Sulamith
Sulamith ist ein weiblicher Vorname hebräischen Ursprungs. Er geht auf die in Vorlage:Bibel/Link genannte Sulamith zurück. Prominent griff Paul Celan sie in seiner Todesfuge auf, was Anselm Kiefer in mehreren Gemälden bearbeitet.
Herkunft und Bedeutung
Die Etymologie des Namens Sulamith, hebräisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), lässt sich nicht mit Sicherheit klären. Folgende Möglichkeiten werden in der Forschung diskutiert:<ref>Anselm Hagedorn: Sulamit. In: Bibelwissenschaft. Deutsche Bibelgesellschaft, Oktober 2021, abgerufen am 7. April 2022.</ref><ref>Wilhelm Gesenius: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. 18. Auflage. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6, S. 1334.</ref>
- Gentilname „die Frau aus Schulem“. Dafür spricht der Gebrauch des Artikels, jedoch ist dem Alten Testament kein Ort namens Schulem bekannt, dafür jedoch Shunem (Variante: Sulem), somit vielleicht "Sunamitin", Frau aus Shunem.
- feminines Appellativum von Salomo: „Die Salomonin“. Problematisch jedoch ist die Vokalisation – zu erwarten ist שְׁלֹמִית šǝlōmît.
- Epitheton von Salem, einem vielleicht mythischen Namen für Jerusalem: „Die Jerusalemiterin“. Diese Deutung passt zum urbanen Setting des Hoheliedes, jedoch wirft sie die Frage auf, weshalb Sulamit die Stadt als Bedrohung wahrnimmt und weshalb sie mit Jerusalem verglichen wird.
- Ableitung von שׁלם šlm: „die Wohlbehaltene, die Vollkommene, die Makellose“. Diese Deutung steht im Einklang mit Beschreibungen des Geliebten der Sulamit als „makellos“ und „schönste der Frauen“ (Hld 1,8 EU u. ö.).
- Qual Passiv von שׁלם šlm - vom Frauennamen Mĕšullemet unter Wegfall des Präformativs מ m: „Die Friedfertige“
Varianten
Vom Namen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) existieren verschiedene Varianten in lateinischer Schrift:
- Sulamith
- Sulamit
- Schulammit
- Shulamit
- Shulamith
Die Vulgata schreibt den Namen Sulamitis, in der Septuaginta lautet der Name Σουμανεῖτις Sumaneitis (Codex Vaticanus) oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Codex Alexandrinus).
Bekannte Namensträgerinnen
Vorname
- Schulamit Aloni (1927–2014), israelische Rechtsanwältin, Menschenrechtspolitikerin, Schriftstellerin und Politikerin
- Sulamith Israilewna Anbinder (1904–1977), sowjetische Bildhauerin
- Shulamit Arnon (* 1929), israelische Lehrerin und Autorin
- Shulamit Bat-Dori (1904–1985), Regisseurin, Dramaturgin und Theaterschauspielerin
- Shulamith Firestone (1945–2012), kanadisch-US-amerikanische Soziologin und Feminismus-Theoretikerin
- Shulamit Michaeli-Goldberg (* 1955), israelische Mikrobiologin und Hochschullehrerin
- Sulamith Goldhaber (1923–1965), österreichisch-amerikanische Nuklearphysikerin
- Shulamit Kishik-Cohen (1917–2017), israelische Spionin
- Schulamit König (1930–2021), israelische Menschenrechtlerin
- Schulamit Lapid (* 1934), israelische Schriftstellerin
- Schulamit Levenberg (* 1969), israelische Biologin und Hochschullehrerin
- Shulamit Michaeli-Goldberg (* 1955), israelische Mikrobiologin und Hochschullehrerin
- Shulamit Ran (* 1949), israelisch-amerikanische Komponistin und Musikpädagogin
- Shulamit Reinharz (* 1946), aus den Niederlanden stammende US-amerikanische Soziologin
- Shulamith Shahar (1928–2025), israelische Historikerin
- Shulamit Volkov (* 1942), israelische Historikerin
- Sulamith Wülfing (1901–1989), deutsche Künstlerin und Illustratorin
Kunstfiguren
- Sulamith, die Geliebte im Hohelied des Salomon
- Sulamith, in Paul Celans Todesfuge die Repräsentantin für die jüdischen Opfer
- Abraham Goldfadens Melodram Sulamith oder Tochter Jerusalems (1889)
- Sulamith, Name eines jüdischen Mädchens, das im Gedicht „Über die verbrannte Jüdin“ der polnischen Dichterin Halina Poświatowskas angesprochen wird
- Sulamith, Hauptfigur in dem gleichnamigen deutschen Spielfilm (1917) von Eugen Illés mit Ica von Lenkeffy in der Rolle der Sulamith
Siehe auch
- Sulamith (Zeitschrift) (1806–1843)
- Sulamith und Maria, Tafelbild des deutschen Malers Franz Pforr aus dem Jahre 1811
- Salome (Name)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />