Zum Inhalt springen

Dunganen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. Dezember 2025 um 22:32 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein

Die Dunganen (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Vorlage:DngS, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) sind eine muslimisch-chinesische Minderheit, die vor allem in den zentralasiatischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion lebt. Ihre Sprache, das Dunganische (東干語), gehört zu den chinesischen Sprachen; ihre beiden Hauptdialekte sind der Gansu- und der Shaanxi-Dialekt. Weltweit gibt es etwa 110.000 Dunganen.

Datei:Dungan-Girls.JPG
Dunganische Frauen in Kasachstan

Herkunft der Volksgruppen

Die Bezeichnung „Dunganen“ wird heute für Hui-Chinesen verwendet, die China verlassen haben und in Zentralasien leben. Es scheint in erster Linie eine Fremdbezeichnung für diese Bevölkerungsgruppen zu sein (siehe Begriffsherkunft), die sich inzwischen zu einem eigenständigen Namen entwickelt hat. Vor Gründung der Volksrepublik war der Begriff z. T. auch für die Hui innerhalb Chinas gebräuchlich.

Dunganen finden sich insbesondere in Kirgisistan und Kasachstan, kleinere Minderheiten leben auch in Usbekistan und Russland. Die Vorfahren dieser Gruppen waren Hui-Chinesen, die während der muslimischen Aufstände in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts aus China flohen. Dunganen sind überwiegend han-chinesischer Herkunft, die der islamischen Religion angehören. Die Isolierung von den Zentren des Islams führte allerdings zu Veränderungen ihrer religiösen Praktiken.

Datei:E7926-Dordoy-Amina-cafe.JPG
Dunganisches Restaurant in Bischkek

Hui-Aufstände des 19./20. Jahrhunderts

Umstände, die im 19. Jahrhundert zur Emigration aus China führten:

1818, 1834–1840 und 1855–1873 erhoben sich die Muslime in Yunnan. Der Aufstand, ausgelöst durch die wirtschaftliche Rivalität zwischen han-chinesischen und muslimischen Arbeitern, wurde blutig niedergeschlagen (Panthay-Rebellion). Eine Million Menschen verlor dabei ihr Leben.<ref>Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam. Primus-Verlag, Darmstadt 2001, ISBN 978-3-89678-194-9, S. 127 (Islam in China).</ref> Von 1862 bis 1878 kam es in den Provinzen Shaanxi, Gansu und Xinjiang zu den sogenannten „Dunganenaufständen“ gegen die chinesische Herrschaft, die parallel zum Hodscha-Aufstand in Kaschgarien (vgl. Jakub Bek) verliefen, zeitweise unabhängige Gebiete schufen und geschätzte 10 Millionen Tote forderten.<ref>Fischer Weltgeschichte Bd. 15, S. 291.</ref> Im folgenden Jahrzehnt kam es zur verstärkten Auswanderung von Moslems ins Zarenreich.

Die Niederschlagung dieser Aufstände verstärkte die Tendenz zur Schaffung getrennter Wohnviertel und zur Ausübung von für diese Volksgruppen typischen Berufen. Um 1937 kam es erneut zu Unruhen unter den Hui in Gansu unter Ma Zhongying (马仲英), die auch auf Xinjiang überzugreifen drohten.

Sprache/Schrift

Hauptartikel: Dunganische Sprache

Die meisten Dunganen sprechen bis heute das Dunganische als Muttersprache und Russisch als Zweitsprache. Die dunganische Sprache zählt zu den Sinotibetischen Sprachen und ist den Nordchinesischen Dialekten (Mandarin) sehr ähnlich. Sie wird seit 1953 mit dem kyrillische Alphabet geschrieben. Zuvor war die Sprache im arabischen und zeitweise auch im lateinischen Alphabet geschrieben worden.

Begriffsherkunft

Der Ursprung des Ausdrucks „Dunganen“ ist unsicher, beruht aber möglicherweise auf dem turkischen döñän/ dönen („Konvertit“). Die Hui, die in West- und Zentralchina weit verbreitet sind, werden von türkisch- und tadschikischsprachigen Nachbarn „Dungan“ genannt. Das Wort kann auch einen Bezug auf die chinesische Provinz (Ost-)Gansu (东干) haben, wo im 19. Jh. vielen Dunganen wohnten.

Bekannte Dunganen

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>