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Lee Hazlewood

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Lee Hazlewood (1968)

Barton Lee Hazlewood (* 9. Juli 1929 in Mannford, Oklahoma; † 4. August 2007 in Henderson, Nevada) war ein US-amerikanischer Songwriter, Country-Sänger und Musikproduzent. International bekannt wurde Lee Hazlewood in den 1960er Jahren durch seine Zusammenarbeit mit Nancy Sinatra, für die er zahlreiche Songs verfasste und teilweise auch zusammen mit ihr interpretierte. Die bekanntesten sind These Boots Are Made for Walkin’, Lady Bird, Sand, Some Velvet Morning und Summer Wine.

Leben

Jugend

Der Sohn eines Tankwarts und Ölhändlers verbrachte die meiste Zeit seiner Jugend in Oklahoma, Arkansas und Louisiana. Als Teenager zog er nach Texas und war vom sogenannten Gulf Coast Sound fasziniert. Indes studierte der musikbegeisterte Hazlewood zunächst Medizin an der Southern Methodist University in Fort Worth sowie in Kalifornien. Im Anschluss leistete er seinen Militärdienst während des Koreakrieges.

Karrierebeginn

Seine Musikkarriere startete Hazlewood in den 1950er Jahren, als er sich zunächst als Radio-DJ im heimischen Oklahoma durchschlug. Kurze Zeit später gründete Hazlewood seine eigene Plattenfirma und begann auch, eigene Songs zu schreiben, die er mit den Gitarristen Al Casey und Duane Eddy sowie mit dem Sänger Sanford Clark aufnahm. Doch es stellte sich zunächst nur auf lokaler Ebene Erfolg ein; die Aufnahmen mit Eddy (Rebel-’Rouser) und Sanford (The Fool) erzielten erst Chart-Erfolge, nachdem das landesweit präsente Label Dot Records die Titel in sein Programm nahm.<ref name = "phoenixtimes">„The Fool“, Sanford Clark, 1956, John Dixon, phoenixnewtimes.com, 9. Februar 2012, aufgerufen am 11. Januar 2025 (englisch)</ref>

Hazlewood zog es an die florierende Westküste nach Los Angeles, wo er an der aufstrebenden Musikindustrie partizipieren wollte. Er machte sich mit Tontechnik vertraut, baute eigene experimentelle Tonstudios und beschloss, Musiker und Musikproduzent zu werden. Eine nähere Bekanntschaft zu Phil Spector, wie oft behauptet, bestand nicht („Ich hatte aber nie eine Verbindung zu Phil. Wir sind uns ein paar Mal begegnet und das war's. Ich kann also nichts über ihn als Person sagen.“)<ref>Interview vom 1. August 2007 auf Laut.de</ref> Hazlewoods Debütalbum von 1963 war nur wenig erfolgreich.

Erfolge

1964 traf er auf die bis dahin ebenso erfolglose Nancy Sinatra, die im Schatten ihres Vaters Frank Sinatra stand. Die Zusammenarbeit Hazlewood/Sinatra erwies sich als sehr erfolgreich. Ihre Interpretation machte den Song These Boots Are Made for Walking zum Hit, und auch die Duette der beiden stürmten bald die Billboard-Charts der 60er: Some Velvet Morning, Summer Wine oder auch der Leiber/Wheeler-Song Jackson führten Hazlewood auf den Gipfel seiner Karriere. Nebenbei produzierte er für weitere Musiker, wie beispielsweise für Dean Martin den Song Houston.

1967 gründete Hazlewood sein eigenes Musiklabel Lee Hazlewood Industries (LHI Records) und produzierte Ende des Jahres das erste Country-Rock-Album der Geschichte mit Gram Parsons International Submarine Band. Andere Künstler des Labels waren unter anderem Sanford Clark, Ann-Margret und die Girlgroup Honey Ltd. Anfang der 1970er Jahre begann der Stern Hazlewoods zu sinken. Er übersiedelte zunächst nach Schweden (nach seinen Angaben, um damit seinem Sohn die Einberufung zum US-Militär zu ersparen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nachruf in kulturwoche.at (Memento vom 27. Juli 2009 im Internet Archive)</ref>), anschließend nach Deutschland, Irland und Spanien. 1977 zog er sich schließlich vorerst ganz aus dem Musikbusiness zurück.

Abstecher ins Filmgeschäft

Mit geringem Erfolg versuchte sich Hazlewood im Filmgeschäft. Als Darsteller war er an Die wilden Jahre (1968) und Whisky brutal (1970) beteiligt. Für Smoke (1971) sowie Må vårt hus förskonas från tigrar (1975), beide unter der Regie von Torbjörn Axelman, schrieb er neben seiner Mitwirkung als Schauspieler und Filmkomponist auch die Drehbücher. Hazlewoods Songs wie These Boots Are Made for Walkin, Rebel-'Rouser oder This Town wurden im Soundtrack einiger erfolgreicher Filme wie beispielsweise Full Metal Jacket, Forrest Gump oder Ocean’s 13 verwendet.

Comeback, Krankheit und Tod

Sein Comeback als Sänger hatte er erst in den 1990er Jahren, als er zusammen mit Nancy Sinatra einige Konzerte gab. Nick Cave engagierte ihn 1999 für ein Festival in der Royal Albert Hall. In der Folgezeit remasterte Hazlewood alte Stücke, die er 2002 auf einer Europatournee präsentierte. 2003 erschien das Comeback-Album des Duos Lee & Nancy.

Nachdem bei Hazlewood 2005 Nierenkrebs diagnostiziert worden war, unterbrach er weitere Projekte. Zusammen mit Ärzte-Schlagzeuger Bela B. spielte er 2006 den Song Lee Hazlewood & das erste Lied des Tages ein, der auf Bela B.s Soloalbum Bingo sowie auf Hazlewoods letztem Album Cake or Death zu finden ist, das im Dezember 2006 veröffentlicht wurde.

Lee Hazlewood starb im August 2007 im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in der Nähe von Las Vegas. Er hinterließ seine Ehefrau, einen Sohn und zwei Töchter.

Diskografie

Mit den Shacklefords

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Mit Nancy Sinatra

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Weitere Alben

  • Nancy & Lee 3 (2004)

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Weitere Singles

  • Elusive Dreams (1968)
  • Storybook Children / 100 Years (1968)
  • Big Red Balloon (1972)
  • Down from Dover (1972, Platz 20 der Bubbling-Under-Charts)
  • Indian Summer (L’été indien) (1976)

Soloveröffentlichungen und weitere Kollaborationen

Alben

  • Trouble Is a Lonesome Town (1963)
  • The N.S.V.I.P.’s (1964)
  • Friday’s Child (1965)
  • Lee Hazlewoodism: It’s Cause and Cure (1966)
  • The Very Special World of Lee Hazlewood (1966)
  • Something Special (1968)
  • Love and Other Crimes (1968)
  • The Cowboy and the Lady (zusammen mit Ann-Margret, 1969)
  • Forty (1969)
  • Cowboy in Sweden (1970)
  • Requiem for an Almost Lady (1971)
  • 13 (1972)
  • Poet, Fool or Bum (1973)
  • I’ll Be Your Baby Tonight (1973)
  • The Stockholm Kid Live at Berns (1974)
  • A House Safe for Tigers (1975)
  • 20th Century Lee (1976)
  • Movin’ On (1977)
  • Back on the Street Again (1977)
  • Gypsies & Indians (& Anna Hanski, 1993)
  • Farmisht, Flatulence, Origami, ARF!!! and Me … (1999)
  • For Every Solution There’s a Problem (2002)
  • Bootleg Dreams and Counterfeit Demos (2002)
  • The Lycanthrope Tour (Europe 2002) (live, 2003)
  • Cake or Death (2006)

Singles

  • Words Mean Nothing (mit Duane Eddy, 1960)
  • Sleep in the Grass (mit Ann-Margret, 1969, Platz 13 der Bubbling-Under-Charts)
  • Trouble Maker (1969, Platz 16 der Bubbling-Under-Charts)

Songwriting

Folgende Songs, an denen Lee Hazlewood als Autor beteiligt gewesen war, platzierten sich in den Charts:<ref name="songwriting" /><ref name="Billboard" />

Jahr Titel Interpret weitere Autoren Chartplatzierungen
1956 The Fool Sanford Clark Naomi Ford US 7
The Gallahads US 62
A Cheat Sanford Clark Naomi Ford US 74
1958 Moovin’ ’n Groovin’<templatestyles src="FN/styles.css" /> inst Duane Eddy Duane Eddy US 72
Rebel-’Rouser<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy (and the Rebels) Duane Eddy US 6, UK 19;
Rock and Roll Hall of Fame
Cannonball<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy (and the Rebels) Duane Eddy US 15, UK 22
1959 The Lonely One<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy US 23
Yep!<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy US 30
The Quiet Three<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy US 46
Some Kind-a Earthquake<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy US 37, UK 12
First Love, First Tears<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy US 59
Bonnie Came Back<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy / Trad. US 26, UK 12
1960 Shazam!<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy US 45, UK 4
Kommotion<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr Duane Eddy Duane Eddy US 78, UK 13
1962 The Battle Duane Eddy (and the Rebels) Duane Eddy US Bubbling Under 14
(Dance with the) Guitar Man Duane Eddy Duane Eddy US 12, UK 4
1963 Boss Guitar Duane Eddy US 28, UK 27
A Stranger in Your Town The Shacklefords Marty Cooper US 70
Lonely Boy, Lonely Guitar Duane Eddy Duane Eddy US 82, UK 35
Surfin’ Hootenanny Al Casey Combo US 48
Baja<templatestyles src="FN/styles.css" /> instr The Astronauts US 94
Your Baby’s Gone Surfin’ Duane Eddy Duane Eddy US 93, UK 49
Guitars, Guitars, Guitars Al Casey US Bubbling Under 16
1965 Houston Dean Martin US 21
Not the Lovin’ Kind Dino, Desi & Billy US 25
So Long, Babe Nancy Sinatra US 86
1966 These Boots Are Made for Walkin’ Nancy Sinatra US 1 Vorlage:Schallplatte, UK 1, DE 1 Vorlage:Schallplatte, AT 1
How Does That Grab You, Darlin’? Nancy Sinatra US 7, UK 19, DE 10, AT 4
Friday’s Child Nancy Sinatra US 36, DE 37
In Our Time Nancy Sinatra US 46
Sugar Town Nancy Sinatra US 5 Vorlage:Schallplatte, UK 8
1967 Summer Wine Lee Hazlewood & Nancy Sinatra US 49, AT 6
Love Eyes Nancy Sinatra US 15
Lightning’s Girl Nancy Sinatra US 24
Lady Bird Lee Hazlewood & Nancy Sinatra US 20, UK 47, DE 33
Sand Lee Hazlewood & Nancy Sinatra US Bubbling Under 7
This Town Frank Sinatra US 53
Tony Rome Nancy Sinatra US 83; Film: Tony Rome
1968 Some Velvet Morning Lee Hazlewood & Nancy Sinatra US 26
In Some Time Ronnie Dove US 99
100 Years Nancy Sinatra US 69
Happy Nancy Sinatra US 74
1969 Sleep in the Grass Ann-Margret & Lee Hazlewood US Bubbling Under 13
1971 Muddy Muddy River<ref name="ATchartsMMR">Muddy Muddy River (The Shacklefords) in den österreichischen Charts</ref> The Shacklefords AT 11
1981 Tonight Mo-Dettes Mo-Dettes UK 68
1992 These Boots Are Made for Walkin’ Billy Ray Cyrus UK 63
2003 Some Velvet Morning Primal Scream (mit Kate Moss) UK 44
2005 These Boots Are Made for Walkin’ Jessica Simpson US 14 Vorlage:Schallplatte, UK 4, DE 17, AT 12, CH 16;
Film: The Dukes of Hazzard

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Weblinks

Commons: Lee Hazlewood – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Musikbeispiele

Einzelnachweise

<references> <ref name="songwriting"> Lee Hazlewood bei Music VF, abgerufen am 12. September 2020 </ref> </references>

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