nettersheim, abgerufen am 28. Juni 2021. </ref> </references>

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