Zum Inhalt springen

Kreis Lippstadt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. März 2026 um 10:28 Uhr durch imported>Eriosw (fix url genealogy.net).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Kreis Lippstadt COA.svg
Basisdaten (Stand 1974)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(113500) 51° 40′ N, 8° 21′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(113500) 51° 40′ N, 8° 21′ O
 {{#coordinates:51,666667|8,35|primary
dim= globe= name= region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=adm2nd
  }}
Bestandszeitraum: 1817–1974
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Lippstadt
Fläche: 508,17 km²
Einwohner: 113.500 (31. Dez. 1973)
Bevölkerungsdichte: 223 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: LP
Kreisschlüssel: 05 8 36
Kreisgliederung: 60 Gemeinden
Landrat: Josef Raulf (CDU)
Lage des Kreises Lippstadt in Nordrhein-Westfalen
<imagemap>

Bild:KreisLippstadt.PNG|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte

default Kreisreformen in Nordrhein-Westfalen desc bottom-right </imagemap>

Der Kreis Lippstadt war ein Kreis im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Arnsberg. Er lag am südlichen Rand der Westfälischen Bucht zwischen der Lippe und der Möhne.

Geographie

Nachbarkreise

Der Kreis Lippstadt grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Kreise Beckum, Wiedenbrück, Paderborn, Büren, Brilon, Meschede, Arnsberg und Soest.

Geschichte

Der Kreis Lippstadt wurde 1817 im Regierungsbezirk Arnsberg der preußischen Provinz Westfalen gebildet. Er war zunächst in die sechs Bürgermeistereien Anröchte, Erwitte, Geseke, Horn, Lippstadt und Rüthen eingeteilt.<ref name="wlex">Westfalenlexikon 1832-1835. In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.): Nachdrucke zur westfälischen Archivpflege. Band 3. Münster 1978, S. 84 (Nachdruck des Originals von 1834).</ref> Im Rahmen der Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurden die Bürgermeistereien 1843 aufgelöst und durch die fünf Ämter Anröchte, Altenrüthen, Erwitte, Horn und Störmede ersetzt.<ref>Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 31. Oktober 1841 (PDF; 1,6 MB)</ref><ref>Amtsblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg 1843, S. 322. Abgerufen am 2. Februar 2014.</ref><ref>Amtsblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg 1843, S. 326. Abgerufen am 2. Februar 2014.</ref> Bereits 1845 wurde das Amt Horn wieder aufgelöst und auf die Ämter Anröchte und Erwitte aufgeteilt.<ref>Amtsblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg 1845, S. 344. Abgerufen am 2. Februar 2014.</ref>

Die zunächst amtsfreie Stadt Rüthen kam 1937 zum Amt Altenrüthen, das gleichzeitig in Amt Rüthen umbenannt wurde. 1938 wechselten acht Gemeinden vom Amt Anröchte zum Amt Erwitte.<ref>Kommunalverfassung und kommunale Archive im Kreis Soest (Horst Conrad, 1978)</ref> Am 1. Oktober 1949 wurden die beiden nahe bei Lippstadt liegenden lippischen Exklaven Cappel und Lipperode vom Kreis Detmold als amtsfreie Gemeinden in den Kreis Lippstadt umgegliedert.

Vom 28. bis zum 30. September 1948 fand in Lippstadt der zweite Verbandstag der ehemaligen Landesverbände des Deutschen Metallarbeiter Verbunds der britischen Besatzungszone und des Landes Bremen statt. Auf diesem Verbandstag wurde die IG Metall für die britische Besatzungszone und das Land Bremen gegründet. Etwa ein Jahr später, am 1. September 1949, wurde die IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland gegründet.<ref>90 Jahre Industriegewerksschaft Metall 1891 bis 1981. IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland, 1981, Bund-Verlag GmbH Köln, S. 361–363.</ref>

Am 1. Oktober 1969 wurde aus dem Landkreis der Kreis Lippstadt.<ref>Bekanntmachung der Neufassung der Kreisordnung für das Land Nordrhein-Westfalen vom 11. August 1969 im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1969, Nr. 2021, S. 670 ff.</ref>

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden die Kreise Lippstadt und Soest und Teile des Kreises Arnsberg am 1. Januar 1975 durch das Münster/Hamm-Gesetz zum neuen Kreis Soest vereinigt.<ref></ref> Die archivwürdigen Unterlagen des Kreises Lippstadt werden im Kreisarchiv Soest aufbewahrt.

Wappen und Flagge

[[Datei:{{#property:p94}}|100px|links|Wappen des ehemaligen Kreises Lippstadt]] Blasonierung: „In Silber (Weiß) ein durchgehendes schwarzes Kreuz, in der Mitte aufgelegt eine rote heraldische Rose mit goldenen (gelben) Kelchblättern und Butzen.“<ref name="Wappen">Klemens Stadler: Deutsche Wappen, Band 1, Bremen 1964, S. 57</ref>
Wappenbegründung: Das Wappen wurde am 26. September 1936 vom Oberpräsidenten der Provinz Westfalen genehmigt. Das Wappen vereinigt die früheren territorialen Zugehörigkeiten. Das Kreuz steht für Kurköln als Zeichen für die kurkölnischen Städte und Rüthen und Erwitte. Die Rose steht für die Kreisstadt Lippstadt, die von Fürst Bernhard II. 1169 gegründet wurde; sie war darüber hinaus von 1445 bis 1850 im lippischen Mitbesitz.

Der Kreis führte zwei Flaggenvarianten:

Die Flagge ist Schwarz-Weiß-Schwarz im Verhältnis 1:7:1 geteilt mit dem Kreiswappen in der Mitte.

Die Flagge zeigt die Symbole des Kreiswappens.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1819 025.451 <ref>Statistisches Bureau zu Berlin (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des preußischen Staats. Duncker & Humblot, Berlin 1821 (Digitalisat).</ref>
1832 026.956 <ref name="wlex" />
1871 034.757 <ref name="gelex">Gemeindelexikon Westfalen. 1887, S. 131 (genealogy.net).</ref>
1880 037.199 <ref name="gelex" />
1890 037.990 <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1900 041.093 <ref name="demand" />
1910 049.011 <ref name="demand" />
1925 054.188 <ref name="demand" />
1939 061.848 <ref name="demand" />
1950 090.227 <ref name="demand" />
1960 092.600 <ref name="demand" />
1970 108.500 <ref name="sjb72">Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972</ref>
1973 113.500 <ref name="sjb75">Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1975</ref>

Politik

Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946

In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.<ref>Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene.</ref>

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

Jahr CDU SPD FDP DZP BHE KPD
1946 65,3 23,6 06,3 4,5
1948 42,0 27,2 14,2 12,5 2,7
1952 43,7 25,6 11,2 09,7 8,2
1956 47,3 30,5 05,9 06,8 9,5
1961 52,6 30,5 05,2 04,6 7,1
1964 48,2 38,4 05,4 03,6 4,4
1969 52,4 41,1 04,0 02,5

Landräte

Oberkreisdirektoren

Ämter und Gemeinden

Amtsfreie Gemeinden

  1. Cappel (seit 1949)
  2. Geseke, Stadt
  3. Lipperode (seit 1949)
  4. Lippstadt, Stadt
  5. Rüthen, Stadt (seit 1937 im Amt Rüthen)

Ämter

  1. Amt Anröchte
    1. Altengeseke
    2. Altenmellrich
    3. Anröchte
    4. Berenbrock (bis 1938)
    5. Berge
    6. Böckum (bis 1938)
    7. Ebbinghausen (bis 1938)
    8. Horn-Millinghausen (bis 1938)
    9. Klieve
    10. Mellrich
    11. Merklinghausen-Wiggeringhausen (bis 1938)
    12. Norddorf (bis 1938)
    13. Robringhausen
    14. Schallern (bis 1938)
    15. Schmerlecke (bis 1938)
    16. Seringhausen
    17. Uelde
    18. Waltringhausen
  2. Amt Rüthen (bis 1937 Amt Altenrüthen)<ref>Kommunalarchive NRW: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verwaltungszugehoerigkeit (Memento vom 14. Mai 2011 im Internet Archive)</ref>
    1. Altenrüthen
    2. Drewer
    3. Effeln
    4. Hemmern
    5. Hoinkhausen
    6. Kallenhardt
    7. Kellinghausen
    8. Kneblinghausen
    9. Langenstraße-Heddinghausen
    10. Meiste (bis 1911 Miste)
    11. Menzel
    12. Nettelstädt
    13. Oestereiden
    14. Rüthen, Stadt (seit 1937 im Amt Rüthen)
    15. Suttrop
    16. Weickede
    17. Westereiden
  3. Amt Erwitte
    1. Benninghausen
    2. Berenbrock (ab 1938)
    3. Böckum (ab 1938)
    4. Ebbinghausen (ab 1938)
    5. Eikeloh
    6. Erwitte, seit 1936 Stadt
    7. Hellinghausen
    8. Herringhausen
    9. Horn-Millinghausen (ab 1938)
    10. Merklinghausen-Wiggeringhausen (ab 1938)
    11. Norddorf (ab 1938)
    12. Overhagen
    13. Schallern (ab 1938)
    14. Schmerlecke (ab 1938)
    15. Stirpe
    16. Völlinghausen
    17. Weckinghausen
    18. Westernkotten
  4. Amt Störmede
    1. Bökenförde
    2. Bönninghausen
    3. Dedinghausen
    4. Ehringhausen
    5. Eringerfeld (1898 als Gutsbezirk eingerichtet, seit 1928 Gemeinde)<ref name="Reekers"></ref>
    6. Ermsinghausen
    7. Esbeck
    8. Langeneicke
    9. Mönninghausen
    10. Rixbeck
    11. Störmede

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen LP zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1974 ausgegeben. Seit dem 3. Dezember 2012 ist es im Kreis Soest erhältlich (Kennzeichenliberalisierung).

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references responsive />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vor der Gründung Nordrhein-Westfalens im heutigen Gebiet Nordrhein-Westfalens aufgelöste (Land-)Kreise: Bilstein | Blankenheim | Bochum | Brakel | Bünde | Dortmund | Duisburg | Düsseldorf | Elberfeld | Eslohe | Essen | Geilenkirchen | Gelsenkirchen | Gemünd | Gimborn | Gladbach | Grevenbroich-Neuß | Gummersbach | Hagen | Hamm | Hattingen | Heinsberg (1816–1932) | Homburg | Hörde | Kempen | Krefeld | Lechenich | Lennep | Medebach | Mettmann | Mülheim am Rhein | Mülheim an der Ruhr | Neuß | Opladen | Rahden | Rheinbach | Rheinberg | Ruhrort | Schwelm | Solingen | Solingen-Lennep | Uckerath | Waldbröl | Wipperfürth

Ehemalige nordrhein-westfälische (Land-)Kreise: Aachen (1816–1971) | Aachen (1972–2009) | Ahaus | Altena | Arnsberg | Beckum | Bergheim (Erft) | Bielefeld | Bonn | Borken (1816–1974) | Brilon | Büren | Coesfeld (1816–1974) | Detmold | Dinslaken | Düren (1816–1971) | Düsseldorf-Mettmann | Erkelenz | Geilenkirchen-Heinsberg | Geldern | Grevenbroich | Halle (Westf.) | Höxter (1816–1974) | Iserlohn | Jülich | Kempen-Krefeld | Köln | Lemgo | Lippstadt | Lübbecke | Lüdenscheid | Lüdinghausen | Meschede | Minden | Moers | Monschau | Münster | Paderborn (1816–1974) | Rees | Rhein-Wupper-Kreis | Schleiden | Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg | Siegen | Siegkreis | Soest (1817–1974) | Steinfurt (1816–1974) | Tecklenburg | Unna (1930–1974) | Warburg | Warendorf (1816–1974) | Wiedenbrück | Wittgenstein

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein