Zum Inhalt springen

Basar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. Februar 2026 um 22:34 Uhr durch imported>Bertramz (Änderung 264641125 von ~2026-11116-57 rückgängig gemacht; WP:KORR und auch nicht besser).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Touristenbazar in Luxor (1995, 880x625).jpg
Diwanbasar im ägyptischen Luxor (1995)
Datei:Herat clothes bazaar.jpg
Kleiderbasar im afghanischen Herat (2004)
Datei:Puesto de frutos en el Zoco -- 2014 -- Marrakech, Marruecos.jpg
Basarstand mit Früchten im marokkanischen Marrakesch (2014)
Datei:PanjShanbeBazar-Minab-1.jpg
Der bekannte Pandschdschambe-Basar (Donnerstagsmarkt) in Minab

Basar oder Bazar (persisch بازار, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist das aus dem Persischen stammende Wort für Markt. Wie das deutsche Lehnwort bezeichnet Basar sowohl die Zusammenführung von Angebot von und Nachfrage nach Handelsobjekten als auch den Handelsplatz, der hinsichtlich seiner Gestaltung, Lokalisierung und Funktion spezifische Charakteristika aufweist.

Allgemeines

Der Begriff Basar (von Persisch bāzār, zurück auf Altpersisch vāčar) wird vorwiegend für Märkte in orientalisch-islamischen Städten verwendet und ist als Lehnwort in viele Sprachen von Asien bis Europa eingegangen.

Ein Kennzeichen orientalischer Basare ist die Aneinanderreihung von Geschäften, die Waren derselben Kategorie (z. B. Schuhe, Gewürze oder Stoffe) verkaufen. Im Gegensatz dazu bemühen sich mitteleuropäische Händler seit der Industrialisierung eher um Gebietsschutz, versuchen also, sich räumlich möglichst deutlich von konkurrierenden Händlern zu distanzieren. Ein weiteres Kennzeichen des Basars ist die funktionale Verflechtung von Groß- und Einzelhandel. Der Basar liegt meistens in der Nähe der Hauptmoschee und ist im Gegensatz zu europäischen Märkten entweder in einem Gebäude mit Gewölben oder als überdachte Ladenstraße üblich.

Auf einem orientalischen Basar ist es allgemein die Regel, die Preise durch Verhandeln (Feilschen) zu bestimmen. Wenn überhaupt Preisschilder vorhanden sind, dann dienen diese lediglich der Orientierung bzw. als Einstiegsgebot des Verkäufers. Wort- und gestenreich zu verhandeln ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Westliche Touristen, die aus Angst, Unkenntnis oder Großzügigkeit darauf verzichten, werden in vielen orientalischen Ländern als unhöflich oder arrogant angesehen. Elias Canetti beschrieb ihn folgendermaßen: „Neben den Läden, wo nur verkauft wird, gibt es viele, vor denen man zusehen kann, wie die Gegenstände erzeugt werden. So ist man von Anfang an dabei, und das stimmt den Betrachter heiter. Denn zur Verödung unseres modernen Lebens gehört es, dass wir alles fix und fertig ins Haus und zum Gebrauch bekommen, wie aus hässlichen Zauberapparaten“.<ref>Elias Canetti, Die Stimmen von Marrakesch, Die Suks, 1980, S. 19</ref>

Geschichte

Basare entstanden wohl in ihrer heutigen Form erstmals im 16. Jahrhundert im persischen Täbris,<ref>Bita Schafi-Neya, Gebrauchsanweisung für Iran, 2018, o. S.</ref> von wo aus sie sich über ganz Arabien verbreiteten, wo sie als Suq (arabisch سوق, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Markt‘) bezeichnet wurden.<ref>Michael Gorges, Kleines Iran-Lexikon, 2019, S. 51 f.</ref> Ähnliche Marktplätze errichtete bereits zuvor der Statthalter Yazid ibn Hatim al-Muhallabi während seiner Regierungszeit (771–787) in Tripolis. Die Überwachung der Preisbildung, der Waren und der Akteure übernahm im Islam der Sittenwächter (arabisch محتسب, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Adam Olearius berichtete 1656 in seinen Reisebeschreibungen erstmals in Europa über die persischen Basare.<ref>Adam Olearius, Newe Beschreibung Der Muscowitischen und Persischen Reyse, 1656, S. 600 f.</ref>

Weblinks

Wiktionary: Basar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Basar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Mohamed Scharabi: Der Basar. Das traditionelle Stadtzentrum im Nahen Osten und seine Handelseinrichtungen. Wasmuth, Tübingen 1985, ISBN 3-8030-0140-4.
  • Walter M. Weiss: Der Basar. Mittelpunkt des Lebens in der islamischen Welt. Geschichte und Gegenwart eines menschengerechten Stadtmodells. Edition Brandstätter, Wien 1994, ISBN 3-85447-508-X.
  • Eugen Wirth: Die orientalische Stadt im islamischen Vorderasien und Nordafrika. Städtische Bausubstanz und räumliche Ordnung, Wirtschaftsleben und soziale Organisation. 2 Bände. von Zabern, Mainz 2000, ISBN 3-8053-2709-9.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein