Zum Inhalt springen

Silbermeerkatze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. Oktober 2023 um 18:15 Uhr durch imported>Nordelch (Zusatz).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Silbermeerkatze
Datei:Cercopithecus mitis doggetti 44227494.jpg

Silbermeerkatze (Cercopithecus mitis doggetti)

Systematik
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Meerkatzenartige (Cercopithecini)
Gattung: Meerkatzen (Cercopithecus)
Art: Diademmeerkatze (Cercopithecus mitis)
Unterart: Silbermeerkatze
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus mitis doggetti
Pocock, 1907

Die Silbermeerkatze (Cercopithecus mitis doggetti) ist eine Unterart der in Afrika weit verbreiteten Diademmeerkatze. Ihr kleines Verbreitungsgebiet umfasst eine am Eduardsee und der Nordspitze des Tanganjikasees gelegene Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo, Teile von Ruanda und Burundi, den Süden Ugandas und reicht bis in das nordwestliche Tansania (Kagera).<ref name="HMW" />

Merkmale

Die Silbermeerkatze ähnelt der Diademmeerkatze, unterscheidet sich aber durch das silbergraue Rückenfell. Ihr übriges Fell ist meist blaugrau gefärbt. Die Kopfoberseite, der Nacken und das letzte Drittel des Schwanzes sind schwarz. Die Haare sind an der Basis grau und anschließend fünf- bis neunmal alternierend gelb und schwarz gefärbt. Körpermaße wurden bisher nur von einem einzelnen, ausgewachsenen Weibchen genommen. Das Tier hatte eine Kopf-Rumpf-Länge von 48,7 cm und einen 65,5 cm langen Schwanz.<ref name="HMW" />

Lebensweise

Die Silbermeerkatze ist bisher nur wenig erforscht worden. Sie sind tagaktiver Baumbewohner und leben in Primär-, Sekundär- und Bergwäldern (bis in Höhen von 2700 Metern) in Gruppen die aus einem Männchen mit mehreren Weibchen oder aus mehreren Männchen, mehreren Weibchen sowie dem dazugehörigen Nachwuchs bestehen. Die Gruppengröße liegt zwischen 15 und über 60 Tieren. Im Nyungwe-Wald waren die Territorien, die die Gruppen bewohnten, etwa 25 Hektar groß. Ihre Nahrung besteht zu über 50 % aus Früchten, außerdem nehmen sie viele Insekten zu sich. Blätter, Samen, Blüten, Pilze, Baumsäfte, Moose und Flechten machen den Rest ihrer Nahrung aus. Tiere, die in Sumpfgebieten oder Galeriewäldern leben, fressen auch die weichen Stängel des Papyrus. Zu den Insekten, die verspeist werden, zählen Termiten, Grashüpfer, Ameisen, Käferlarven, die in verrottendem Holz gefunden werden, und Zikaden.<ref name="HMW" />

Systematik

Die Silbermeerkatze ist eine der über 20 Unterarten der Diademmeerkatze (Cercopithecus mitis). Der britisch-australische Primatologe Colin Groves erhob sie 2001 in den Rang einer eigenständigen Art,<ref>Colin Groves (2001): Primate Taxonomy. Washington D.C.: Smithsonian Institution Press. ISBN 1-56098-872-X</ref> was im Primatenband des Handbook of the Mammals of the World so übernommen wurde, in anderen Veröffentlichungen und systematischen Quellen aber keine Anerkennung fand.<ref name="Kingdon" /><ref name="IUCN" /><ref name="ASM" /> Nach Zinner und Mitarbeitern bildet die Silbermeerkatze zusammen mit der Goldmeerkatze (C. m. kandti) und weiteren Unterarten eine in der östlichen Demokratischen Republik Kongo und im Gebiet der Afrikanischen Großen Seen vorkommende Klade der Diademmeerkatze.<ref name="Zinner" /> Die Silbermeerkatze hybridisiert im Bwindi-Regenwald mit C. m. stuhlmanni und im Gombe-Stream-Nationalpark mit der Rotschwanzmeerkatze (C. ascanius). Außerdem wurden Hybridisierungen mit der Dent-Meerkatze (C. denti) und im Mgahinga-Gorilla-Nationalpark mit der Goldmeerkatze festgestellt.<ref name="HMW" />

Das vereinfachte Kladogramm nach Zinner und Mitarbeitern (2022) zeigt die systematische Stellung der Silbermeerkatze.<ref name="Zinner" />




Östliche Klade der Diademmeerkatze


   



C. m. stuhlmanni


   

Goldmeerkatze (C. m. kandti)


   

Silbermeerkatze (C. m. doggetti)


Vorlage:Klade/Wartung/3
<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

   

C. m. kolbi


<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

   

C. m. heymansi


   

C. m. francescae


<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

   

Westliche Klade der Diademmeerkatze + Große Weißnasenmeerkatze (C. nictitans)


<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

Vorlage:Klade/Wartung/Style

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

Der Unterartzusatz ehrt den Tiersammler Walter Grimwood Doggett (1876–1905).<ref name="Beolens"/>

Gefährdung

Da die Silbermeerkatze auch in einigen Schutzgebieten wie dem Nyungwe-Wald im Südwesten Ruandas, dem Gombe-Stream-Nationalpark in Tansania und im Bwindi Impenetrable National Park und Mgahinga-Gorilla-Nationalpark<ref name="HMW" /> in Uganda vorkommt, listet die IUCN die Silbermeerkatze als ungefährdet.<ref name="IUCN" />

Literatur

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer-Verlag, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-540-43645-6.
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Einzelnachweise

<references> <ref name="ASM"> Cercopithecus mitis Wolf, 1822 in der ASM Mammal Diversity Database </ref> <ref name="HMW"> Elizabeth L. Gadsby, Colin P. Groves, Aoife Healy, K. Praveen Karanth, Sanjay Molur, Tilo Nadler, Matthew C. Richardson, Erin P. Riley, Anthony B. Rylands, Lori K. Sheeran, Nelson Ting, Janette Wallis, Siân S. Waters, Danielle J. Whittaker: Family Cercopithecidae (Old World Monkeys). In: Russell A. Mittermeier, Anthony B. Rylands, Don E. Wilson: Handbook of the Mammals of the World. Band 3: Primates. Lynx Editions, 2013, ISBN 978-84-96553-89-7, S. 694–695. </ref> <ref name="Kingdon"> Thomas Butynski, Jonathan Kingdon, Jan Kalina (Hrsg.): Mammals of Africa Volume II. Primates. Bloomsbury, London, 2013, ISBN 978-1-4081-2252-5, S. 330–334. </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2022. Eingestellt von: Butynski, T.M. & De Jong, Y.A., 2021. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Zinner"> Dietmar Zinner, Sascha Knauf, Idrissa S. Chuma, Thomas M. Butynski, Yvonne A. De Jong, Julius D. Keyyu, Rehema Kaitila, Christian Roos: Mito-phylogenetic relationship of the new subspecies of gentle monkey Cercopithecus mitis manyaraensis, Butynski & De Jong, 2020. Primate Biology, Band 9, Nr. 1, PB, 9, S. 11–18, 2022, doi:10.5194/pb-9-11-2022. </ref> <ref name="Beolens">Beolens, Watkins & Grayson: The Eponym Dictionary of Mammals. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2009, ISBN 978-0-8018-9304-9, S. 113 (Doggett).</ref> </references>