Zum Inhalt springen

Intergovernmental Authority on Development

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 20:40 Uhr durch imported>TaxonBot (Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:IGAD.PNG
Datei:IGAD-logo.png
Logo der IGAD, Flaggen und Lage der Mitgliedsstaaten

Die Intergovernmental Authority on Development (IGAD) ist eine regionale Organisation von Staaten in Nordostafrika (Regionale Wirtschaftsgemeinschaft) mit Sitz in Dschibuti. Sie ist seit 1996 die Nachfolgeorganisation der IGADD (Intergovernmental Authority on Drought and Development), die 1986 als Initiative des dschibutischen Präsidenten Hassan Gouled Aptidon gegründet worden war. Ziel ist die Unterstützung der Mitgliedsstaaten in ihrer Entwicklung.

Der Exekutivsekretär ist seit November 2019 der Äthiopier Dr. Workneh Gebeyehu.<ref>IGAD - Executive Secretary. Abgerufen am 11. Juni 2020.</ref> Zuvor war Gebeyehu Außenminister Äthiopiens, was von der eritreischen Regierung als Ausdruck eines übermäßigen Einflusses Äthiopiens auf die Organisation gewertet wird.<ref name="BBC2025">Tesfalem Araia; Hanna Temuari: Eritrea quits regional bloc as tensions rise with Ethiopia. In: BBC News. 12. Dezember 2025, abgerufen am 14. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Aufgabe

Die IGAD definiert ihre Aufgabe als Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Schaffung von Ernährungssicherheit und im Umweltschutz, bei Friedenssicherung und humanitären Maßnahmen sowie in wirtschaftlicher Entwicklung und Integration. IGAD ist ein sicherheitspolitisches Forum, das neben der wirtschaftlichen Integration vor allem regionale Stabilität und Ernährungssicherheit in Ostafrika fördern soll.<ref name="BBC2025" />

Mitglieder

Erfolge und Probleme

Datei:Supranational African Bodies-fr.svg
Mitgliedschaft in supranationalen Organisationen
  • Auch die Somalia-Verhandlungen in Nairobi konnten erfolgreich bis zur Schaffung einer föderativen Übergangsregierung vorangetrieben werden, allerdings gelang es dieser Regierung bislang nicht, den somalischen Bürgerkrieg zu beenden. Zur Unterstützung der Übergangsregierung sollte unter maßgeblicher Beteiligung der IGAD-Staaten eine Friedensmission IGASOM entsandt werden. Diese wurde zur African Union Mission in Somalia und wurde Anfang 2007 entsandt, erreicht aber nicht ihren ursprünglich vorgesehenen Umfang.

Der Friedens- und Sicherheitsbereich umfasst auch das regionale Conflict Early Warning Center (CEWARN) und ein regionales Projekt zur Terrorismusprävention, beide in Addis Abeba, und übernimmt Aufgaben für die Afrikanische Union.

In anderen Bereichen konnte die IGAD noch keine durchschlagenden Erfolge verzeichnen. Kenia und Uganda konzentrieren sich eher auf die Ostafrikanische Gemeinschaft als auf die IGAD. Auch konnte die IGAD den Eritrea-Äthiopien-Krieg 1998–2000 nicht verhindern und die weiterhin bestehenden Spannungen zwischen beiden Ländern nicht abbauen. Eritrea erklärte 2007, dass es wegen Differenzen mit Äthiopien bezüglich Somalia seine Mitgliedschaft in der IGAD suspendieren möchte.<ref>Asmara: Verantwortungslose Resolutionen – Eritrea suspendiert seine Mitgliedschaft im nordostafrikanischen Staatenbündnis IGAD, in: AG Friedensforschung Uni Kassel.</ref><ref>Eritrea: Govt Suspends Igad Membership</ref> 2008 versuchten Kenia und Sudan erfolglos, Eritrea zur Rückkehr in die Organisation zu bewegen.<ref>Eritrean president turns down calls to return to IGAD, in: Sudan Tribune, 16. August 2008.</ref>

Die eritreische Regierung warf IGAD im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen vor, sich einseitig auf die Seite Äthiopiens zu stellen und zu einem „Werkzeug“ gegen Länder wie Eritrea geworden zu sein.<ref name="BBC2025" /> Während des Grenzkriegs und nachfolgenden Krisen wurde Eritrea von IGAD-Mitgliedern zudem beschuldigt, durch Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Mitgliedstaaten zur Destabilisierung der Region beizutragen; auf Initiative Äthiopiens forderte IGAD die Afrikanische Union und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zeitweise auf, Sanktionen gegen Eritrea zu verhängen.<ref name="BBC2025" /> Eritrea selbst bestritt diese Vorwürfe und warf seinen Nachbarn vor, gemeinsam mit westlichen Staaten auf eine Destabilisierung des Landes hinzuarbeiten.<ref name="BBC2025" /> Im Zuge eines Grenzstreits brach Eritrea 2009 zudem die diplomatischen Beziehungen zu Dschibuti ab, das den Sitz der IGAD beherbergt, was die Spannungen weiter verschärfte.<ref name="BBC2025" />

Seit 2023 spitzten sich die ohnehin fragilen Beziehungen zwischen Eritrea und Äthiopien erneut zu, wobei Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed wiederholt einen Zugang seines Landes zum Roten Meer über eritreisches Territorium forderte.<ref name="BBC2025" /> In diesem Zusammenhang stellten Abiy und andere hochrangige Vertreter in Addis Abeba öffentlich die bisherigen Grenzen und die Anerkennung der eritreischen Unabhängigkeit infrage, was in Asmara als existentielle Bedrohung wahrgenommen wurde.<ref name="BBC2025" />

Vor diesem Hintergrund kündigte Eritrea am 12. Dezember 2025 an, seine Mitgliedschaft in der IGAD erneut zu beenden, da die Organisation nach Ansicht der eritreischen Regierung ihr rechtliches Mandat verloren habe, keinen strategischen Nutzen mehr biete und nicht zur Stabilität der Region beitrage; IGAD wies die Kritik zurück und betonte, Eritrea habe seit seiner Rückkehr 2023 an keinen Sitzungen, Programmen oder Aktivitäten der Organisation teilgenommen.<ref name="BBC2025" /> Beobachter äußerten die Sorge, dass die scharfe Rhetorik zwischen Asmara und Addis Abeba und der erneute IGAD-Austritt Eritreas das Risiko einer weiteren bewaffneten Auseinandersetzung im Horn von Afrika erhöht, zumal die Organisation insgesamt dafür kritisiert wird, bislang weder regionale Stabilität noch eine engere Integration im von Bürgerkriegen, Terrorismus und zwischenstaatlichen Spannungen geprägten Raum wirksam gefördert zu haben.<ref name="BBC2025" />

Weblinks

  • igad.int, Website der Intergovernmental Authority on Development (englisch)

Einzelnachweise

<references/>