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GV (Nervenkampfstoff)

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Strukturformel
Struktur von GV
Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name GV
Andere Namen
  • (±)-(Dimethylamido)fluorophosphor­säure-2-N′,N′-(dimethylaminoethyl)ester
  • (±)-2-N,N-Dimethylaminoethyl-(dimethylamido)fluorophosphat
  • (±)-2-([Dimethylamino]fluorphosphoryl)­oxy-N,N-dimethylethanamin (IUPAC)
  • (RS)-(Dimethylamido)fluorophosphor­säure-2-N′,N′-(dimethylaminoethyl)ester
  • (RS)-2-N,N-Dimethylaminoethyl-(dimethylamido)fluorophosphat
  • (RS)-2-([Dimethylamino]fluor­phosphoryl)oxy-N,N-dimethylethanamin
Summenformel C6H16FN2O2P
Kurzbeschreibung

farblose, hochviskose Flüssigkeit<ref name="ccwa" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN (ohne Stereochemie)
PubChem 132333
ChemSpider 112656
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 198,18 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,11 g·cm−3 (25 °C)<ref name="ccwa" />

Schmelzpunkt

−110 °C<ref name="ccwa">Steven L. Hoenig: Compendium of chemical warfare agents. Springer, New York NY 2007, ISBN 978-0-387-34626-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Siedepunkt

226 °C<ref name="ccwa" />

Dampfdruck

6,5 Pa (25 °C)<ref name="ccwa" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Toxikologische Daten

11–1222 µg·kg−1 (LD50, Nagetiertransdermal)<ref name="ccwa" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

GV ist die Bezeichnung für einen sowjetischen Nervenkampfstoff, welcher strukturell dem Nervengift Soman ähnlich ist. Vom US-Verteidigungsministerium und der NATO bekam dieser Kampfstoff die Bezeichnung GV (G für Germany; V für engl. viscous „zäh, viskos“).

Isomerie

GV besitzt ein Stereozentrum am Phosphoratom, es gibt also zwei Enantiomere, eines hat (R)-Konfiguration, das andere ist (S)-konfiguriert. Die beschriebenen Herstellungsverfahren liefern das racemisches GV, also ein 1:1-Gemisch aus (R)-(Dimethylamido)fluorophosphorsäure- 2-N′,N′-(dimethylaminoethyl)ester (links) und (S)-(Dimethylamido)fluorophosphorsäure- 2-N′,N′-(dimethylaminoethyl)ester (rechts):

Strukturformeln der beiden Enantiomere

Schutzmaßnahmen

GV wirkt bereits in kleinsten Mengen tödlich. Angriffsfläche ist der gesamte Körper. Deshalb bieten nur ein Ganzkörper-Schutzanzug und eine Schutzmaske ausreichenden Schutz. Vor einem Kampfstoffeinsatz können Oxim-Tabletten eingenommen werden. Im Verlauf der wochenlangen Nachbehandlung versucht man, mit Obidoxim die Acetylcholinesterase zu regenerieren.

Für die Dekontamination kann man Oxidationsmittel und alkalische Lösungen verwenden, da die Hydrolyse von Nervenkampfstoffen im basischen Milieu beschleunigt wird. Bewährt haben sich auch Chlorkalk für unempfindliche Oberflächen und Natriumcarbonatlösungen für empfindliche Gegenstände.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references/>