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Weichhaariger Hohlzahn

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Weichhaariger Hohlzahn
Datei:Galeopsis pubescens eF.jpg

Weichhaariger Hohlzahn (Galeopsis pubescens)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Lamioideae
Gattung: Hohlzahn
Art: Weichhaariger Hohlzahn
Wissenschaftlicher Name
Galeopsis pubescens
Besser

Der Weichhaarige Hohlzahn oder Flaum-Hohlzahn (Galeopsis pubescens) ist eine Pflanzenart in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er kommt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet vor und blüht von Juli bis September.

Erscheinungsbild

Datei:Galeopsis pubescens 250807a.jpg
Blüten

Die einjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 60 cm. Der Stängel ist dünn, aufrecht, ausgebreitet ästig und manchmal doppelt verzweigt. An den Knoten ist er sowohl mit weichen Borstenhaaren als auch mit angedrückten Flaumhaaren und schwarzköpfigen Drüsenhaaren besetzt. Die Laubblätter sind eiförmig-herzförmig gestaltet, weichhaarig bis drüsig und jederseits mit 12 bis 14 Sägezähnen ausgestattet. Sie besitzen einen ca. 1 bis 4 cm langen Stiel und sind 3 bis 7 cm lang bzw. 1,5 bis 4 cm breit. Die Blüten sitzen in dichten Scheinquirlen mit verdornten, ziemlich langen Vorblättern. Die Kelchzähne sind lang stachelspitzig. Die Kronröhre ist gelblich und etwa 1,5 bis 2 cm lang. Die Krone ist purpurn-rosa gefärbt, die Unterlippe besitzt eine purpurne Gitterzeichnung und einen dottergelben Schlundfleck. Die Oberlippe ist meist hellrot, etwas zottig behaart und stark gewölbt. Es kommt selten vor, dass die Krone gänzlich gelb ist.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Verbreitung und Standortansprüche

Der Weichhaarige Hohlzahn wächst in unkrautigen Gesellschaften, Waldschlägen, Gebüschen und an Bach- und Flussufern. Er bevorzugt mehr oder weniger frische, nährstoffreiche, oft kalkfreie Lehm- und Sandböden. Er kommt in Mitteleuropa gern in Gesellschaften der Ordnung Glechometalia hederaceae und in denen der Verbände Arction lappae, Atropion oder Bidention tripartitae vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Galeopsis pubescens kommt vom Ost- bis Mitteleuropa, Südostfrankreich und Oberitalien und auch im Kaukasus vor.<ref name="WCSP" /> Er besitzt insgesamt vorwiegend östlichen Verbreitungscharakter. Er ist ein gemäßigt-kontinental-submediterranes Florenelement. Es gibt Fundangaben von Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Österreich, der früheren Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, dem früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, der Ukraine, Belarus, dem nordwestlichen europäischen Russland und dem Kaukasusraum.<ref name="POWO" />

In der Schweiz kommt der Weichhaarige Hohlzahn häufiger nur in Graubünden und dem Tessin vor. Sonst ist er sehr selten. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Der Weichhaarige Hohlzahn ist im östlichsten Deutschland und in Bayern verbreitet zu finden. Darüber hinaus tritt er nur sehr vereinzelt und selten auf.

Datei:Galeopsis pubescens subsp. murriana sl1.jpg
Murr-Flaum-Hohlzahn (Galeopsis pubescens subsp. murriana)

Taxonomie und Systematik

Der Weichhaarige Hohlzahn wurde 1809 von Wilibald Swibert Joseph Gottlieb von Besser in Primitiae Florae Galiciae Austriacae Utriusque Band 2 Seite 27 als Galeopsis pubescens erstbeschrieben.

Der Weichhaarige Hohlzahn ist sehr eng mit dem Gemeinen Hohlzahn (Galeopsis tetrahit) verwandt. Vielfach werden Zwischenformen dieser beiden Art beobachtet, die in der Literatur manchmal als Galeopsis tetrahit var. fallax beschrieben werden.

In Österreich werden folgende zwei Unterarten unterschieden:<ref></ref>

  • Gewöhnlicher Flaum-Hohlzahn (Galeopsis pubescens subsp. pubescens) mit purpurroter Krone mit gelbem Schlund.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> In Österreich ist die Unterart Gewöhnlicher Flaum-Hohlzahn (Galeopsis pubescens subsp. pubescens) im Osten – außer im pannonischen Gebiet, wo sie nur selten auftritt – meist häufig zu finden, nach Westen zu jedoch deutlich seltener werdend.
  • Murr-Flaum-Hohlzahn (Galeopsis pubescens subsp. murriana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Borbás & Wettst.) Murr) mit weißer oder gelblicher Krone, die oft eine violette Zeichnung auf dem Mittellappen der Unterlippe aufweist.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Die Unterart Murr-Flaum-Hohlzahn (Galeopsis pubescens subsp. murriana) tritt in Niederösterreich, der Steiermark, Salzburg und Ost-Tirol häufig auf.<ref></ref> Das Epitheton "murriana" ehrt den österreichischen Botaniker Josef Murr (1864–1932), der sich viel mit Hohlzahn-Arten beschäftigt hat.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="InfoFlora"> Galeopsis pubescens Besser In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Galeopsis pubescens bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Jens G. Rohwer: Lamiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 685.</ref> </references>

Literatur

  • Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, 1975, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg, ISBN 3-489-78021-3
  • Christian August Friedrich Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, 1986, Schwabe & Co. AG, Basel, ISBN 3-7965-0832-4
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, 1990, Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 3-8001-3454-3

Weblinks