Corps de Logis
Als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (französisch für „Wohnkörper“; auch Wohntrakt) wird der vornehmlich zu Wohnzwecken gedachte Haupttrakt eines Schlosses oder Stadtpalais bezeichnet. Er kann die Mitte einer drei- oder mehrflügeligen Anlage bilden oder auch isoliert von den Nebengebäuden stehen. In den meisten Fällen ist er gegenüber anderen Gebäudetrakten hervorgehoben, etwa durch seine Größe oder durch architektonischen Schmuck. Im {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) befinden sich die wichtigsten Wohn- und Empfangsräume des Schlossherrn.
Geschichte
Der Begriff entstand erst in der Renaissance, doch lassen sich die architektonischen Ursprünge des {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) bis auf die Wohngemächer in mittelalterlichen Wohntürmen (donjons) und Burgen zurückverfolgen. Im Lauf der Geschichte wurde eine Mauerseite eines Burghofs durch entsprechende Anbauten zu Wohnzwecken umgenutzt; diese Entwicklung führte schließlich zu den nicht mehr Verteidigungs-, sondern ausschließlich Repräsentationszwecken dienenden Stadtpalästen und Schlössern.
Das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) entwickelte sich im französischen Schlossbau der Renaissance, der wiederum in hohem Maße von italienischen Vorbildern beeinflusst war; es ist für die Schlösser des Barock und des Rokoko typisch und bestimmt teilweise noch Anlagen des Klassizismus und des Historismus. Es vereint die bei mittelalterlichen Burgen noch üblicherweise funktional getrennten Bauten von Halle, Saalgeschossbau und Wohnturm. So beherbergt es große Repräsentationsräume wie z. B. einen Fest- und Gesellschaftssaal (Salon), das Haupttreppenhaus und die herrschaftlichen Wohnungen.
Ein frühes Beispiel für ein {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) findet sich im französischen Schloss Azay-le-Rideau an der Loire. Jedoch ist es dort wegen späterer Umbauten und Ergänzungen nicht mehr sofort als solches zu erkennen. Ein typischer Vertreter für den barocken Hauptbau einer dreiflügeligen Anlage ist hingegen der Mitteltrakt des Palais du Luxembourg in Paris. Ein Beispiel für ein isoliert errichtetes {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) stellt der Mittelbau des Schlosses Benrath in Düsseldorf dar.
Architektur
Das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) liegt, wenn es das Grundstück erlaubt, in der Regel auf der Mittelachse der Gesamtanlage zwischen Ehrenhof ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und Garten ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Oft wird der Ehrenhof durch eine Dreiflügelanlage umgrenzt. Dann bildet das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) den mittleren Flügel an der Rückseite des Ehrenhofes. Dieser wird an der vierten, vorderen Seite meist von einem Gitter oder einer Mauer mit Toreinfahrt abgeschlossen.
In der französisch geprägten Wohnarchitektur wird das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) an der Ehrenhofseite meist mittig durch das Vestibül betreten. Liegen herrschaftliche Wohnräume im Obergeschoss, so geht die repräsentative Haupttreppe seitlich vom Vestibül nach oben ab. Im Erdgeschoss bzw. im Obergeschoss gelangt man sodann in einen auf den Garten hinausgehenden Salon, den Gesellschaftsraum. Meist gibt es im {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) zwei repräsentative Wohnungen (Appartements), eine für den Herrn des Hauses und eine für die Dame, beide mit den üblichen Paradezimmern. Sie liegen üblicherweise an der Gartenseite einander symmetrisch gegenüber und werden von dem in der Schlossmitte gelegenen Salon betreten. Die Raumfolge ist bei beiden Wohnungen dieselbe: Zunächst das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (das Vorzimmer), der bei aufwändigen Anlagen ein weiteres Vorzimmer folgen kann. Es folgt das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (das eigentliche Zimmer), zugleich Hauptwohnraum, Schlafzimmer und Empfangszimmer der betreffenden Person. Daran schließt das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Kabinett) an, ein von persönlichen Vorlieben bestimmter, oftmals intimerer Wohn- und Rückzugsraum. Zur Wohnung gehört immer eine Garderobe, ein Raum zur Aufbewahrung der Kleidung. Auch für den Leibstuhl kann ein eigener kleiner Raum vorgesehen sein. Weitere Wohnungen, etwa für Gäste, folgen diesem Schema, wenngleich oft in reduzierter Form.
In der repräsentativen Wohnung deutscher Schlösser wurde nicht im Schlafzimmer empfangen, sondern in einem diesem vorgelagerten Audienzzimmer. Das Schlafzimmer wurde nur vorgezeigt. Im Heiligen Römischen Reich stand in vielen Schlössern, insbesondere in Residenzschlössern, eine Kaiserwohnung für die Kaiser oder hochrangige Gäste bereit.
Eine moderne Form eines {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ist der Mittelteil des neuen Bundeskanzleramtes in Berlin, das durch die Anordnung seiner einzelnen Gebäudeteile die Stilmittel barocker Herrschaftsarchitektur adaptiert.<ref name="freitag" />
Siehe auch
Literatur
- Uwe Albrecht: Der Adelssitz im Mittelalter. Studien zum Verhältnis von Architektur und Lebensform in Nord- und Westeuropa. Deutscher Kunstverlag, München 1995, ISBN 3-422-06100-2.
- Johann Friedrich Penther: Ausführliche Anleitung zur bürgerlichen Bau-Kunst (Band 1): Enthaltend ein Lexicon Architectonicum oder Erklärungen der üblichsten Deutschen, Französischen, Italiänischen Kunst-Wörter der Bürgerlichen Bau-Kunst (…). Johann Andreas Pfeffel, Augspurg 1744, S. 46: Corps-de-Logis. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 15. Februar 2024)
- Barbara Schock-Werner, Heiko Laß: Corps de logis. In: Horst Wolfgang Böhme, Reinhard Friedrich, Barbara Schock-Werner: Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen. Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-010547-1, S. 106, doi:10.11588/arthistoricum.535.
Einzelnachweise
<references> <ref name="freitag"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Max Glauner: Der Styx fließt durch Berlin. In: Freitag. Die Ost-West-Wochenzeitung. Ausgabe vom 4. Mai 2001. ( vom 29. September 2007 im Internet Archive)</ref> </references>