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Ariete

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Ariete
Datei:SETC Italy (26890728102).jpg

Kampfpanzer Ariete

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4 (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer)
Länge C1: 7,59 m (Wanne) / 9,67 m (ges.)
C2: 7,99 m (Wanne) / 9,90 m (ges.)
Breite 3,61 m
Höhe C1: 2,51 m (Dach)
C2: 3,01 m (inkl. Visier)
Masse C1: 53,9 t
C2: 62,5 t (max. GVW)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Verbundpanzerung, C2: modulares Schutzkit (MPK & PSO)
Hauptbewaffnung Melara 120-mm-Glattrohrkanone L/44 (42 Schuss)
Sekundärbewaffnung 2 × 7,62-mm-MG
C2 zusätzlich: 1 × 12,7-mm-MG
Beweglichkeit
Antrieb C1: Fiat-Iveco V12-MTCA Turbo-Diesel
C2: Iveco V12 Turbo-Diesel (Common-Rail)
C1: 1.200 PS (883 kW)
C2: 1.500 PS (1.103 kW)
Federung Drehstabfederung
Geschwindigkeit C1: 65 km/h
C2: ca. 60 km/h
Leistung/Gewicht C1: 16,4 kW/t (22,3 PS/t)
C2: 17,65 kW/t (24 PS/t)
Reichweite C1: 570 km
C2: 550 km

Der Ariete (italienisch für „Rammbock“ oder „Widder“, von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), ursprünglich als C1 Ariete bezeichnet, ist der Kampfpanzer des italienischen Heeres. Er verfügt über moderne optische und digitale Sensoren sowie ein digitales Feuerleitsystem, was ihm volle Nachtkampffähigkeit verleiht. Die Auslieferung der ersten Serie erfolgte zwischen 1995 und 2002. Mit dem 2021 begonnenen Modernisierungsprogramm wird der Ariete technologisch grundlegend erneuert. Diese Version trägt die Bezeichnung Ariete C2.

Geschichte

Der Ariete wurde zusammen mit dem Radpanzer Centauro in den 1980er-Jahren von einem Unternehmenskonsortium aus Iveco, Oto Melara und Fiat (Consorzio Iveco-Oto Melara – CIO) für das italienische Heer entwickelt. Dabei wurden die Panzerwanne und der Turbo-Dieselmotor mit ursprünglich 1.250 PS (919 kW) von Iveco/Fiat hergestellt. Der Drehturm mit der Hauptwaffe sowie das Feuerleitsystem stammen von Oto Melara (heute Leonardo).

Ursprünglich war die Beschaffung von 700 Ariete-Panzern in zwei Baulosen vorgesehen, insbesondere als Ersatz für die M60-Kampfpanzer und für einen Teil der Leopard 1. Das Programm verzeichnete jedoch erhebliche Verzögerungen und Reduzierungen, einerseits wegen der weltpolitischen Entspannung, andererseits wegen der bevorzugten Beschaffung des Centauro als Ersatz für den Restbestand an völlig veralteten M47 in Süditalien. Mit der Heeresverkleinerung in einem entspannteren Umfeld wollte man insbesondere in Mittel- und Süditalien von Kettenfahrzeugen auf mobilere Radfahrzeuge umstellen. In der Folge wurde das erste Baulos von 400 auf 200 Stück halbiert und das geplante zweite Baulos von 300 Panzern gestrichen. Die zwischen 1995 und 2002 ausgelieferten 200 Panzer gingen an drei Panzerverbände in Norditalien sowie an die Panzertruppenschule im süditalienischen Lecce. Später wurde ein mit dem Ariete ausgerüsteter Verband nach Süditalien verlegt. Durch die Reduzierung von ursprünglich vier auf drei Panzerkompanien pro Verband sank der Bestand an aktiven Fahrzeugen auf etwa 150.

Kampfwertsteigerung

Nachdem die ursprüngliche Entwicklung eines Nachfolgemodells (geplant als Ariete 2) eingestellt worden war, entschied sich das italienische Heer für eine umfassende Modernisierung der bestehenden Flotte. Das Programm erhielt die Bezeichnung AMV (Ammodernamento di Mezza Vita, dt. Modernisierung zur Lebensmitte). Dabei wurden zahlreiche Komponenten und Systeme des neuen Radpanzers Centauro 2 übernommen, um Kosten zu senken und die Logistik zu vereinfachen.

Dies betrifft insbesondere den Antriebsstrang: Der V12-Motor wurde nicht ersetzt, sondern unter Verwendung zahlreicher Bauteile des V8-Motors vom Centauro 2 tiefgreifend überarbeitet. Er verfügt nun über eine Common-Rail-Einspritzung sowie 30 Liter Hubraum und leistet 1.500 PS (1.103 kW). Die Überarbeitung des Getriebes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Lizenzgeber ZF Friedrichshafen, um das nun höhere Drehmoment verarbeiten zu können. Durch eine neue Zusatzpanzerung und einen Minenschutzrüstsatz (PSO- und MPK-Kits) stieg das maximale Gefechtsgewicht auf 62,5 Tonnen an.<ref name="CIO" />

Ab 2021 wurden zunächst drei Prototypen zu Erprobungszwecken modernisiert. Im August 2023 unterzeichnete das Konsortium CIO den Vertrag über die Serienmodernisierung von zunächst 90 Panzern. Eine Option auf weitere 35 Einheiten soll die Modernisierung von insgesamt 125 Fahrzeugen bis 2030 sicherstellen. Diese Serienfahrzeuge führen die offizielle Bezeichnung Ariete C2.<ref>Eugenio Po: Firmato il contratto per gli ARIETE C-2 di serie. Rivista Italiana Difesa, 2. August 2023</ref>

Nutzer

  • ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien: Von den ursprünglich 200 beschafften Panzern sind noch rund 150 im Bestand. Davon befinden sich 123 bei drei aktiven Regimentern (in Bataillonsstärke zu je drei Kompanien mit 13 Panzern sowie zwei Fahrzeugen beim Regimentsstab). Die restlichen Panzer dienen der Ausbildung an der Panzertruppenschule oder befinden sich in Depots; ausrangierte Exemplare werden in Lenta gelagert.<ref>Programmi e Prospettive Future. In: esercito.difesa.it. Abgerufen am 23. Oktober 2020 (italienisch).</ref>

Im Rahmen einer umfassenden Neuausrichtung plant das italienische Heer, die drei bestehenden Regimenter durch eine vierte Panzerkompanie auf jeweils 54 Fahrzeuge zu verstärken und ein viertes Panzerregiment neu aufzustellen. Zu diesem Zweck sollen neben den 125 modernisierten Ariete C2 mindestens 125 neue Kampfpanzer beschafft werden. Nachdem die Verhandlungen über den Kauf des Leopard 2A8 gescheitert waren, gründeten Leonardo und Rheinmetall im Jahr 2024 das Joint Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV). Das neue Fahrzeug soll auf dem KF51 Panther basieren und maßgeblich in Italien produziert und endmontiert werden.<ref>Presentato il programma A2CS del Esercito Italiano. In: aresdifesa.it. Abgerufen am 14. Juli 2024 (italienisch).</ref><ref>Paolo Valpolini: The Italian Army is ready to increase quality and quantity of its main battle tanks. In: edrmagazine.eu. Abgerufen am 7. September 2023 (englisch).</ref><ref>Aurelio Giansiracusa: Naufraga il programma italiano per i Leopard 2A8. In: aresdifesa.it. Abgerufen am 12. Juni 2024 (italienisch).</ref>

Technische Daten

Datei:SETC Italy (26711386690).jpg
Ariete bei der Schussabgabe
Datei:Italian Army - 4th Tank Regiment - Ariete tanks during an exercise at Capo Teulada October 2022.jpg
Ariete bei Geländefahrt
Datei:Italian Army - Ariete C2 main battle tank during acceptance trials 03.jpg
Ariete C2 bei der Erprobung durch die Kavallerieschule
Technische Daten
Merkmal Ariete C1 Ariete C2<ref name="CIO">Ariete C2. Iveco Oto Melara Società Consortile, abgerufen am 27. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Typ Kampfpanzer mit selbsttragender Panzerwanne und geschweißtem Drehturm
Besatzung 4 (Kommandant, Ladeschütze, Richtschütze, Fahrer)
Länge (Wanne) 7,59 m 7,99 m
Länge (über alles) 9,67 m 9,90 m
Breite 3,61 m
Höhe 2,51 m (Dach) 3,01 m (inkl. Panorama-Visier)
Gewicht (max. GVW) 53,9 t 62,51 t (inkl. MPK & PSO Kit)
Motor Fiat-Iveco V12-MTCA Turbo-Diesel Iveco V12 Turbo-Diesel (Common-Rail)
Leistung 883 kW (1200 PS) 1103 kW (1500 PS)
Drehmoment 4615 Nm 5000 Nm
Getriebe ZF LSG3000 (4 V / 2 R) ZF LSG3000 (überarbeitet)
Höchstgeschwindigkeit 65 km/h ca. 60 km/h
Leistungsgewicht 16,4 kW/t (22,3 PS/t) 17,6 kW/t (24 PS/t)
Reichweite 570 km 550 km
Steigfähigkeit 65 % 60 %
Seitenneigung 30 %
Überschreitfähigkeit 3,0 m
Kletterfähigkeit 0,9 m 1,1 m
Spezifischer Bodendruck 0,90 kg/cm² ca. 1,05–1,10 kg/cm²
Wattiefe 1,20 m / 2,10 m (mit Vorbereitung)
Hauptbewaffnung Melara 120-mm-Glattrohrkanone L/44
Sekundärbewaffnung 2 × 7,62-mm-MG 2 × 7,62-mm-MG + 1 × 12,7-mm-MG
Munition (120 mm) 42 Patronen

Siehe auch

Weblinks

  • Ariete C2 auf der Website des Consorzio Iveco Oto Melara – CIO (englisch)
  • Ariete auf der Website des Esercito Italiano (italienisch)
  • Ariete C2 auf der Website des Esercito Italiano (italienisch)

Einzelnachweise

<references />