Blei(IV)-oxid
| Kristallstruktur | |||||||||||||||||||
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| Kristallstruktur von Blei(IV)-oxid (Rutil) | |||||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Pb4+ Vorlage:Farbe O2− | |||||||||||||||||||
| Kristallsystem |
tetragonal (Rutil-Typ)<ref name="Acta" /> | ||||||||||||||||||
| Raumgruppe |
P42/mnm (Nr. 136)<ref name="Acta">P. D’Antonio: Powder Neutron Diffraction Study of Chemically Prepared β-Lead Dioxide. In: Acta Cryst. 1980, B36, 2394–2397, doi:10.1107/S0567740880008813.</ref> | ||||||||||||||||||
| Gitterparameter |
a=496 pm, c=338 pm<ref name="Acta" /> | ||||||||||||||||||
| Koordinationszahlen |
Pb: 6, O: 3<ref name="Acta" /> | ||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Blei(IV)-oxid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Verhältnisformel | PbO2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
brauner bis dunkelbrauner Feststoff<ref name="Merck" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 239,2 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="Merck" /> | ||||||||||||||||||
| Dichte |
9,4 g·cm−3<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
thermische Zersetzung: 290 °C<ref name="Merck" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
praktisch unlöslich in Wasser (0,14 mg·l−1 bei 25 °C)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Blei(IV)-oxid ist eine Verbindung der Elemente Blei und Sauerstoff mit der Verhältnisformel PbO2. Es ist ein dunkelbraunes Pulver, das eine stark oxidierende Wirkung besitzt.
Vorkommen
In der Natur kommt Blei(IV)-oxid als Minerale in der tetragonalen Modifikation Plattnerit und der orthorhombischen Modifikation Scrutinyit vor.
Gewinnung und Darstellung
Blei(IV)-oxid wird technisch entweder über elektrolytische Oxidation oder über chemische Oxidation mit starken Oxidationsmitteln wie Chlor hergestellt:
- <math>\mathrm{Pb^{2+} + 2\,H_2O \rightarrow PbO_2 + 4\,H^+ + 2\,e^-}</math>
- <math>\mathrm{Pb^{2+} + 2\,H_2O \cdot Cl_2 \rightarrow PbO_2 + 4\,H^+ + 2\,Cl^-}</math>
Im Labor erfolgt die Darstellung über die Oxidation einer alkalischen Bleiacetat-Lösung mit Hypochlorit:<ref name="Brauer">Georg Brauer: Blei(IV)-oxyd. In: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1954, S. 571 f.</ref>
- <chem>2 Pb(CH3COO)2 + Ca(OCl)2 + 4 NaOH -> </chem><chem>2 PbO2 + CaCl2 + 4 CH3COONa + 2 H2O</chem>
Eigenschaften
Physikalische Eigenschaften
Es sind fünf Modifikationen von Blei(IV)-oxid bekannt. Sie lassen sich durch Druck- und Temperaturänderungen ineinander überführen. Bis zu einem Druck von 4 GPa (bei 200 °C 1,3 GPa) kristallisiert Blei(IV)-oxid in der tetragonalen β-Modifikation mit Rutilstruktur. Bei höheren Drücken bis zu 7 GPa (bei 300 °C 6 GPa) liegt die orthorhombische α-Struktur vor. Anschließend verändert sich die Struktur zu einem kubischen Kristallsystem und entspricht dabei einer defekten Fluorit-Struktur. Ab 11,4 GPa ist die Struktur orthorhombisch und entspricht derjenigen von Zirconiumdioxid. Ab 29 GPa liegt schließlich eine orthorhombische, dem Cotunnit entsprechende Struktur vor.<ref>J. Haines, J. M. Léger and O. Schulte: The high-pressure phase transition sequence from the rutile-type through to the cotunnite-type structure in PbO2. In: J. Phys.: Condens. Matter 1996, 8, S. 1631–1646. doi:10.1088/0953-8984/8/11/009.</ref>
Chemische Eigenschaften
α-PbO2 ist aufgrund des Inert-Pair-Effekts ein starkes Oxidationsmittel, wobei die Oxidationsstufe 2 der Oxidationsstufe 4 bevorzugt ist.
Es geht beim Erhitzen unter Abspaltung von Sauerstoff zuerst in das Blei(II,IV)-Mischoxid und oberhalb von 550 °C in Blei(II)-oxid über.
Verwendung
Aufgrund des hohen Oxidationsvermögens wird Bleidioxid sowohl großtechnisch als auch im Labor viel verwendet, beispielsweise zur Herstellung von Farbstoffen. Außerdem findet es Anwendung in der Feuerwerkerei, als Elektrode in Akkumulatoren und zur Härtung von Sulfidpolymeren.
Blei(IV)-oxid wird in der organischen Chemie als starkes Oxidationsmittel eingesetzt.
Toxizität
Blei(IV)-oxid ist teratogen, gesundheitsschädlich und umweltgefährlich. Außerdem ist es seit 2006 als karzinogen für den Menschen eingestuft (Kategorie 2: „Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen anzusehen sind, weil durch hinreichende Ergebnisse aus Langzeit-Tierversuchen oder Hinweise aus Tierversuchen und epidemiologischen Untersuchungen davon auszugehen ist, dass sie einen Beitrag zum Krebsrisiko leisten“).<ref name="DFG_2013">MAK- und BAT-Werte-Liste 2013, Mitteilung 49, Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe, Wiley-VCH Verlag, ISBN 978-3-527-67513-5, 2. Juli 2013, doi:10.1002/9783527675135.oth1 (freier Volltext)</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Brandfördernder Stoff
- Stoff mit reproduktionstoxischer Wirkung
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Einatmen
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Bleiverbindung
- Oxid
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 63
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 72