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Kurt Bergmann (Politiker)

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Kurt Bergmann (* 11. Mai 1935 in Ebersberg bei Neulengbach; † 15. Jänner 2016 in Wien<ref>Dietmar Neuwirth: „Licht ins Dunkel“-Initiator Kurt Bergmann gestorben. Die Presse, 15. Jänner 2016, abgerufen am 15. Jänner 2016</ref>) war ein österreichischer Journalist und Politiker (ÖVP).<ref name="ftn1">Ernst Bruckmüller (Hrsg.): Personenlexikon Österreich. Buchgemeinschaft Donauland, Wien 2002, S. 41.</ref>

Leben

Jugendzeit und Ausbildung

Bergmann wuchs im elterlichen Bäckereibetrieb in St. Pölten auf, besuchte die dortige Volksschule und beendete seine schulische Ausbildung mit der Matura am Jesuitenkollegium Kalksburg (Wien). Bergmann studierte zuerst zwei Semester Rechtswissenschaften und danach einige Semester Publizistik an der Universität Wien.<ref name="ftn2">Karl Stephan Novak: Anfänge der ORF–TV–Öffentlichkeitsarbeit von 1967–74: die PR-Pionierformate: Postfach 7000. Ich bin der Meinung. ORF transparent. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2009, S. 111.</ref> Er war ab 1956 Mitglied der katholischen Studentenverbindung KaV Danubia Wien-Korneuburg im ÖCV.<ref>Cartellverband der katholischen österreichischen Studentenverbindungen (Hrsg.): Gesamtverzeichnis des Österreichischen Cartellverbandes 2014. Wien 2014, IV. Teil, S. 38.</ref>

1960–1968: Politisches Engagement – ÖVP Pressedienst

Im Jahr 1960 wechselte Bergmann in die Politik und arbeitete als Redakteur im ÖVP-Pressedienst; vier Jahre später wurde er Pressereferent des damaligen Finanzministers Wolfgang Schmitz (ÖVP).<ref name="ftn2" />

Nach Schmitz’ Berufung zum Präsidenten der Oesterreichischen Nationalbank arbeitete Bergmann als Pressereferent für Schmitz’ Nachfolger Stephan Koren.<ref name="ftn2" />

1968–1973: ORF-Hauptabteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit

Nach acht Jahren Tätigkeit im politischen Umfeld wechselte Bergmann im Jahr 1968 in den frisch reformierten ORF und wurde dort von Gerd Bacher, dem damaligen Generalintendanten des ORF, zum Hauptabteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit bestellt. Bergmann löste damit den bis dahin amtierenden Leiter der ORF-Pressestelle Kurt Tozzer ab. Bacher und Bergmann kannten einander zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahr lang, denn Bacher hatte 1967 versucht, Bergmann in seiner damaligen Position als Pressereferent von Finanzminister Schmitz abzuwerben. Bergmann lehnte jedoch aus Loyalität zu seinem Arbeitgeber dankend ab. Erst als Schmitz im Jahr 1968 Nationalbankpräsident wurde, entschloss sich Kurt Bergmann für den Wechsel in die ORF-Abteilung Öffentlichkeitsarbeit.<ref name="ftn3">Karl Stephan Novak: Anfänge der ORF–TV–Öffentlichkeitsarbeit von 1967–74: die PR-Pionierformate: Postfach 7000. Ich bin der Meinung. ORF transparent. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2009, S. 112.</ref>

Als Hauptabteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im ORF war Bergmann Produzent, Gestalter und Präsentator der ORF-TV-Kundendienstsendung „Postfach 7000“. Darüber hinaus gestaltete er Beiträge für das Postfach, die er meist auch selbst moderierte.<ref name="ftn3" /> Im Zusammenhang mit dieser Moderatorenrolle wurde Bergmann in der damaligen Medienberichterstattung oft „Mister Postfach“ genannt.<ref name="ftn4">Hör zu: Rundfunk- und Fernseh-Illustrierte für Österreich Nr. 01/1973, S. 16.</ref>

1973–1976: ORF-Spendenkampagne „Licht ins Dunkel“

Im Jahr 1973 wurde Bergmann zum Intendanten des ORF-Landesstudios Niederösterreich bestellt.<ref name="ftn3" />

Ein Besuch des Behindertendorfes Sollenau gab Kurt Bergmann den Anstoß für die Gründung der humanitären Hilfskampagne „Licht ins Dunkel“, die Bergmann am Heiligen Abend 1973 selbst moderierte.<ref name="ftn3" />

1976–1990: Rückkehr in die Politik

In den Jahren 1976 bis 1990 zog es Bergmann wieder vermehrt in den Bereich der Politik zurück – so war er von 1976 bis 1980 Bundesgeschäftsführer der ÖVP und fungierte zwischen 1979 und 1990 als Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat. In den Jahren 1980 bis 1987 nahm er zusätzlich die Rolle des politischen Direktors des ÖVP-Parlamentsklubs ein und agierte auch als Kultur- beziehungsweise Demokratiesprecher seiner Partei. Zwischen 1977 und 1986 war Bergmann Mitglied des Kuratoriums des Österreichischen Rundfunks.<ref name="ftn5">Karl Stephan Novak: Anfänge der ORF–TV–Öffentlichkeitsarbeit von 1967–74: die PR-Pionierformate : Postfach 7000. Ich bin der Meinung. ORF transparent. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2009, S. 112 f.</ref> 1989 bis 1992 war er Geschäftsführender Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes.

1990–2006: Rückkehr zum ORF

Nach diesem politischen Comeback verlagerte Bergmann seinen Fokus wiederum zurück in Richtung ORF und bekleidete von 1990 bis 1994 das Amt des ORF-Generalsekretärs. In dieser Zeit gründete er zusammen mit der Caritas und dem Roten Kreuz die Initiative „Nachbar in Not“. Ein Jahr später, 1993, erhielt Bergmann dafür einen Spezialpreis der Romy-Jury.<ref name="ftn6">Karl Stephan Novak: Anfänge der ORF–TV–Öffentlichkeitsarbeit von 1967–74: die PR-Pionierformate : Postfach 7000. Ich bin der Meinung. ORF transparent. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2009, S. 113.</ref>

Bergmann wechselte 1994 für vier Jahre in die Rolle des ORF-Intendanten des Landesstudios Steiermark; von 1998 bis 2003 war er Leiter des Büros für humanitäre Angelegenheiten im ORF und in dieser Rolle für die von ihm initiierten Aktionen „Licht ins Dunkel“ und „Nachbar in Not“ verantwortlich.<ref name="ftn6" />

Ab 2006

Im Jahr 2006 leitete er im Auftrag der österreichischen Bundesregierung eine Projektgruppe zur Erstellung eines Konzepts für die zivile und die militärische Zusammenarbeit österreichischer Einsatzkräfte bei Katastrophen im Ausland (CIMIC).<ref name="ftn6" />

Von 2006 bis 2007 gehörte er kurz auch dem Stiftungsrat des ORF an und fungierte im Auftrag des Finanzministers als Moderator zwischen den Hilfsorganisationen und dem Ministerium bei der Verwirklichung der steuerlichen Absetzbarkeit humanitärer Spenden.<ref name="ftn6" />

Kurt Bergmann war zweimal verheiratet, hatte vier Söhne und im Jahr seines Ablebens fünf Enkel, zwei Stiefenkel, drei Urenkel sowie ein Stief-Urenkelkind. Ein Sohn ist der Medienmanager Wolfgang Bergmann. Kurt Bergmann war Mitglied der katholischen Studentenverbindung Danubia. Er wurde auf dem Hietzinger Friedhof bestattet.<ref name="Verstorbenensuche">Vorlage:Verstorbenensuche Wien</ref>

Auszeichnungen

Negativpreise:

Publikationen

  • Kurt Bergmann, Christine Kaiser: Mein Licht ins Dunkel-Buch, Vorwort von André Heller. Holzhausen, Wien 2002, ISBN 3-85493-067-4.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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