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SB-Warenhaus

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. Oktober 2025 um 12:10 Uhr durch imported>Sonnesatt (Real-Filiale im Jahr 2015).
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Ein Selbstbedienungs-Warenhaus oder Hypermarkt ist ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der von seiner Aufmachung her an einen Supermarkt erinnert.

Definition

Datei:Leclerc Obst.JPG
Innenansicht: Alle Bereiche sind mit Einkaufswagen erschließbar

SB-Warenhäuser haben große Verkaufsflächen, wodurch sie sich von Verbrauchermärkten abgrenzen; in Deutschland liegt die Schwelle bei 5000 m².

SB-Warenhäuser bieten ein umfassendes Sortiment, vor allem an Lebensmitteln und Ge- und Verbrauchsgütern.<ref>Wertschöpfung im Handel von Werner Reinartz et al., Herausgeberin Monika Käuferle, erschienen im Kohlhammerverlag 2014 S. 22</ref> Dabei werden Discount- und Fertigprodukte durch Frischwaren aus Fleisch-, Wurst-, Käse-, Fischtheke sowie Kühl- und Tiefkühlregalen ergänzt. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Supermarkt finden sich zudem häufig weitläufige Non-Food-Abteilungen mit Bekleidung, Spielzeug, Sportartikeln, Elektronik usw. Dabei ist, anders als in Kaufhäusern oder klassischen Warenhäusern, die gesamte Verkaufsfläche supermarktmäßig angeordnet und mit Einkaufswagen über meist breite Kontaktstrecken befahrbar. Zwar wird in der Regel intensiv mit günstigen Preisen geworben, eine Discounter-Strategie ist allerdings wegen der erforderlichen Breite des Sortiments und der sehr großen Handelsflächen (hoher Kostenfaktor) nicht durchzuhalten.

Das SB-Warenhaus verzichtet auf kostenintensiven Kundendienst und setzt überwiegend auf Selbstbedienung. Es betreibt eine Dauerniedrigpreis- oder Sonderangebotspolitik.

Standorte und Verbreitung

Datei:Fredmeyer edit 1.jpg
Innenansicht eines US-amerikanischen Hypermarktes

Typischerweise werden Hypermärkte „auf der grünen Wiese“ errichtet oder innerhalb von Einkaufszentren angesiedelt und sind somit sehr stark auf motorisierte Kunden ausgerichtet.<ref>Runia, Peter.: Marketing: eine prozess- und praxisorientierte Einführung. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57858-8, Distributionspolitik, S. 209.</ref><ref>Boris Kalnoky: Supermarkt? Hypermarkt? Ultrahypermarkt! In: Die Welt. 18. August 2001 (welt.de [abgerufen am 21. Februar 2020]).</ref>

Als Geburtsland des Einzelhandelsformat der Hypermärkte gilt Frankreich (dort: Hypermarché), wo Carrefour dieses Konzept als erste einführten. In den USA (Hypermarket) gilt besonders der heutige Handelsriese Walmart als Vorreiter.<ref>The Beginning of Big. In: walmartworld.com. Juli 2022, abgerufen am 24. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit der Eröffnung im Jahr 1961 in Auderghem ist Belgien das erste europäische Land, indem ein Hypermarkt eröffnet wurde, der erste französische Standort folgte zwei Jahre später in Sainte-Geneviève-des-Bois.<ref>Najstarszy hipermarket w Europie zostanie zrównany z ziemią. Wiemy, co powstanie w jego miejsce. In: wiadomoscihandlowe.pl. 23. August 2025, abgerufen am 24. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

SB-Warenhausketten in Europa (Auswahl)

Datei:056 French Hypermarket Aug 1975 (51727388662).jpg
Innenansicht eines französischen Hypermarkts im August 1975

Ehemalige Hypermarktketten:

  • Continent (aus Frankreich, in mehreren Ländern vertreten gewesen)
  • Cora (aus Frankreich, in mehreren Ländern vertreten gewesen)
  • Géant Casino (aus Frankreich, Fortbestand als Géant nur in Uruguay)
  • Mammouth (aus Frankreich)
  • Record (aus Frankreich)

Deutschland

Datei:Plaza-Einkaufszentrum im Winterbeker Weg 44 (Kiel 65.265).jpg
Ein plaza-SB-Warenhaus in Kiel im Oktober 1974
Datei:2012-05-28 Fotoflug Cuxhaven Wilhelmshaven DSCF9628.jpg
Ein SB-Warenhaus auf der grünen Wiese: Der Marktkauf-Standort in Wilhelmshaven im Mai 2012
Datei:Filiale in Wiesbaden-Biebrich 2015.jpg
Innenansicht einer Real-Filiale in Wiesbaden im Jahr 2015

Als Grundstein des deutschen SB-Warenhauses gilt die Eröffnung des ersten allkauf-Marktes im Jahr 1962, der anfangs nur für Großkunden zugänglich war.<ref name="Manager-Magazin">Karsten Langer, manager magazin: Gerhard Ackermanns: Ölmüller, Medienmann, Multimillionär. Abgerufen am 30. August 2021.</ref> Der erste reguläre Allkauf-Standort eröffnete am 1. März 1968 in Heinsberg.<ref>Umsatzerwartungen übertroffen. Hamburger Abendblatt, 3. August 1981, abgerufen am 4. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im gleichen Jahr eröffnete auch die Schwarz-Gruppe in Backnang ihren ersten Kaufland-Markt, damals noch als Handelshof bekannt.<ref>Aus Handelshof wurde Kaufland. In: Heilbronner Stimme. 11. Oktober 2011, abgerufen am 20. März 2020.</ref> Auch die Gründung von Famila geht auf das Jahr 1968 zurück. Bereits 1965 entstand in Alzey das erste Massa-SB-Warenhaus.<ref name=":1">Der Spiegel: Böse Überraschung. Abgerufen am 14. September 2021.</ref><ref>Von den Anfängen bis heute: Die wechselvolle Geschichte von Real. Abgerufen am 14. September 2021.</ref> Mit divi, basar, Continent, esbella und real-kauf entstand aus gleich mehreren Ketten 1992 die bis 2024 bestehende Kette Real, bis Ende 1995 folgten massa, später zudem massa-Mobil, Meister, BLV, Huma und Suma.<ref>Real-Motto: "Riesig einkaufen". In: genios.de. Horizont, 31. Januar 1992, abgerufen am 7. August 2023.</ref><ref>Parzellierung der Grossflaeche. Premium für Abonnenten – Das Printarchiv der Absatzwirtschaft – ASW NR. ASW vom 01. September 1989 Seite. In: printarchiv.absatzwirtschaft.de. Printarchiv der absatzwirtschaft, 1. September 1989, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Januar 2022; abgerufen am 26. März 2024.</ref>

2020 wurden rund 139,4 Milliarden Euro im deutschen Lebensmitteleinzelhandel umgesetzt. SB-Warenhäuser machten davon einen Marktanteil von rund 16,1 Prozent aus<ref>Umsatzanteil von SB-Warenhäusern im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland bis 2020. Abgerufen am 14. Dezember 2021.</ref>. Zu den größten SB-Warenhausketten in Deutschland zählen Kaufland und Marktkauf.

Weitere:

Ehemalige SB-Warenhausketten:

Österreich

Datei:Hypermarket Metro Austria in Vienna - Simmering 5.jpg
Metro Österreich in Wien-Simmering
Datei:Hypermarkt Interspar Austria 001.jpg
Hypermarkt Interspar Österreich in Wien-Floridsdorf

Hypermärkte in Österreich werden hauptsächlich von österreichischen Lebensmittelkonzernen betrieben. Neben eigenen österreichischen Hypermärkten wie Interspar oder Billa Plus gibt es auch Metro-Hypermärkte, die sich meist an den Randgebieten größerer Städte niedergelassen haben.

Laut eigener Aussage betreibt Spar Österreich seit den 1970er Jahren Hypermärkte<ref>Interspar-Hypermärkte Geschäftstypen von Spar Österreich</ref>, wobei sich die Verkaufsfläche zwischen 2.500 m² bis 8.000 m² beläuft.

Derzeitige Hypermärkte:

Ehemalige Hypermärkte:

Als die Shopping City Süd im Jahre 1976 eröffnet wurde, entstand mit Carrefour der damals größte Einzelhandelsmarkt Österreichs mit einer Verkaufsfläche von 17.000 m² und 400 Mitarbeitern. Trotz der zunächst erfolgreichen Bilanz sanken nach und nach die Umsätze und Carrefour zog sich aus Österreich zurück.

Schweiz

In der Schweiz werden großflächige Supermärkte von den beiden Großverteilern Migros und Coop betrieben. Für diese gibt es keinen eigenen Begriff, sowohl Hypermarkt als auch SB-Warenhaus sind dort nicht gebräuchlich, bei Migros sind sie an der Anzahl der am Gebäude angebrachten Ms zu erkennen.<ref name="migros-Superm">Supermärkte. In: migros.ch. Abgerufen am 2. März 2021.</ref> Märkte der Variante MMM haben eine Fläche von durchschnittlich 7614 m². Coop führt sie teilweise unter der Bezeichnung Megastore, u. a. auch bei von Waro übernommenen Verkaufslokalen.

Ehemalige großflächige Supermärkte:

Siehe auch

Weblinks

Commons: Supermarkt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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