Kraftwerk Mehrum
| Kraftwerk Mehrum | ||||||
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| Lage
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| Koordinaten | 52° 18′ 51″ N, 10° 5′ 29″ O
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| Land | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland | |||||
| Ort | Hohenhameln | |||||
| Gewässer | Mittellandkanal | |||||
| Daten
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| Typ | Dampfkraftwerk | |||||
| Primärenergie | Fossile Energie | |||||
| Brennstoff | Steinkohle | |||||
| Leistung | 750 Megawatt brutto 690 Megawatt netto | |||||
| Eigentümer | Energetický a Průmyslový Holding (EPH) | |||||
| Betreiber | Kraftwerk Mehrum GmbH | |||||
| Betriebsaufnahme | Block 3: 24. August 1979 | |||||
| Stilllegung | Block 3: 1. April 2024 | |||||
| Schornsteinhöhe | 250 m | |||||
| Eingespeiste Energie 2023 | 603 GWh | |||||
| Website | kraftwerk-mehrum.de | |||||
| Stand | 1. April 2024 | |||||
Kohlehafen des Kraftwerks am Mittellandkanal | ||||||
Das Kraftwerk Mehrum ist ein ehemaliges deutsches Steinkohlekraftwerk. Es liegt am Mittellandkanal in Mehrum in der Gemeinde Hohenhameln im Landkreis Peine.
Beschreibung
Das Kraftwerk hatte in seinem letzten Ausbauzustand eine installierte Leistung von 750 MW bei einem Eigenbedarf von 60 MW, was einer maximalen Nettoleistung von 690 MW entspricht. Ab 1962 wurde ein erster Block errichtet und 1965 mit einer Leistung von 100 MW in Betrieb genommen. 1969 ging ein weiterer 100-Megawatt-Block in Betrieb. Diese beiden Blöcke wurden mit Erdgas und Schweröl befeuert. Der Block 3 wurde 1979 fertiggestellt.<ref>Historie-Kraftwerk Mehrum. Abgerufen am 10. Dezember 2021.</ref> Für die Anlieferung dessen Betriebsstoffs Steinkohle wurde östlich des Kraftwerks am Mittellandkanal ein Kohlehafen eingerichtet. Der elektrische Nettowirkungsgrad des dritten Blocks betrug 40,5 %.<ref>Technische Daten – Kraftwerk Mehrum. Abgerufen am 2. August 2022.</ref> Das Kraftwerk speiste seine produzierte Energie in das Übertragungsnetz von Tennet TSO ein und beschäftigte Stand 2022 130 Personen<ref>Technische Daten. Abgerufen am 1. August 2022.</ref>.
Der Schornstein des Kraftwerks ist 250 m hoch. Die Kohleanlieferung erfolgte über den Hafen Mehrum am nahen Mittellandkanal; ein Gleisanschluss bestand nicht.
Durch die Verbrennung entstanden pro Stunde 2,5 Millionen m³ Rauchgas und 24 Tonnen Flugasche. Zusätzlich zur Steinkohle wurden bis 2014<ref>Stoffumsätze. Abgerufen am 22. Juli 2019.</ref> in der Anlage pro Tag 144 Tonnen Klärschlamm verbrannt.
2009 verkaufte E.ON seinen Anteil von 50 % am Kraftwerk aufgrund von Auflagen der Europäischen Kommission an die Stadtwerke Hannover.<ref>Eon verkauft Anteil an Kraftwerk Mehrum an Stadtwerke Hannover. Abgerufen am 7. Februar 2018.</ref> Die Kraftwerk Mehrum GmbH hatte dadurch von 2009 bis 2017 die beiden Gesellschafter
- Stadtwerke Hannover AG (83,3 % Anteil) und
- Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG (16,7 % Anteil).
Im Jahr 2017 wurde bekannt, dass die Stadtwerke Hannover ihre Anteile am Kraftwerk an die tschechische Holding EPH verkauft haben.<ref>Albrecht Scheuermann: Tschechen kaufen Enercity-Kraftwerk Mehrum. In: Hannoversche Allgemeine. 1. September 2017, abgerufen am 22. November 2017.</ref> Grund war die fehlende Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks. Nach Medienangaben schrieb es ca. 10 bis 15 Millionen Euro Verlust pro Jahr.<ref>Jens Heitmann: Stadtwerke wollen Kraftwerk Mehrum loswerden. Hannoversche Allgemeine, 27. April 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Januar 2021; abgerufen am 27. April 2017.</ref> Auch die Braunschweiger Versorgungs-AG verkaufte ihre Anteile im selben Jahr an die EPH, sodass diese nun alleiniger Eigentümer des Kraftwerks ist.<ref>Cornelia Steiner: BS Energy: Anteil am Kraftwerk Mehrum verkauft. (braunschweiger-zeitung.de [abgerufen am 7. Februar 2018]).</ref>
Stilllegung nach Wiederinbetriebnahme
Im Frühjahr 2021 erhielt das Kraftwerk von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für die Stilllegung im Rahmen des deutschen Kohleausstiegs.<ref>Wilhelmshaven: Aus für Steinkohlekraftwerk besiegelt. In: Norddeutscher Rundfunk, 1. April 2021, abgerufen am 5. April 2021.</ref> Damit wurde es zum 8. Dezember 2021 aus dem kommerziellen Betrieb genommen und hielt aus technischen Gründen Reservekapazitäten bis 2022 vor. Dann wurde bekannt, dass das Kraftwerk wieder regulär in Betrieb gehen sollte.<ref>Lies: Kohlekraftwerk Mehrum könnte am Netz bleiben. In: Norddeutscher Rundfunk, 21. Juni 2022.</ref> Grund war die Gasdrosselung durch Russland im Zusammenhang mit dem am 24. Februar 2022 begonnenen russischen Überfall auf die Ukraine. Laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) sollten für die Stromerzeugung mehr Kohlekraftwerke statt Gaskraftwerke zum Einsatz kommen, um die Gasspeicher für den Winter 2022/2023 befüllen zu können.<ref>Energiewirtschaft stützt Habecks Plan: Kohlekraftwerke können schnell hochgefahren werden. In: Redaktionsnetzwerk Deutschland, 20. Juni 2022.</ref> Nachdem der Bundeswirtschaftsminister die zweite Stufe (Alarmstufe) des Notfallplans Gas ausgerufen hatte, war das Kraftwerk seit dem 1. August 2022 wieder in Betrieb.<ref>Tobias Knaack: Gaskrise: Steinkohle-Kraftwerk Mehrum kehrt aus der Reserve zurück an den Markt. In: heise.de. 1. August 2022, abgerufen am 1. August 2022.</ref> Eingesetzt wurde Steinkohle aus Südafrika<ref>Neustart für Kraftwerk Mehrum – mit Kohle aus Südafrika. In: haz.de. 1. August 2022, abgerufen am 28. Februar 2024.</ref> und Australien.<ref>tagesthemen mittendrin - Mehrum: Zurück ans Netz (YouTube-Video, 4. August 2022)</ref>
Bereits 2023 lieferte das Kraftwerk kaum noch Strom, da die Produktion wegen der Normalisierung der Energiepreise nicht wirtschaftlich war.<ref>Mirja Polreich: Nach Energiekrise: Kraftwerk Mehrum wird zum zweiten Mal stillgelegt. In: paz-online.de. 2. März 2023, abgerufen am 28. Februar 2024.</ref> Endgültig außer Betrieb ging es Ende März 2024.<ref>Nach Gaskrise: Kohlekraftwerk Mehrum geht endgültig vom Netz bei ndr.de vom 28. März 2024</ref>
Abriss
Am 26. Oktober 2024 wurden zwei 60 Meter hohe Asche-Silos gesprengt.<ref>Kraftwerk Mehrum: So läuft der Abriss – mit Bildergalerie in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 23. Oktober 2024</ref><ref>NDR: Teile des Kohlekraftwerks Mehrum erfolgreich gesprengt vom 26. Oktober 2024</ref> Die Sprengung des 130 Meter hohen Kühlturms erfolgte am 12. April 2025.<ref>Kraftwerk Mehrum: Warum die Sprengung anders verläuft als geplant in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18. Oktober 2024</ref><ref>Knall auf Fall: Kraftwerkturm in Mehrum (Peine) gesprengt in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 12. April 2025</ref> Der 250 Meter hohe Schornstein sollte 2025 gesprengt werden, stand am 2. April 2026 aber noch. Das Kohlekraftwerk soll bis 2027 vollständig abgerissen sein.<ref>Kohlekraftwerk Mehrum: 130 Meter hoher Kühlturm gesprengt bei ndr.de vom 12. April 2025</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />