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Luis Moreno Ocampo

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Luis Moreno Ocampo (2012)

Luis Moreno Ocampo (* 4. Juni 1952 in Buenos Aires, Argentinien) war von Juni 2003 bis Juni 2012 Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag.

Leben

Moreno Ocampo stammt mütterlicherseits aus einer Familie, die dem Militär nahe stand; auch während der Militärdiktatur 1976–1983.<ref>Moreno Ocampo: “Mis hijos están orgullosos, aunque a veces encuentren gente que me odia”. 6. Oktober 2022, abgerufen am 27. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaft an der juristischen Fakultät der Universidad de Buenos Aires, das er 1978 mit der Promotion abschloss.

1985 stand er als Assistent dem Staatsanwalt Julio Strassera während des ersten Prozesses gegen die Oberbefehlshaber der argentinischen Militärdiktatur zur Seite.<ref name=":0">Luis Moreno Ocampo. Revista Anfibia; Universidad de San Martín, abgerufen am 27. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von 1987 bis 1992 war er Generalstaatsanwalt von Buenos Aires und klagte die Verantwortlichen für den verlorenen Falklandkrieg an.<ref>Un jurista argentino será fiscal de la Corte Penal Internacional | Noticias ONU. 21. April 2003, abgerufen am 27. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Aus Protest gegen die Verhinderung weiterer Strafprozesse gegen die Verantwortlichen der Diktatur schied Ocampo aus dem Staatsdienst aus. Er versuchte sich in der Folge als Fernsehrichter und verteidigte als Anwalt vor Gericht unter anderem den früheren Fußballstar Diego Maradona und den ehemaligen Wirtschaftsminister Domingo Cavallo. Im Jahre 1987 gründete er die Stiftung Poder Ciudadano, die sich unter seiner Leitung gegen Korruption, für Transparenz in staatlichen Angelegenheiten und Bürgerrechte einsetzt,<ref name=":1">Luis Moreno Ocampo. In: The International Criminal Court Forum. Abgerufen am 27. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und später ein Chapter von Transparency International wurde. Moreno Ocampo selbst wurde Beirats-Mitglied von Transparency International.<ref name=":1" />

Moreno Ocampo arbeitete als Professor der Rechtswissenschaften an der Universidad de Buenos Aires und unterrichtete an den Universitäten von Yale und Harvard in den Vereinigten Staaten.<ref>Luis Gabriel Moreno-Ocampo. In: Carr Center for Human Rights Policy. Abgerufen am 27. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Sommer 2003 folgte er dem Ruf zum Chefankläger des neu gegründeten Internationalen Strafgerichtshofs. 2008 beantragte er einen Haftbefehl gegen einen amtierenden Staatschef, den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir, wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Rahmen des Darfur-Konflikts. Dem Antrag auf Haftbefehl wurde am 4. März 2009 durch die Trial Chamber I des IStGH wegen Kriegsverbrechen stattgegeben. Es handelte sich um den ersten Haftbefehl gegen ein amtierendes Staatsoberhaupt in der Geschichte des IStGH.<ref>Völkermord: Den Haag erlässt Haftbefehl gegen Omar al-Baschir. In: Zeit Online. 4. März 2009, abgerufen am 10. Februar 2021.</ref><ref>Omar al-Baschir: Sudan will Ex-Präsident nach Den Haag ausliefern. In: Zeit Online. 11. Februar 2020, abgerufen am 10. Februar 2021.</ref> In weiteren Verfahren am Internationalen Strafgerichtshof klagte er gegen Laurent Gbagbo (Côte d’Ivoire), Joseph Kony (Uganda) und Jean-Pierre Bemba (DR Kongo).<ref name=":0" />

Im Juni 2012 folgte ihm seine Stellvertreterin, die gambische Juristin und frühere Justizministerin Fatou Bensouda, in das Amt des Chefanklägers.

Als Anwalt für den irakischen Milliardär Hassan Tatanaki half er, dass dieser einer Anklage durch den Strafgerichtshof unter seiner Nachfolgerin Bensouda entging. Laut dem Europäischen Recherchenetzwerk EIC und dem Spiegel erhielt er dafür 750.000 USD. Moreno Ocampo bestätigte auch, dass er bzw. seine Familie mehrere Briefkastengesellschaften an Offshore-Finanzplätzen unterhielten – dies sei legal gewesen.<ref>Ex-Chefankläger Ocampo beschützte libyschen Milliardär. Spiegel Online, 29. September 2017, abgerufen am 3. Oktober 2017.</ref>

Moreno Ocampo ist seitdem in einer großen New Yorker Anwaltskanzlei tätig. Er berät u. a. die Weltbank.<ref>Der Chefankläger Marcus Vetter und Michele Gentile, arte/SWR, 2013, abgerufen am 3. Juli 2013 (deutsch, Filmporträt Luis Moreno Ocampo, 87 Min.).</ref>

Im Spielfilm Argentinien, 1985 – Nie wieder (2022) über den Prozess gegen die Oberbefehlshaber der argentinischen Militärdiktatur wurde Ocampos Rolle vom argentinischen Schauspieler Peter Lanzani übernommen.

Literatur

  • Sven Becker, Marian Blasberg, Dietmar Pieper: Auf der falschen Seite. In: Der Spiegel. Nr. 40, 2017, S. 86–91 (online).

Weblinks

Commons: Luis Moreno Ocampo – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
(keiner)Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag
16. Juni 2003–15. Juni 2012
Fatou Bom Bensouda

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