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Felsen-Ehrenpreis

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Felsen-Ehrenpreis
Datei:Veronica fructicans03.jpg

Felsen-Ehrenpreis (Veronica fruticans)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Veroniceae
Gattung: Ehrenpreis (Veronica)
Art: Felsen-Ehrenpreis
Wissenschaftlicher Name
Veronica fruticans
Jacq.

Der Felsen-Ehrenpreis (Veronica fruticans)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Veronica) innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

Beschreibung

Datei:Veronica fruticans Sturm43.jpg
Illustration aus Sturm
Datei:Veronica fruticans a2.jpg
Stängel und Blüte
Datei:Veronica fruticans 3 RF.jpg
Stängel und gestielte Blüten
Datei:Veronica fruticans Fruechte-NiederurnerTaeli-3.jpg
Stängel und Früchte

Vegetative Merkmale

Der Felsen-Ehrenpreis wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 10, selten bis zu 20 Zentimetern. Der Ausläufer kann am Grunde verholzen.<ref name="FloraWeb" /> Der aufsteigende, runde Stängel ist dicht bis locker kurz, aber nicht drüsig, mit aufwärts umgebogenen Trichomen behaart.<ref name="FloraWeb" />

Die Laubblätter sind meistens sitzend oder weisen einen sehr kurzen Blattstiel auf. Die einfache, glänzende, glatte Blattspreite<ref name="FloraWeb" /> ist bei einer Länge von 0,5 bis 2 Zentimetern schmal- bis breit-oval, oder elliptisch bis lanzettlich<ref name="FloraWeb" /> und ganzrandig oder fein gezähnt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Meist drei bis sieben (ein bis neun) Blüten sind in lockeren, endständigen, traubigen Blütenständen angeordnet.<ref name="FloraWeb" /> Der Blütenstiel ist flaumig behaart, weist aber keine Drüsen auf.<ref name="FloraWeb" />

Die Blüte ist zwittrig. Der Kelch ist behaart, weist aber keine Drüsen auf. Die Blütenkrone weist einen Durchmesser von 10 bis 12, selten bis zu 14 Millimetern auf und ist dunkel-blau, kräftig azur-blau, selten rötlich mit einem weißen Schlund mit purpurfarbenem Ring.<ref name="FloraWeb" />

Die Kapselfrucht ist breit-oval oder ei-länglich, abgeflacht und kaum ausgerandet. Sie überragt den Kelch.<ref name="FloraWeb" /> Der Griffel ist fast so lang wie die Frucht.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Veronica fruticans T69.1.jpg
Habitus und Blüten
Datei:Veronica fruticans RF.jpg
Habitus und Blüten

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Felsen-Ehrenpreises umfasst Europa und Grönland.<ref name="GRIN" /> In Europa hat er Vorkommen in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland, Schweiz, Österreich, in der früheren Tschechoslowakei, im früheren Jugoslawien, Polen, Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Norwegen, Schweden, Finnland, Russland und Island.<ref name="POWO" />

Der Felsen-Ehrenpreis kommt an steinigen Hängen und in alpinen Weiden der Alpen vor. Er gedeiht in der subalpinen bis alpinen Höhenstufe bis in Höhenlagen von 3100 Metern.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" /> In den Allgäuer Alpen steigt er im Tiroler Teil am Ostgrat der Rothornspitze bis zu einer Höhenlage von 2200 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Veronica fruticans ist eine Charakterart der Klasse der Felsspalten- und Mauerfugen-Gesellschaften (Asplenietea trichomanes) und kommt vor allem in Pflanzengesellschaften des Androsacion vandellii vor, im südlichen Schwarzwald<ref name="Philippi1996" /> speziell im Woodsio-Asplenietum septentrionalis. In den Alpen kommt er vor allem in Pflanzengesellschaften des Verbands Festucion variae, aber auch in steinigen Borstgrasweiden (Nardion), in Gesellschaften des Verbands Sedo-Scleranthion und in Krummseggenrasen (Caricion curvulae) vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Außerhalb der Alpen kommt er in Mitteleuropa im Schweizer Jura, in den Vogesen und im Schwarzwald vor.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter.alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Veronica fruticans erfolgte 1762 durch Nikolaus Joseph von Jacquin in Enumeratio stirpium plerarumque, quae sponte crescunt in agro Vindobonensi, montibusque confinibus. J. P. Kraus, Vindobonae, Band 2, Seite 200.<ref name="GRIN" /> Das Artepitheton fruticans bedeutet „strauchig“.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="POWO"> Veronica fruticans. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb"> Veronica fruticans Jacq., Felsen-Ehrenpreis. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Veronica fruticans Jacq. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, S. 443–444. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Veronica. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 672. </ref> <ref name="Philippi1996">Georg Philippi: "Scrophulariaceae." In: Oskar Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 1. Auflage, Band 6, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1996. ISBN 3-8001-3342-3, S. 294. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Felsen-Ehrenpreis (Veronica fruticans) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien