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Cosima von Bonin

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Tagedieb am Wiener Graben (2010)

Cosima von Bonin (* 1962 in Mombasa, Kenia) ist eine deutsche Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Köln. Von Bonin erschafft Konzeptkunst und arbeitet u. a. mit Textilien, Filmen, Soundloops und Installationen.

Leben

Cosima von Bonins Vater war Shippingmanager in der Zementindustrie. 1967 zog die Familie nach Salzburg. Sie ist Autodidaktin.<ref name=":0">Cosima von Bonin im Munzinger-Archiv, abgerufen am 23. März 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>

Seit 1992 ist sie mit Michael Krebber verheiratet, den sie über Martin Kippenberger kennenlernte, als Krebber noch dessen Assistent war.

Anfang der 1990er Jahre war sie auf Vorschlag der beiden ein Jahr lang Gaststudentin bei Werner Büttner an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, produzierte aber keine eigenen Werke.<ref name=":1">Daniel Kothenschulte: Adlerauge und Adlerohr. Cosima von Bonin ist die ungekrönte Königin des Cartoons in der Kunst – und macht ihr Spielzeug für die Enfants terribles. Was treibt sie um? Eine Begegnung. In: Monopol-Magazin. Nr. 5, 2023, S. 58–73, 72 f..</ref> Zu Anfang der 2000er Jahre übernahm sie dort eine Gastprofessur, lehnte aber spätere diesbezügliche Angebote ab.<ref name=":1" /><ref>HFBK Hamburg, über Annette Kelm: Von 1998 bis 2004 studierte sie an der HFBK Hamburg, bei Wolfgang Tillmanns, Wiebke Siem, Cosima von Bonin und Stephan Dillemuth.</ref>

Wirken

Von Bonins Themen sind die Erschöpfung in einer Gesellschaft, die von Leistungsdruck geprägt ist. Sie zeigt beispielsweise erschöpfte Plüschtiere und „gescheiterte Helden“ auf glatt lackierten farbigen Raketenfiguren oder „Tagediebe“, die sich der kapitalistischen Logik verweigern. Typisch sind aber auch großformatige Textilbilder mit Comic- und Märchenfiguren, die sie selbst als „Lappen“ bzw. als „Panel“<ref>Daniel Kothenschulte: Adlerauge und Adlerohr. Cosima von Bonin ist die ungekrönte Königin des Cartoons in der Kunst – und macht ihr Spielzeug für die Enfants terribles. Was treibt sie um? Eine Begegnung. In: Monopol-Magazin. Nr. 5, 2023, S. 58–73, 62.</ref> bezeichnet und die sie nach ihrer Anweisung nähen lässt.

Über die Bedeutung ihrer Werke besteht keine Einigkeit in der Kritik.<ref name=":0" /> In ihrer Kunst hinterfragt von Bonin kontinuierlich gesellschaftliche Normen und drückt dies durch eine komplexe Verwebung von Popkultur-Referenzen aus, ohne sich dabei auf eine didaktische Vermittlung festzulegen.<ref name="taz-5999953">Stephanie Grimm: Künstlerin Cosima von Bonin: Die alten Geister des Pop. In: taz.de. 26. März 2024, abgerufen am 26. März 2024.</ref> Von Bonins Werke rufen oft gemischte Reaktionen bei Kritikern und Betrachtern hervor, was die Vielschichtigkeit und den oft subtilen Humor ihrer Kunst widerspiegelt, die sowohl popkulturelle Phänomene als auch tiefere gesellschaftliche Kommentare umfasst.<ref name="taz-5999953" /> Bonin sagte 1992: „Ich habe keine Hintergedanken mit meiner Arbeit. Ich bin nicht politisch, ich verkünde keine Botschaften, und sogenannte Frauenkunst gibt es für mich nicht.“<ref>Zitiert nach: Daniel Kothenschulte: Adlerauge und Adlerohr. Cosima von Bonin ist die ungekrönte Königin des Cartoons in der Kunst – und macht ihr Spielzeug für die Enfants terribles. Was treibt sie um? Eine Begegnung. In: Monopol-Magazin. Nr. 5, 2023, S. 58–73, 71.</ref>

Von Bonins Arbeiten entstehen häufig aus der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Arbeiten der Musiker Dirk von Lowtzow und Moritz von Oswald (letzteren seit 2009) hat sie in ihre Installationen einbezogen.<ref name="taz-5999953" /> So kommt es zu Wechselwirkungen, etwa wenn von Bonin eine Ausstellung nach dem Tocotronic-Song Wir sind viele benennt. Von Lowtzow verfasst Pressetexte für von Bonins Ausstellungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 15. Juli 2011 im Internet Archive) (abgerufen am 7. April 2012)</ref> Von Bonin gestaltete die Coverartworks zu drei von Oswalds Alben, die auf dem Label Honest Jon’s erschienenen sind, und sie verwendet seine Musik in ihren Ausstellungen.

Als Einflüsse bzw. Künstler, die sie sehr schätzt, nennt Cosima von Bonin: Marcel Broodthaers, André Cadere, Cady Noland, Isa Genzken, Michael Clark, Jacques Tati oder George A. Romero.<ref>Spex #337 (März/April 2012): "Der Vampir von Köln agiert im Loop. Interview mit Cosima von Bonin." S. 66ff.</ref>

Im Jahr 2007 nahm Cosima von Bonin an der documenta 12 teil; 2008 folgte ihre erste Ausstellung in den USA im Museum of Contemporary Art, Los Angeles. 2010 gab es eine viel beachtete Einzelausstellung im Kunsthaus Bregenz, im Jahr 2014 im Wiener Museum Moderner Kunst.

Ausstellungen

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Literatur

  • Barbara Lange: Cosima von Bonin: Partnerschaftliche Imagebildung. In: Christopher F. Laferl, Anja Tippner (Hrsg.): Künstlerinszenierungen. Performatives Selbst und biographische Narration im 20. und 21. Jahrhundert. transcript Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2215-7, S. 221–250, doi:10.1515/transcript.9783839422151.221 (degruyter.com [abgerufen am 23. März 2024]).
  • Dana Meyer-Hinz: Bonin, Cosima von, in: Allgemeines Künstlerlexikon Online, ANB III, 2008, 273. Abgerufen am 23. März 2024.
  • Daniel Kothenschulte: Adlerauge und Adlerohr. Cosima von Bonin ist die ungekrönte Königin des Cartoons in der Kunst – und macht ihr Spielzeug für die Enfants terribles. Was treibt sie um? Eine Begegnung. In: Monopol-Magazin. Nr. 5, 2023, S. 58–73.

Weblinks

Commons: Cosima von Bonin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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