Zum Inhalt springen

AMX International AMX

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. Januar 2026 um 12:45 Uhr durch imported>Nuedel (Bewaffnung).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
AMX Ghibli
Italienische AMX
Italienische AMX in Nellis, Nevada
Typ
Entwurfsland
Hersteller
Erstflug 15. Mai 1984
Indienststellung 1989
Produktionszeit

1986 bis 1999

Stückzahl ca. 200

Die AMX ist ein strahlgetriebenes Kampfflugzeug, das im Rahmen eines Joint-Ventures von den italienischen Unternehmen Aeritalia und Aermacchi sowie dem brasilianischen Unternehmen Embraer entwickelt wurde. Hauptsächlich wird diese Maschine als Bodenangriffs- und Aufklärungsflugzeug eingesetzt. Die zweisitzige Trainerversion hat die Bezeichnung AMX-T.

„AMX“ war ursprünglich eine Projektbezeichnung, die für Aeritalia Macchi Experimental steht; die Abkürzung wurde dann vom Herstellerkonsortium AMX International übernommen und für dessen Flugzeug beibehalten. Die militärinternen Bezeichnungen lauten A-1 (Brasilien) und A-11 (Italien). In Italien hat das Flugzeug auch den Namen Ghibli, nach dem nordafrikanischen Wüstenwind Gibli.

Entwicklung

Im Jahr 1977 meldete die italienische Luftwaffe offiziell den Bedarf an einem neuen leichten Kampfflugzeug an, das in der Rolle der Luftnahunterstützung, der Aufklärung und der fortgeschrittenen Pilotenausbildung die Fiat G.91 und zu einem gewissen Teil auch die Lockheed F-104 ablösen sollte. Dieses neue Kampfflugzeug sollte auch den Tornado ergänzen, insbesondere in Bereichen, in denen der Einsatz von teuren und komplexen Kampfflugzeugen nicht unbedingt notwendig ist. Die italienische Luftwaffe forderte zunächst insgesamt 238 Flugzeuge, davon 187 Einsitzer und 51 doppelsitzige Trainer. Aeritalia (heute Leonardo) und Aermacchi begannen im April 1978 gemeinsam mit den Entwicklungsarbeiten, in die nicht unerhebliche Teile der bisherigen Erfahrungen mit dem Tornado einflossen. Aermacchis sehr guter Entwurf, die zweistrahlige MB-340, war zuvor aus rein politischen Gründen nicht zum Zug gekommen.

Im März 1981 einigten sich die Regierungen Italiens und Brasiliens auf eine Kooperation beim Bau der AMX. Aeritalia (46,5 %), Aermacchi (23,8 %) und die brasilianische Embraer (29,7 %) bildeten das Konsortium „AMX International“. Brasilien wollte sich mit diesem Engagement von US-amerikanischer und französischer Abhängigkeit befreien. Auf brasilianischen Druck hin wurden auch Rolls-Royce-Triebwerke für das Flugzeug vorgesehen.

Der Erstflug des Prototyps A-01 MMX594 fand am 15. Mai 1984 bei Turin statt. Beim fünften Testflug musste Testpilot Manlio Quarantelli wegen eines Triebwerkproblems bei Turin notlanden und erlag dann seinen Verletzungen. Die weitere Erprobung gestaltete sich jedoch recht erfolgreich und brachte die hervorragenden Tiefflugeigenschaften der Maschine ans Licht. Die Serienproduktion begann 1986, drei Jahre später rüsteten die ersten italienischen und brasilianischen Staffeln auf die AMX um.

Dienst in Italien

Auf Grund der grundlegenden Veränderungen der weltpolitischen Lage beschränkte sich die italienische Luftwaffe Anfang der 1990er-Jahre auf 110 A-11A (Einsitzer) und 26 TA-11A (Zweisitzer), mit denen fliegende Einheiten in Verona-Villafranca, Istrana, Rivolto und Amendola ausgerüstet wurden. In der Folge nahm man die Maschinen des ersten Bauloses, die ab 1989 zugelaufen waren, wegen technischer Probleme aus dem Truppendienst; die restlichen Flugzeuge erhielten ein Mid-Life-Update, das ihnen auch den Einsatz von lasergesteuerten Bomben (GBU) ermöglichte. 2005 begann ein weiteres Modernisierungsprogramm (ACOL – Adeguamento Capacità Operative e Logistiche), bei dem die Flugzeuge bis 2009 außer verschiedenen Modifikationen an der Avionik (z. B. Multifunktionsfarbbildschirme) auch die Möglichkeit zum Einsatz GPS-gesteuerter Präzisionswaffen erhielten. In dieser ACOL-Version blieben 42 einsitzige A-11B und 10 doppelsitzige TA-11B bei einem Geschwader in Istrana und bei einer Erprobungsstelle in Pratica di Mare im Einsatz. Ende 2016 wurden zwei der drei in Istrana verbliebenen AMX-Staffeln aufgelöst.

Im Jahr 1999 flogen italienische AMX während des Kosovo-Kriegs vom süditalienischen Amendola aus insgesamt 252 Kampfeinsätze. Keine Maschine ging dabei verloren. Im weiteren Verlauf wurden AMX von Italien auch in Afghanistan, in Libyen und im Irak<ref name="twz:0">Thomas Newdick: Italy Says Arrivederci To Its Little AMX Attack Jets. A joint venture between Italy and Brazil, the subsonic AMX attack jet was retired today by the Italian Air Force after 35 years of service.. In: twz.com. The Warzone, 5. April 2024, abgerufen am 24. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> eingesetzt. In Afghanistan flogen die jeweils 4 vorhandenen AMX rund 10'000 Flugstunden. Im Irak flogen die Flugzeuge von 2016 bis 2019 Aufklärungsflüge.

In Italien gab es um die AMX immer wieder recht polemische Diskussionen. Angesichts der Entwicklungskosten, der relativ geringen Stückzahlen und industriepolitischer Kompromisse sei das gesamte Programm nicht besonders kostengünstig gewesen. Die Fachpresse des Landes meinte wiederholt, das Geld wäre besser in den Kauf zusätzlicher Tornados investiert worden.

Die letzten AMX „Ghibli“ stellte die italienische Luftwaffe am 5. April 2024 in Istrana außer Dienst. Die Flotte der italienischen AMX flog in 35 Jahren etwa 240'000 Flugstunden. Einige Maschinen sind als Gate Guardian und in Museen ausgestellt.<ref name="twz:0" /><ref>Aurelio Giansiracusa: Esce di scena il caccia bombardiere AMX. In: aresdifesa.it. 5. April 2024, abgerufen am 10. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 4 Flugzeuge gingen nach Piacenza und werden möglicherweise auch in Zukunft vorgeflogen.<ref>San Damiano, l'arrivo degli AMX – La consegna dei 4 velivoli al Flying Museum. In: pitispotterclub.it. 27. Mai 2024, abgerufen am 24. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Morby82: Forum PSC Verona – Piti Spotter Club Verona. In: piti.forumfree.it. Piti Spotter Club Verona, 4. Mai 2024, abgerufen am 24. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – Übersetzung: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)</ref>

Dienst in Brasilien

In der brasilianischen Luftwaffe, Força Aérea Brasileira (FAB), wurden neben der Flugversuchsstelle in São José dos Campos drei Staffeln, die verschiedenen Gruppen, Grupo de Aviação (GAv), unterstanden, mit der AMX ausgerüstet:

Von den ursprünglich geplanten 79 Maschinen stellte Brasilien insgesamt 45 Einsitzer, FAB-Bezeichnung A-1A, und 11 Doppelsitzer A-1B in Dienst. Zunächst sollten ab 2007 insgesamt 43 A-1 modernisiert werden, das Programm wurde aber letztendlich auf 11 A-1AM und 2 A-1BM Exemplare zusammengestrichen.<ref>Modernization of AMW jets of the brazilian air force. In: embraer.com. Embraer, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2011; abgerufen am 10. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Website teilweise mit der veralteten Macromedia-Flash-Technik).</ref> Bei einer Ausrüstung für Aufklärungsmissionen durch die 3. Staffel der 10. Gruppe, wurden die AMX als RA-1A bzw. RA-1B bezeichnet. 2025[veraltet]Bitte nutze in Fällen, in denen die Jahreszahl bereits in der Vergangenheit liegt, {{Veraltet}} anstatt {{Zukunft}} werden sie ausgemustert.<ref name="0:">Luiz Reis: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). „Dossier: Situation aller A-1 AMX der brasilianischen Luftwaffe (Aktualisiert)“. In: canalmilitarizando.com. Canal Militarizando, 1. Mai 2023, abgerufen am 25. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nutzer

Venezuela bestellte 1999 8 AMX-ATA als Fortgeschrittenentrainer und leichtes Kampfflugzeug, jedoch legte der US-Kongress sein Veto ein, da die Maschinen auch US-Technologie enthielten.

<templatestyles src="FN/styles.css" />

<templatestyles src="FN/styles.css" />
a 
{{{2}}}
Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)

Technische Daten

Datei:AMX International AMX 3-view line drawing.png
Dreiseitenriss

Vorlage:Tabellenstile

Kenngröße Daten
Besatzung 1
Länge 13,23 m
Spannweite 8,87 m
Tragfläche ca. 21 m²
Flügelstreckung 3,75
Tragflächenbelastung
  • minimal (Leermasse): 320 kg/m²
  • nominal (normale Startmasse): 512 kg/m²
  • maximal (max. Startmasse): 619 kg/m²
Höhe 4,55 m
Leermasse 6.730 kg
normale Startmasse 10.750 kg
max. Startmasse ca. 13.000 kg
Treibstoffkapazität 3.440 l
Höchstgeschwindigkeit 1.165 km/h
Marschgeschwindigkeit ca. 950 km/h
Dienstgipfelhöhe 13.500 m
max. Steigrate 52 m/s
Einsatzradius 900 km
Überführungsreichweite 3.335 km
Triebwerk ein Rolls-Royce Spey Mk. 807 mit ca. 49 kN Schub

Bewaffnung

Fest installierte Bewaffnung in der Bugnase

italienischer AMX

brasilianischer AMX

Außenlasten

Bewaffnung bis zu 3.800 kg an fünf externen Aufhängestationen an fünf Aufhängungspunkten und den Tragflächenspitzen

Luft-Luft-Lenkwaffen

gelenkte Bomben

Freifallbomben

  • 5 × Mk.82 (241-kg-Freifallbombe)
  • 5 × Mk.83 (454-kg-Freifallbombe)
  • 5 × SEI BA-102 (227-kg-Freifallbombe)
  • 5 × SEI BA-103 (454-kg-Freifallbombe)
  • 2 × 14-3-M2-Waffenträger mit 2 × 9 Thomson-Brandt BAT-120 (34-kg-Splitterbombe)
  • 2 × 14-3-M2-Waffenträger mit 2 × 9 Thomson-Brandt BAP-100 (raketengetriebene 32,5-kg-Anti-Startbahn-Bombe)

Externe Behälter

Siehe auch

Weblinks

Commons: AMX International AMX – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Militärflugzeuge:

Macchi L.1 • Macchi L.2 • Macchi M.3 • Macchi M.4 • Macchi M.5 • Macchi M.6 • Macchi M.7 • Macchi M.8 • Macchi M.9 • Macchi M.12 • Macchi M.14 • Macchi M.15 • Macchi M.16 • Macchi M.17 • Macchi M.18 • Macchi M.19 • Macchi M.20 • Macchi M.24 • Macchi M.26 • Macchi M.40 • Macchi M.41 • Macchi M.53 • Macchi M.71 • Macchi M.77 • Macchi MC.99 • Macchi MC.200 • Macchi MC.202 • Macchi MC.205 • Macchi MC.206 • Macchi MC.207 • Aermacchi MB-323 • Aermacchi MB-326 • Aermacchi MB-338 • Aermacchi MB-339 • Aermacchi MB-340 • Aermacchi M-211 • Aermacchi M-290 • Aermacchi M-311 • Alenia C-27J • Alenia Aermacchi M-345 • Alenia Aermacchi M-346 • Aermacchi SF-260 • Aermacchi AL-60 • Aermacchi AM.3 • AMX International AMX

Zivilflugzeuge:

Macchi M.16 • Macchi M.18 • Macchi M.24 • Macchi M.70 • Macchi MC.94 • Macchi MC.100 • Aermacchi MB-308 • Aermacchi MB-320

Renn- und Rekordflugzeuge:

Macchi M.17 • Macchi M.19 • Macchi M.33 • Macchi M.39 • Macchi M.52 • Macchi M.67 • Macchi-Castoldi M.C.72

Vorlage:Klappleiste/Ende