Zum Inhalt springen

Centrum Warenhaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 5. November 2025 um 13:45 Uhr durch imported>Kabelschmidt.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:HO Centrum Warenhäuser Logo.svg
Logo der Centrum Warenhäuser

Centrum war eine Warenhauskette und Tochtergesellschaft der Handelsorganisation HO der DDR. Die Filialen befanden sich in Ober- und Mittelzentren der DDR und waren zumeist größer als die Konsument-Kaufhäuser der Konsum-Genossenschaft. Viele während des Bestehens der DDR errichtete Gebäude besaßen als gemeinsames Merkmal rasterartig ornamentierte Metallfassaden, die sich stilistisch an Hortenkacheln orientierten.

Geschichte

Datei:CentrumTasse.jpg
Tasse aus dem Kaufhausrestaurant

Die ersten Centrum Warenhäuser entstanden ab 1965 in bereits bestehenden Kaufhausbauten, so in Chemnitz in den ehemaligen Kaufhäusern Schocken und Tietz, im Kaufhaus Hansa in Rostock und im HO-Warenhaus in Görlitz. In Dresden wurde der zum Altmarkt mit einem Eckbau ergänzte 1950er-Jahre Bau an der Ernst-Thälmann-Straße zum Centrum-Warenhaus umfirmiert.

Im August 1965 erfolgte der Spatenstich zur Errichtung des ersten Warenhausneubaus der Vereinigung Volkseigener Warenhäuser (VVW) Centrum in der Neustadt von Hoyerswerda.<ref>Erster Spatenstich. In: Neues Deutschland. 11. August 1965, abgerufen am 12. Februar 2015.</ref>

Ab 1970 wurden Kaufhausneubauten im Stil der Klassischen Moderne geplant, die z. B. in Berlin am Alexanderplatz, in Dresden an der Prager Straße und in Magdeburg, Breiter Weg mit einer neuartigen Fassade aus Aluminiumelementen errichtet wurden. Dabei wurden auch Konstruktionen aus Stahlbeton verwendet, wie an statische Lastverläufe angepasste Decken (Dresden). Der Entwurf der Aluminiumfassade des Suhler Centrum stammte von Fritz Kühn. Das größte und modernste Centrum Warenhaus eröffnete im Jahr 1979 am Berliner Ostbahnhof.

Die experimentellen Metallfassaden stellten ein wiederkehrendes Element und Markenzeichen der Warenhauskette dar, ähnlich wie die Hortenkachel der früheren Horten AG in Westdeutschland – waren aber individuell für jeden Bau gestaltet.

1990 wurden die damals betriebenen 14 Centrum Warenhäuser durch Entscheidung der Treuhandanstalt unter den westdeutschen Kaufhausketten aufgeteilt: Karstadt sollte sechs, Kaufhof fünf und Hertie drei Standorte übernehmen. Trotz lokaler Initiativen für den Erhalt wurden die meisten Metallfassaden nicht unter Denkmalschutz gestellt und in der Regel von den neuen Eigentümern der Häuser ersetzt (Kaufhof, Berlin-Alexanderplatz) oder mit dem Gebäude abgerissen (Dresden, Prager Straße und Centrum Warenhaus Suhl). Die inzwischen denkmalgeschützten Gebäude in Hoyerswerda, Magdeburg, Neubrandenburg und Schwedt hingegen befinden sich äußerlich noch weitestgehend im Originalzustand.

Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Karstadt-Konzerns und des Galeria-Kaufhof-Konzerns sind die meisten der Kaufhäuser inzwischen geschlossen.

Standorte

Weblinks

Commons: Centrum Warenhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein