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Torsten May

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Torsten May Vorlage:SportPicto
Datei:Torsten May 2024.jpg
Torsten May (2024)
Daten
Geburtsname Torsten May
Geburtstag 10. September 1969
Geburtsort Glauchau
Nationalität Deutsch
Gewichtsklasse Cruisergewicht
Stil Rechtsauslage
Größe 1,93 m
Kampfstatistik als Profiboxer
Kämpfe 25
Siege 22
K.-o.-Siege 12
Niederlagen 3
Profil in der BoxRec-Datenbank
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
WM-Medaillen 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Olympische Spiele
Gold Barcelona 1992 Halbschwergewicht
Weltmeisterschaften
Gold Sydney 1991 Halbschwergewicht

Torsten May (* 10. September 1969 in Glauchau) ist ein ehemaliger deutscher Boxer und heutiger Boxtrainer.

Sein größter Erfolg war der Olympiasieg bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona.

Amateurkarriere

Torsten May boxte 1990/91 für Boxring Brandenburg in der 1. Bundesliga, erreichte nach Finalniederlage gegen Dariusz Michalczewski den zweiten Platz beim Chemiepokal 1990 in Halle<ref>Chemistry Cup 1990</ref> und gewann 1991 den Deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht, nachdem er sich gegen Gerhard Schoberth, Torsten Bengtson, Bert Schenk und Sven Lange durchgesetzt hatte.<ref>German National Championships 1991</ref>

Nach Siegen beim Strandja Tournament 1991 in Bulgarien<ref>Strandja Memorial 1991</ref> und der Militär-Weltmeisterschaft (CISM) 1991 in Deutschland<ref>CISM Championships 1991</ref>, startete er auch bei der Weltmeisterschaft 1991 in Sydney. Dort gewann er mit Siegen gegen Patrice Aoussi aus Frankreich, Orestes Solano aus Kuba, Mehmet Gürgen aus der Türkei und Andrei Kurnjawka aus der Sowjetunion die Goldmedaille<ref>World Championships 1991</ref> und qualifizierte sich damit auch für die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona. Dort besiegte er den Nordkoreaner Kim Gil-nam, den Kanadier Dale Brown, den US-Amerikaner Montell Griffin, den Polen Wojciech Bartnik und im Finale Rostyslaw Saulytschnyj aus der Sowjetunion und wurde Olympiasieger.<ref>Olympic Games 1992</ref> Für den Gewinn der Goldmedaille erhielt er am 23. Juni 1993 das Silberne Lorbeerblatt.<ref>Landessportbund Niedersachsen e. V., VIBSS: Der Bundespräsident und seine Aufgaben im Bereich des Sports … Am 23. Juni 1993 zeichnete Bundespräsident von Weizsäcker […] behinderte und nicht behinderte Sportler, und zwar die Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Spiele 1992, mit dem Silbernen Lorbeerblatt aus …</ref>

Weitere Erfolge waren der Gewinn der AIBA Challenge Matches 1992 in Tampa<ref>AIBA Challenge Matches 1992</ref> und 1993 in Istanbul, wobei er in den Finalkämpfen jeweils erneut Andrei Kurnjawka und Wojciech Bartnik besiegte.<ref>AIBA Challenge Matches 1993</ref> Zudem gewann er 1993 den Chemiepokal mit einem Finalsieg gegen den Kubaner Dihosvany Vega.<ref>Chemistry Cup 1993</ref>

Im Mai 1993 verlor er im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Tampere knapp mit 4:5 gegen Wojciech Bartnik.<ref>World Championships 1993</ref>

Profi

1993 wechselte May ins Profilager und zum Sauerland-Boxstall, dort debütierte er unter Trainer Manfred Wolke. Von der Presse wurde er bereits als Nachfolger Henry Maskes gehandelt, da beide Karrieren sich ähnelten. May, dem das nie so recht war, sollte dann auch nicht die Erfolge aufweisen. Im Mai 1994 wurde er in Koblenz durch einen Sieg über Ralf Rocchigiani deutscher Meister im Cruisergewicht.<ref>BoxRec: Torsten May. Abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref> Ende August 1996 verlor May, der weniger Monate zuvor von Wolke zu Trainer Darkie Smith gewechselt war, erstmals in seiner Profi-Karriere, den in der Stierkampfarena von Palma de Mallorca vor 7000 Zuschauern den WM-Titelkampf nach IBF-Version nach Punkten gegen Adolpho Washington<ref>Stefan Reckziegel: Blauäugige Taktik. In: Hamburger Abendblatt. 2. September 1996, abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref> und konnte sich lange nicht von dieser Niederlage befreien.

So gab er im Jahr darauf bei einem Kampf gegen Stefan Angehrn, den er bis dahin dominierte, auf, um eine Gesichtsverletzung nicht zu verschlimmern. Zwar brachte ihm das den Respekt seiner Fans und der Presse ein, welche in ihm den „intelligenten Boxer“ sah, dennoch wirkte hier noch die Niederlage aus dem Jahr zuvor nach.<ref>„Ich hatte immer Angst“, Interview mit May auf Spiegel Online vom 29. Dezember 1997</ref>

1999 konnte May sich dann von seiner WM-Niederlage lösen, als er gegen seinen ehemaligen Gegner Adolpho Washington den IBF Intercontinental-Titel gewann. Im selben Jahr wurde er zudem Europameister im Cruisergewicht. 2001 hätte ihm ein weiterer erfolgreicher EM-Kampf gegen den Ukrainer Alexander Gurow eine weitere WM-Chance einbringen können. Stattdessen unterlag er jedoch durch technisches KO und trat anschließend zurück.

Ab 2001 war Torsten May in Köln Trainer im Boxstall von Wilfried Sauerland und betreute unter anderem seinen Bruder Rüdiger May. Zudem war er vier Jahre lang Assistenztrainer von Ulli Wegner. 2006 eröffnete May, der ein Fernstudium als Fitnessfachwirt abschloss, mit seinem Bruder Rüdiger sowie Vater Uli in Köln einen Boxclub.<ref>Maylife Boxclub > Torsten May. Abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref> Er ist Botschafter der Kampagne „Deutschland bewegt sich!“<ref>Stadt Düren: "Deutschland bewegt sich und Düren macht mit!" Abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref> und seit 2007 auch als Motivationstrainer tätig.<ref>Torsten May Motivation - Vita. Abgerufen am 19. Oktober 2019.</ref>

Torsten May ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Erfolge

als Amateur

Bilanz: 120 Siege – 35 Niederlagen

  • 1987: DDR-Juniorenmeister und Spartakiadesieger
  • 1991: Deutscher Meister im Halbschwergewicht
  • 1991: Weltmeister im Halbschwergewicht
  • 1992: Olympiasieger im Halbschwergewicht
als Profi

Bilanz: 22 Siege – 3 Niederlagen

  • 7. Mai 1994: Deutscher Meister im Cruisergewicht
  • 5. Juni 1999: Interkontinentaler Meister der IBF im Cruisergewicht (1 Titelverteidigung)
  • 27. November 1999: Europameister der EBU im Cruisergewicht

Literatur

Weblinks

Commons: Torsten May – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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1920: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Edward Eagan | 1924: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Harry Mitchell | 1928: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Víctor Avendaño | 1932: Sudafrika 1928Datei:Flag of South Africa (1928-1982).svg David Carstens | 1936: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Roger Michelot | 1948: Sudafrika 1928Datei:Flag of South Africa (1928-1982).svg George Hunter | 1952: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Norvel Lee | 1956: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg James Boyd | 1960: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cassius Clay | 1964: Vorlage:ITA-1946 Cosimo Pinto | 1968: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Danas Pozniakas | 1972: JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Mate Parlov | 1976: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Leon Spinks | 1980: JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Slobodan Kačar | 1984: JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Anton Josipović | 1988: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andrew Maynard | 1992: DeutschlandDeutschland Torsten May | 1996: KasachstanDatei:Flag of Kazakhstan.svg Wassili Schirow | 2000: RusslandRussland Alexander Lebsjak | 2004: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andre Ward | 2008: China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Zhang Xiaoping | 2012: RusslandRussland Jegor Mechonzew | 2016: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Julio César La Cruz | 2020: KubaDatei:Flag of Cuba.svg Arlen López | 2024: UkraineUkraine Oleksandr Chyschnjak

Liste der Olympiasieger im Boxen

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1974: Mate Parlov | 1978: Sixto Soria | 1982: Pablo Romero | 1986: Pablo Romero | 1989: Henry Maske | 1991: Torsten May | 1993: Ramón Garbey | 1995: Antonio Tarver | 1997: Alexander Lebsjak | 1999: Michael Simms | 2001: Jewgeni Makarenko | 2003: Jewgeni Makarenko | 2005: Jerdos Dschanabergenow | 2007: Abbos Atoyev | 2009: Artur Beterbijew | 2011: Julio César La Cruz | 2013: Julio César La Cruz | 2015: Julio César La Cruz | 2017: Julio César La Cruz | 2019: Beksad Nurdäuletow | 2021: Robby Gonzales | 2023: Nurbek Oralbai | 2025: Dschambulat Bischamow Vorlage:Klappleiste/Ende