Zum Inhalt springen

Maloche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Juli 2024 um 11:01 Uhr durch imported>Horst Gräbner (Unfug rückgängig).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Maloche bezeichnet umgangssprachlich „schwere Arbeit“. Das Wort geht auf {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (melā(')ḵā(h)meläkä), „Arbeit“,<ref name="althaus">Hans Peter Althaus: Chuzpe, Schmus & Tacheles: jiddische Wortgeschichten. C. H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-51065-6, S. 68/69, books.google.de.</ref> in aschkenasischer Aussprache malōchō, zurück. Wie viele andere Jiddismen fand es über das Westjiddische sowie das Rotwelsche, in dem es seit dem 18. Jahrhundert bezeugt ist, Eingang in die deutsche Umgangssprache.<ref name="althaus" />

Der „große“ Duden nahm den Begriff Maloche 1987 auf und definierte seine Verwendung als salopp für „[schwere] Arbeit“. Nach Hans Peter Althaus ist im Rotwelschen Meloche, Melouche, Maloche, Maloge zwischen 1822 und 1922 für „Arbeit, Beschäftigung, Gewerbe, Handwerk“ verwendet worden, das entsprechende Verb ist schon seit 1750 nachzuweisen und bedeutete „arbeiten, machen, tun, verfertigen, schreiben“. Im Südhessischen Wörterbuch wurden die Verbformen melochen, melachen, malochen als „schwer arbeiten, schuften“ definiert; ein Melochem als jemanden, der niedrige Arbeiten verrichtet. Hermann Fischer bezog sich in seinem Schwäbischen Wörterbuch auf die Gaunersprache und nannte als weitere Bedeutungen „Plünderung“ und „Schikanierung“.<ref name="althaus II">Hans Peter Althaus: Zocker, Zoff & Zores. Jiddische Wörter im Deutschen. C. H. Beck, München 2002, S. 47 f., books.google.de</ref> Andere Quellen, die eher von einer jiddischen Herkunft ausgehen, bezeichnen beispielsweise den Handwerksburschen als Melochestift. In Thüringen stand 1786 Melooche für „Verwirrung“, im Rheinland wurde Malochem für „schwere Arbeit“, aber auch „Unglück, Pech“ als Übernahme aus der Sprache der Juden belegt. Die Verwendung für „Kunstgriff“ im Brandenburgisch-Berlinischen Wörterbuch von 1980 ist nach Althaus dagegen nicht eindeutig belegt.<ref name="althaus II" />

Die Bedeutung für harten Körpereinsatz wurde unter anderem durch oberschlesische Bergarbeiter, die den Begriff von polnischen Juden übernommen hatten, in den Kohleabbaugebieten des Ruhrgebiets verbreitet.<ref>Peter Heisch: Die bittersüsse Last der Arbeit. Anmerkungen zum Thema Arbeit im allgemeinen Sprachgebrauch. In: Sprachspiegel. Hrsg. vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache (SVDS), 62 (2006), S. 108–113 (doi:10.5169/seals-421898).</ref> So wird der Begriff heute vor allem als typisches Wort des Ruhrdeutschen wahrgenommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ruhrdeutsch verschwindet aus dem Alltag. (Memento vom 20. Mai 2016 im Internet Archive) In: DerWesten.de, 26. Juni 2011, erschienen in der NRZ.</ref>

Sport

Im Fußball gibt es einige Vereine, welche sich aufgrund ihrer Geschichte und Vereinsidentität als Malocher-Clubs sehen. Häufig sind das Vereine, die vom Bergbau geprägt wurden wie zum Beispiel der FC Schalke 04<ref>Leitbild – Fußball – Schalke 04. In: Fußball. Abgerufen am 24. Dezember 2020.</ref> oder der polnische Verein Zagłębie Lubin.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Maloche – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />