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The Onion

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Das Logo der Zeitschrift

The Onion (englisch Die Zwiebel) ist ein US-amerikanisches Unternehmen für digitale Medien und Nachrichtensatire, das Artikel zu internationalen, nationalen und lokalen Nachrichten veröffentlicht. Das Unternehmen mit Sitz in Chicago wurde am 29. August 1988 in Madison, Wisconsin gegründet.<ref>Nick Marino: Six Insights From an Editor at The Onion. In: Paste. Wolfgang’s, 22. Juli 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. August 2016; abgerufen am 22. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Frühjahr 1996 begann The Onion mit der Online-Veröffentlichung. Im Jahr 2007 begann die Organisation als Onion News Network mit der Veröffentlichung von satirischen Nachrichten in Audio- und Videoform online. Im Jahr 2013 stellte The Onion seine Printausgabe ein.<ref name="Einstellung">Not a joke: The Onion will end its final print circulations. In: PBS NewsHour. Public Broadcasting Service, 8. November 2013, abgerufen am 22. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit August 2024 wird wieder eine Printausgabe herausgegeben.<ref>Dominick Mastrangelo: The Onion returns to print media with new subscription plan. In: The Hill. 16. August 2024, abgerufen am 14. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Inhalte

Die Artikel von The Onion kommentieren reale wie fiktive Ereignisse aus der Welt und der US-amerikanischen Innenpolitik, dem Fernsehen, der Welt der Hollywood-Stars und eine Fülle anderer gesellschaftlicher Themen. Die Autoren von The Onion pflegen keinen Individualstil, sondern einen gemeinsamen Redaktionsstil, der sich nur wenig ändert.

Die satirischen Artikel imitieren dabei den trockenen, sachlichen Stil einer Agenturmeldung oder den Tonfall eines Leitartikels. Der Witz der Artikel ist stets bereits in der Schlagzeile enthalten. Manche Artikel arbeiten mit dem alten Prinzip der Verkehrten Welt, etwa bei der Meldung: „World’s Knowledge to Be Written Down“ („Das gesamte Wissen der Welt soll in Büchern aufgeschrieben werden“).

Viele Meldungen beschäftigen sich auch mit Lokalnachrichten oder mit sarkastischen Beobachtungen von alltäglichen Situationen, die in jedermanns Leben auftreten können („Area Loser to Spend Rest of Day in Bed“ – „Versager verbringt den Rest des Tages im Bett“ oder „Everybody Browsing at Video Store Saying Stupid Things“ – „Alle anderen Kunden in der Videothek reden dummes Zeug“). Die Helden vieler solcher Geschichten heißen Area Man oder Area Woman – Ausdrücke, die bei Onion-Lesern zum stehenden Begriff geworden sind. Der Witz besteht dann häufig in der Übertragung subjektiver Beobachtungen auf den objektiven Stil und die nüchterne Berichterstattung eines Nachrichtenmediums.

Geschichte

The Onion wurde 1988 in Madison (Wisconsin) von Tim Keck und Christopher Johnson gegründet, zwei Studenten der University of Wisconsin. Ein Jahr später verkauften sie das Blatt, das kaum mehr als eine Witzesammlung war, für 19.000 Dollar an den 24-jährigen Zeichner und Autor Scott Dikkers und den 21-jährigen Peter Haise. Zunächst fand The Onion nur lokale Verbreitung, jedoch mit immer größerem wirtschaftlichen Erfolg. 1995 wollten die Herausgeber dann den Sprung in die größere Öffentlichkeit wagen: mit einer regelmäßig erscheinenden Parodie auf die landesweit erscheinende Tageszeitung USA Today. Den neuen Stil entwickelten maßgeblich der Autor Robert D. Siegel und der Layouter Andrew Welyczko. Der Durchbruch kam jedoch erst, als 1996 die Website theonion.com eingerichtet wurde. Seitdem entwickelte sich die Seite zu einer der bekanntesten, meistzitierten und meistbesuchten satirischen Websites englischer Sprache. Die Seitenaufrufe pro Monat stiegen von rund 777.000 im Jahr 1998 auf 8.596.000 im Jahr 2004.

Im Januar 2001 zog die Redaktion von Madison (Wisconsin) nach New York um. Der neue Geldgeber, der Investor David Schafer, sorgte für ein weiteres wirtschaftliches Wachstum des Blattes und für die Etablierung von The Onion als bekanntem Markenzeichen.

Im Jahr 2001 war The Onion das satirische Medium, das mit am Frühesten auf die Terroranschläge am 11. September reagierte. Die Ausgabe zum Thema „Holy Fucking Shit – Attack on America“ („Verdammte Scheiße – Amerika wird angegriffen“) hatte Chancen, für den Pulitzer-Preis nominiert zu werden, wie der Juror Zack Stalberg später sagte. Die satirischen Artikel der ersten Ausgabe nach den Anschlägen trugen Schlagzeilen wie „U.S. Vows to Defeat Whoever It Is We’re at War With“ („USA gelobt: Wer auch immer da gegen uns kämpft, wir werden sie schlagen“), „American Life Turns Into Bad Jerry Bruckheimer Movie“ („Das Leben in Amerika verwandelt sich in einen schlechten Film von Jerry Bruckheimer“) und „Hijackers Surprised to Find Selves in Hell“ („Flugzeugentführer finden sich zu ihrer Überraschung in der Hölle wieder“). Politisch zeigt sich The Onion eher linksliberal und regierungskritisch, wobei viele Beiträge gerade zum Irak-Krieg darauf bedacht waren, die Soldaten verständnisvoll zu behandeln und nur die Machthaber George W. Bush, Dick Cheney usw. anzugreifen.

Zwischen 2004 und 2005 gab es einen kostenpflichtigen Premiumzugang. Seit August 2011 kann man außerhalb der USA fünf Nachrichten im Monat kostenlos lesen, weitere Nachrichten sind auf monatlicher oder jährlicher Basis kostenpflichtig.

2008 erschien die Komödie News Movie (Originaltitel: The Onion Movie) als Direct-to-Video. Sie wurde von The Onion geschrieben und bereits 2003 produziert.

Ende 2013 stellte The Onion die gedruckte Zeitschriftenausgabe ein.<ref name="Einstellung" />

Seit 2017 verließen mehrere Führungskräfte und Autoren The Onion, um für Elon Musks neues Unternehmen Thud! zu arbeiten. Dort sollte ein „brandneues Comedy-Projekt“ gestartet werden.<ref name="dailybeast">Maxwell Tani: Elon Musk Wanted to Buy ‘The Onion,’ Now His Team’s Hiring Its Staffers for a Secret Project. In: The Daily Beast. 13. März 2018, abgerufen am 15. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als Musk seine Pläne öffentlich machte, zog The Onion sie mit mehreren Artikeln ins Lächerliche.<ref>Elon Musk Embarrassed After Realizing He Proposing Idea For Thing That Already Exists. The Onion, 15. März 2018.</ref><ref>‘The Onion’ Hires Several Pastry Chefs Away From Entenmann’s To Form New Bakery. The Onion, 15. März 2018.</ref>

Im August 2024 führte The Onion wieder eine gedruckte Zeitschriftenausgabe ein.<ref>Dominick Mastrangelo: The Onion returns to print media with new subscription plan. In: The Hill. 16. August 2024, abgerufen am 14. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im November 2024 wurde nach einem Bieterwettbewerb mit der Unterstützung der Angehörigen der Opfer des Amoklaufs an der Sandy Hook Elementary School das Onlineportal InfoWars aus der Insolvenzmasse von Alex Jones zu einem unbekannten Preis übernommen.<ref></ref><ref>Satireseite "The Onion" ersteigert Alex Jones' Verschwörungsportal "Infowars". Abgerufen am 14. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es ist geplant, das Onlineportal, welches zuvor rechtsradikale Verschwörungstheorien verbreitet hat, in eine Satirewebseite umzugestalten.<ref>The Onion buys Alex Jones' Infowars at bankruptcy auction. Here are the details. - CBS News. 14. November 2024, abgerufen am 14. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref>

Druckausgabe

The Onion war als Parodie auf eine Tageszeitung gestaltet. Ihr US-amerikanisches „Vorbild“ ist vor allem die dort meistverkaufte Zeitung USA Today.

Daneben gibt es in jeder Ausgabe eine Statistik zu einem absurden Thema, ein Horoskop, das jedem meist einen grauenvollen, aber originellen Tod vorhersagt, und die aktuelle Umfrage („What Do You Think?“ bzw. „American Voices“) zu realen tagespolitischen Themen – wobei die Antworten fiktiv sind und zwar die Namen und Berufe, aber nie die Porträtfotos der Befragten ausgewechselt werden. In der Rubrik „The Onion in History“ erscheint jeweils die „Titelseite“ von The Onion aus einem Jahr des 20. Jahrhunderts, auf der die wichtigsten Ereignisse dieses Jahres, der Lebensstil und die Trends der Zeit satirisch aufgenommen werden. Die Zeitungsseiten sind gesammelt im Buch Our Dumb Century („Unser dämliches Jahrhundert“) erschienen.

Nicht in jeder Ausgabe enthalten waren die satirischen Leitartikel, die nicht von renommierten Publizisten, sondern von (fiktiven) Underdogs oder bizarren Persönlichkeiten stammen, darunter der fiktive Herausgeber T. Herman Zweibel, der nach eigenen Angaben seit 1901 im Amt ist. Andere „Kolumnisten“, die gelegentlich auftraten, waren Larry Groznic, ein übergewichtiger Comic- und Computerspielfreak, Herbert Kornfeld, ein biederer Buchhalter, der jedoch in einem grotesken Gangsta Rap-Idiom spricht, oder Jackie Harvey, ein Hollywood-Reporter, dessen Meldungen aus der Welt der Stars weder aktuell noch originell sind. In der Ratgeber-Rubrik „Ask A…“ wurden Leserzusendungen von denkbar ungeeigneten Ratgebern beantwortet, etwa einem Elitesoldaten oder einer Honigbiene, die die Fragestellung vollständig ignorierten.

Ergänzt wurde die Satirezeitung durch die ernsthafte Beilage (bzw. Website) The A.V. Club, in der aktuelle CDs, Bücher, DVDs, Kinofilme und Computerspiele kritisch besprochen werden. Dort finden sich auch Interviews mit Schauspielern und Musikern, Cartoons und die Sex-Kolumne Savage Love von Dan Savage.

Die Druckausgabe von The Onion war als Abonnement und in einigen größeren US-amerikanischen Städten auch im freien Verkauf und als Gratiszeitung erhältlich. Im Mai 2005 waren dies Madison, Milwaukee, New York City, Chicago, Minneapolis/Saint Paul, Denver, Boulder (Colorado) und San Francisco. Nach Angaben von The Onion erreichte die Druckausgabe rund 990.000 Leser. Ende 2013 wurde die Druckausgabe, die zuletzt noch in drei Städten – Chicago, Milwaukee und Providence in Rhode Island – erhältlich war, nach 25 Jahren eingestellt.<ref>Roger Yu: The Onion ends print publication after 25 years. In: usatoday.com. 8. November 2013, abgerufen am 7. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Für real gehaltene Meldungen

Artikel aus The Onion wurden trotz – oder gerade wegen – ihrer treffenden satirischen Darstellung der Wirklichkeit gelegentlich von anderen Medien als reale Meldungen missverstanden. Eine Auswahl:

The Onion News Network

Im März 2007 wurde das Onion News Network (ONN) als 24-Stunden-Nachrichtennetzwerk gestartet, für das seit Mitte 2006 produziert worden war. Am 3. Februar 2009 wurde als Spin-off das Onion Sports Network gestartet. Es gibt Nachrichtenshows, aber auch Frühstücksfernsehen, Talkshows und andere Formate.

Vom 11. Januar 2011 bis Juni 2011 wurde Onion SportsDome am Kabelkanal von Comedy Central ausgestrahlt. Vom 21. Januar 2011 bis März 2012 wurde Onion News Network im Independent Film Channel (IFC) ausgestrahlt.

Auszeichnungen

Bücher

  • Our Dumb Century: The Onion Presents 100 Years of Headlines from America’s Finest News Source. 1999. ISBN 0-609-80461-8
  • The Onion’s Finest News Reporting, Volume 1. 2000. ISBN 0-609-80463-4
  • Dispatches from the Tenth Circle: The Best of The Onion. 2001. ISBN 0-609-80834-6
  • The Onion Ad Nauseam: Complete News Archives Volume 13. 2002. ISBN 1-4000-4724-2
  • „Relations Break Down Between U.S. and Them“: The Onion Ad Nauseam: Complete News Archives Volume 14. 2003. ISBN 1-4000-4961-X
  • „Fanfare for the Area Man“: The Onion Ad Nauseam Complete News Archives Volume 15. 2004. ISBN 1-4000-5455-9.
  • „Embedded in America“: The Onion Ad Nauseam Complete News Archives Volume 16. 2005. ISBN 1-4000-5456-7.
  • Our Dumb World: The Onion’s Atlas of the Planet Earth, 73rd Edition. 2007. ISBN 0-316-01842-2.
  • The Onion Book of Known Knowledge. A Definitive Encyclopaedia of Existing Information in 27 Excruciating Volumes (ein Band), Hachette, New York 2012, ISBN 978-0-316-13326-5

Literatur

  • Thomas Fuchs: „Alles über The Onion“, Titanic 4/2003

Siehe auch

Weblinks

Commons: The Onion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />