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Emil Scheibe

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Emil Scheibe (* 23. Oktober 1914 in München; † 21. Dezember 2008 ebenda) war ein deutscher Maler und Grafiker. Er war Mitglied der Münchener Secession.

Datei:Grab Emil Scheibe.jpg
Das Grab von Emil Scheibe und seiner Ehefrau Elfriede auf dem Nordfriedhof (München)

Leben und Wirken

Emil Scheibe war der Sohn eines Textilkaufmannes aus Gera und der aus Schmidmühlen stammenden Margareta Knauer. Sein Vater fiel 1916 im Ersten Weltkrieg.<ref>Herbert Schade: Emil Scheibe: Zum "anonymen Christentum" der technologischen Gesellschaft. In: Katholische Akademie in Bayern (Hrsg.): Emil Scheibe. Ölbilder und Grafik. Zum "anonymen Christentum" der technologischen Gesellschaft. München 1975, S. 4.</ref> Von 1935 bis 1939 studierte Scheibe an der Akademie der Bildenden Künste München bei Adolf Schinnerer und an der Akademie für Angewandte Kunst München bei Josef Hillerbrand,<ref>Gerhard J. Bellinger, Brigitte Regler-Bellinger: Schwabings Ainmillerstraße und ihre bedeutendsten Anwohner: Ein repräsentatives Beispiel der Münchner Stadtgeschichte von 1888 bis heute. Books on Demand, 2013, ISBN 978-3-8482-6264-9 (google.de [abgerufen am 22. September 2021]).</ref> dort legte er sein Examen als Kunsterzieher bei Josef Bergmann ab. 1940 lehrte er in Schweinfurt,<ref name=":2">Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten. BUCH&media, 2016, ISBN 978-3-86906-911-1 (google.com [abgerufen am 22. September 2021]).</ref> wo er mit ersten Ölbildern vor allem Porträts schuf.

Im Zweiten Weltkrieg war Scheibe von 1941 bis 1945 im Kriegsdienst eingesetzt.<ref>Kallmann-Museum in der Orangerie Ismaning (Ismaning) Ausstellung: Emil Scheibe - Ausstellung zum 90. Geburtstag. In: kunst-und-kultur.de. Abgerufen am 23. September 2021.</ref> Während dieser Zeit malte er gelegentlich Porträts von Soldaten und Vorgesetzten. Von 1941 bis 1944 war er in jeder Großen Deutschen Kunstausstellung im Münchner Haus der Deutschen Kunst vertreten. Das 1941 ausgestellte Aquarell „Abend am Main“<ref>Zentralinstitut für Kunstgeschichte München: Abend am Main. In: Große Deutsche Kunstausstellung. Abgerufen am 12. September 2021.</ref> wurde von Joseph Goebbels erworben, den „Fränkischen Bauernbub“<ref>Zentralinstitut für Kunstgeschichte: Große Deutsche Kunstausstellung - fränkischer Bauernbub. Abgerufen am 12. September 2021.</ref> kaufte der Würzbürger Oberbürgermeister Theo Memmel, andere ausgestellte Werke tragen die Titel „Meine Mutter im Kriegsjahr 1940“, „Gudrun“ und „Sommerliche Idylle“.

Von 1945 bis 1948 wirkte Scheibe als freier Maler in Heidelberg, wo er seinen eigenen Stil entwickelte. Nach seiner Rückkehr nach München war er von 1949 bis 1951 als Kunsterzieher am Dom-Gymnasium Freising tätig.<ref name=":2" />

1950 wurde Emil Scheibe ein Mitglied der Münchener Secession.<ref name=":2" /> Bedingt durch die Zeit des Nationalsozialismus wurde die Münchener Secession 1938 aufgelöst, nahm jedoch 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, ihre Tätigkeit wieder auf. Im Jahr 1954 gründete Scheibe die Künstlergruppe Münchner Realisten, deren Mitglieder „dem herrschenden Zeitgeschmack zum Trotz gegenständlich arbeiteten.“<ref>Gruppe Neuer Realismus - Lexikon und Angebote - Kauf und Verkauf. Abgerufen am 3. November 2024.</ref> Walter Habdank, Albert Heinzinger, Fritz Baumgartner und weitere Maler gehörten zu dieser Gruppierung, die 1956 im Kloster Tegernsee mit einer ersten Ausstellung an die Öffentlichkeit trat.<ref>Biographische Skizze zu Emil Scheibe auf der Homepage www.kunstmuseum24.org, abgerufen am 29. September 2021.</ref>

1955 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe Pavillon, die im Kunstpavillon des alten Botanischen Gartens in München bei ihrer zweiten Ausstellung 1951 Otto Dix und Otto Pankok ausgestellt hatten.<ref>Künstlergruppe Pavillon: 2. Ausstellung - Künstlergruppe Pavillon. München 1951.</ref><ref name=":1">Kunstpavillon. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Februar 2020; abgerufen am 12. September 2021.</ref> Um 1960 entstand die Gruppe Neuer Realismus.<ref name=":0">Münchner Maler-Urgestein - Emil Scheibe: Ausstellung zum 90. Geburtstag. In: Münchner Wochenanzeiger. Abgerufen am 23. September 2021.</ref>

Ausstellungen

Scheibes Werke waren von 1941 bis 1944 in jeder Großen Deutschen Kunstausstellung im Münchner Haus der Deutschen Kunst vertreten. Weitere Ausstellungen hatte er unter anderem in der Katholischen Akademie in Bayern (1975),<ref>Katholische Akademie in Bayern – Veranstaltungen. In: Historisches Lexikon Bayerns. Abgerufen am 25. September 2021.</ref> in der Martinskirche zu Sindelfingen<ref>Das Münster. Schnell & Steiner, 1979 (google.com [abgerufen am 25. September 2021]).</ref> (1979), in der Stadtbibliothek zu Merzig (1980), in St. Egidien Nürnberg (1981), in der Marktkirche Hannover (1987), in der Städtischen Galerie Albstadt (1986, 1997),<ref>Emil Scheibe: Aquarelle und Zeichnungen; Städtische Galerie Albstadt, 4. Mai - 29. Juni 1986 (= Veröffentlichungen der Städtischen Galerie Albstadt). Städt. Galerie, Albstadt 1986, ISBN 3-923644-14-0 (uni-heidelberg.de [abgerufen am 25. September 2021]).</ref><ref>Adolf Smitmans: Emil Scheibe: die schwarze Serie -Tuschzeichnungen, Gemälde (= Veröffentlichungen der Städtischen Galerie Albstadt). Städtische Galerie, Albstadt 1997, ISBN 3-923644-77-9 (uni-heidelberg.de [abgerufen am 25. September 2021]).</ref> sowie in Kunstvereinen wie dem Nassauischen Kunstverein Wiesbaden, dem Kunstverein Reutlingen und dem Kunstverein Wunstorf.<ref>Gemälde und Graphik: Hanns Joachim Gestering, Peter Lörincz, Emil Scheibe; Plastik: Richard Hess. In: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden. Abgerufen am 25. September 2021.</ref><ref>Rückblick. In: Kunstverein Reutlingen. Abgerufen am 25. September 2021.</ref><ref>Ausstellungen. In: Kunstverein Wunstorf. Abgerufen am 25. September 2021.</ref>

In Retrospektiven wurden seine Werke anlässlich seines 80. Geburtstags im Jahr 1994 sowie seines 90. Geburtstags im Jahr 2004 in München präsentiert.<ref>Katholische Akademie in Bayern, Landeshauptstadt München Kulturreferat (Hrsg.): Emil Scheibe. Täglich verletzt. Täglich gekreuzigt. München 1994.</ref><ref>Münchner Maler-Urgestein - Emil Scheibe: Ausstellung zum 90. Geburtstag. In: Wochenanzeiger. Abgerufen am 21. September 2021.</ref>

Auszeichnungen

Literatur (Auswahl)

  • Katholische Akademie in Bayern/Landeshauptstadt München Kulturreferat (Hrsg.): Emil Scheibe zum 80. Geburtstag. Täglich verletzt. Täglich gekreuzigt. München 1994.
  • Städtische Galerie Albstadt (Hrsg.): Emil Scheibe. Aquarelle und Zeichnungen. Städtische Galerie Albstadt. 4. Mai bis 29. Juni 1986. Nr. 43/1986. Albstadt 1986, ISBN 3-923644-14-0.
  • Kai Hohenfeld: Emil Scheibe (1914–2008) – Das Killerbaby. In: Die dunkle Seite des Mondes. Schattenbilder aus Kunst und Literatur. (= Veröffentlichungen des Kunstmuseums Albstadt. Nr. 181/2019). Ausst.-Kat. Kunstmuseum Albstadt 2019/20, S. 47.
  • Gottfried Knapp: Aktuell in Münchner Galerien. Diesseits und jenseits des Kunstbetriebs. Ausstellungen von Emil Scheibe, Gerd Winner, Reinhard Pods und Frank Dornseif. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Mai. 1985.
  • Katholische Akademie in Bayern (Hrsg.): Emil Scheibe. Ölbilder und Grafik. Zum „anonymen Christentum“ der technologischen Gesellschaft. München 1975.
  • Reinhard Müller-Mehlis: Emil Scheibe. In: Hans-Thoma-Gesellschaft (Hrsg.): Emil Scheibe. 30. April - 4. Juli 1972. (Katalog) Reutlingen 1972.
  • Adolf Smitmanns: „Die Wunde des Schrecklichen muß offen gehalten werden“ - zur Einführung. In: Städtische Galerie Albstadt (Hrsg.): Emil Scheibe. Die Schwarze Serie. Tuschezeichnungen, Gemälde. Veröffentlichung der Städtischen Galerie Albstadt Nr. 111/1997. Albstadt 1997, S. 7–12.
  • Gerd Steffen: Emil Scheibe - Ein Maler als Mahner. In: Treffpunkt Marktkirche. Hannover 1987, S. 86–94.

Weblinks

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Hinweisbaustein