Rudolf von Seitz
Rudolf (von) Seitz (* 15. Juni 1842 in München; † 18. Juni 1910 ebenda) war ein deutscher Innenarchitekt, Maler, Zeichner und Kunstgewerbler.
Leben
Seitz ein Sohn des Dekorationsmalers und Illustrators Franz von Seitz und dessen Frau Wilhelmine (geborene Königer). Er wurde zunächst ein Schüler seines Vaters und trat 7. Januar 1857 für ein Studium der Malerei in die Antikenklasse der Akademie der Bildenden Künste München ein.<ref>01403 Rudolph Seitz. In: Matrikelbuch der Akademie der Bildenden Künste München. Band 2: 1841–1884. S. 144 (matrikel.adbk.de, daten.digitale-sammlungen.de)</ref> Hier erhielt er Unterricht von Hermann Anschütz und Carl Theodor von Piloty. Er begann mit Genrebildern (Peter Vischer zeigt den Bestellern das vollendete Sebaldusgrab, Noble Passionen) und wandte dann seine Tätigkeit vorzugsweise der Illustration, dem Kunstgewerbe und der dekorativen Malerei zu.
Gemeinsam mit Ferdinand von Miller und Lorenz Gedon nahm er 1876 an der Kunst- und Industrieausstellung in München teil. Er gestaltete 1876 zudem die Ausstellung „Unserer Väter Werke“ und gründete im Jahr 1878 mit seinem Freund dem Architekten Gabriel von Seidl die ersten „Münchener Vereinigten Werkstätten“, die Inneneinrichtungsfirma „Seitz & Seidl“, wo bald auch Emanuel von Seidl tätig wurde und die Leitung des Ateliers für Innendekoration übernahm. Das erfolgreiche Unternehmen bestand bis 1898.<ref>Joanna Waltraud Kunstmann: Emanuel von Seidl (1856–1919), Die Villen und Landhäuser. München 2012, S. 12.</ref> Von 1883 bis 1888 war er als Konservator am Bayerischen Nationalmuseum tätig und blieb mit dem Museum anschließend als Ehrenkonservator verbunden. 1888 nahm er an der Deutsch-Nationalen Kunstgewerbeausstellung teil und wurde er Professor an der Münchner Kunstakademie. Von Seitz bevorzugte den Stil der deutschen Spätrenaissance und des Rokoko. In seinen dekorativen Malereien (im Kunstgewerbemuseum und an den Fassaden von Münchener Gasthäusern), zeigte sich eine gewisse Manieriertheit. Seine Freskomalereien zeigen oftmals allegorische, historische und religiöse Motive. Neben wenigen Genre- und Industriebildern schuf er zahlreiche kunstgewerbliche Entwürfe und Illustrationen, wie beispielsweise die Ausschmückung des Gebetbuchs für König Ludwig II. mit Miniaturbilder.
Unter seinen Schülern waren Franz Xaver Dietrich, Otto Hupp und Richard Throll.
Familie
Von Seitz war seit dem 30. Mai 1869 Carolina Paulina (geborene Marotte de Montigny; * 1844) verheiratet, einer Tochter des belgischen Adligen Karl Marotte de Montigny († vor 1869), seit 1842 dem bayrischen Freiherrenstand angehörend. Die Vermählung fand im Kloster Seeon statt.
- Hans von Seitz (um 1870 – nach 1910)
Heinrich Freiherr Marotte de Montigny, bayerischer Postoffizial in Bamberg, war sein Schwager.
Das Gemeinschaftsgrab von Rudolf von Seitz und seinem Vater Franz von Seitz befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 25 – Reihe 13 – Platz 36, Standort
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Ehrungen (Auswahl)
- 1876: Ritterkreuz 1. Klasse des bayerischen Verdienstordens vom hl. Michael
- 1876: Ritterkreuz des österreichischen Franz-Joseph-Ordens
- 1884: Ritter des Ordens der italienischen Krone
- 1887: Ehrenmitglied und 1888 Professor der Akademie in München
- 1893: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (1904, Aufnahme ins Kapitel)
- 1900: Ritterkreuz des Zivilverdienstordens der Bayerischen Krone
- 1900: Persönlicher Adel<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seitz, Rudolf von (Prof.), Künstlerlexikon des Werdenfelser Landes – Textauszug aus über 4900 Kurzbiographien ( vom 10. September 2011 im Internet Archive)</ref>
- 1905: Komturkreuz 2. Klasse des Michaelsordens
- 1905: Prinzregent-Luitpold-Medaille in Silber
- 1909: Komtur des Bayerischen Kronordens
Werke (Auswahl)
Von Seitz lieferte unter anderem für eine Prachtausgabe von Schillers Glocke und Goethes Faust, deren Illustrationen von Liezen-Mayer herrühren, die ornamentalen Umrahmungen und Druckverzierungen im Rokokostil.
- Thalia in der Sommerfrische (Holz, Rundbild 42 cm)
- Geburt Christi (Miniaturmalerei, 21,5 ×, 16 cm) Bayerisches Nationalmuseum
- Fünf Herrscherbildnisse (Heinrich III.; Friedrich I.; Rudolf von Habsburg; Ludwig der Bayer; Maximilian I [verloren]) für den Audienzsaal der Nürnberger Kaiserburg<ref>Katharina Heinemann (Hrsg.): Kaiser – Reich – Stadt; die Kaiserburg Nürnberg. Michael Imhof, Petersberg 2013, ISBN 978-3-86568-956-6, S. 139 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).</ref>
- Gottvater als Weltenschöpfer Apsisfresko aus dem Jahr 1897 in der Kirche St. Anna in München
- St. Onuphrius Fassadenmalerei am Onuphriushaus am Marienplatz in München (zerstört)
- Hochzeit Herzog Georgs mit der Polnischen Königstochter Hedwig Wandgemälde 1882 im neugotischen Rathaussaal in Landshut
Kunstgewerbliche Arbeiten
- Behälter für wohlriechendes Wasser
- St. Florian Statuette aus Eisenguss
Literatur
- Seitz, 3) Rudolf, Maler und Zeichner. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 839.
- Zwei Meister deutscher Renaissance. In: Deutsche Bauzeitung ; Fachzeitschrift für Architektur und Bautechnik. 44. Jahrgang, Nr. 73, 10. September 1910, S. 580–583 (Textarchiv – Internet Archive – Beitrag zum Tod von Conradin Walther und Rudolph von Seitz).
- Otto Hupp (Hrsg.): Rudolf von Seitz – Eine Erinnerung für seine Freunde. Meisenbach Riffarth, München 1911.
- Seitz, Rudolf von. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).
- Seitz, Rudolf von. In: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Bruckmann, München 1981, ISBN 3-7654-1633-9, S. 153 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Otto Hupp: Lehrer und Schüler: Rudolf von Seitz und Otto Hupp. In: Otto Hupp, Meister der Wappenkunst, 1859–1949 : Ausstellung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, München, 6. Dezember 1984–3. Februar 1985. Kommissionsverlag Degener, Neustadt a.d. Aisch 1984, ISBN 3-7686-8037-1, S. 22–24 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Andrea Teuscher: Seitz, Rudolf Ritter von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 24. Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- Nachlass von Franz und Rudolf von Seitz in der Bayerischen Staatsbibliothek
- Rudolf von Seitz (deutsch, 1842–1910) artnet.de
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Seitz, Rudolf von |
| ALTERNATIVNAMEN | Seitz, Rudolf; Seitz, Rudolph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Innenarchitekt, Kunstgewerbler, Maler und Zeichner |
| GEBURTSDATUM | 15. Juni 1842 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 18. Juni 1910 |
| STERBEORT | München |
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- Maler (München)
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- Zeichner (Deutschland)
- Hochschullehrer (Akademie der Bildenden Künste München)
- Ritter I. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael
- Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst
- Träger des Franz-Joseph-Ordens (Ritter)
- Träger des Ordens der Krone von Italien (Ritter)
- Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Komtur)
- Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Ritter)
- Bayer
- Deutscher
- Geboren 1842
- Gestorben 1910
- Mann